OTS0008 / 31.01.2010 / 10:00 / Channel: Chronik / Aussender: Österreichische Ärztekammer
Stichworte: Gesundheit / Kinder / OECD / Studie / Ärztekammer


Dorner: Umfassendes Forderungsprogramm zur Jugendgesundheit

Utl.: Vorsorge von der Kinderkrippe bis zur Matura - Unterrichtsprinzip Gesundheit - Lücke bei Gesundheitsversorgung für Jugendliche =


   Wien (OTS) - Anlässlich des aktuellen Berichts über den
Gesundheitszustand der österreichischen Jugend stellte der Präsident
der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, Sonntag ein
umfassendes Forderungspaket auf: Gesundheitserziehung vom
Kindergarten über die Volksschule bis zur Matura mit Einbindung der
Schulärzte, zielgruppengerechte Nichtraucher-Kampagnen, um
Jugendliche vom Nikotinkonsum abzuhalten, sowie mehr Turnunterricht
und die Schließung der Lücke zwischen Mutter-Kind-Pass und
Gesundenuntersuchung. Der Ärztepräsident betrachtet es als Schande,
dass Gesundheitsversorgung für Kinder und Jugendliche bis jetzt
"offenbar nur ein Lippenbekenntnis" sei. Die Gesundheits-, Familien-
und Schulpolitik seien aufgefordert, diesem "existenziellen Manko mit
einer gemeinsamen Kraftanstrengung an den Leib zu rücken", sagte
Dorner in einer Aussendung.
Schon vom Kindergarten-Alter weg sollte der Nachwuchs sensibilisiert
werden, so der Ärztepräsident. "Während der gesamten Schulkarriere
muss Gesundheit ein fächerübergreifendes Lehr- und Lernprinzip
darstellen, das  Kinder und Jugendliche je nach Unterrichtsfach über
Themen wie Bewegung, Ernährung sowie Krankheitsrisiken und -folgen
aufklärt. Natürlich muss da auch der Schularzt verstärkt
miteinbezogen werden."
Mittels einer Aufwertung des Turnunterrichts könnten die Jugendlichen
zu mehr Sport angehalten werden, so der ÖÄK-Chef. Gleichzeitig müsse
es flächendeckende und zielgruppengerechte Präventionskampagnen
geben, um Jugendlichen die Schädlichkeit und die Folgen des
Tabakkonsums zu zeigen.
Während Kinder bis zum fünften Lebensjahr im Rahmen des
Mutter-Kind-Passes regelmäßig untersucht und Erwachsene ab 18 zu
Gesundenuntersuchungen eingeladen würden, gebe es gerade für
Jugendliche kein entsprechendes Angebot, kritisierte Dorner. "Diese
Lücke muss unbedingt geschlossen werden", nimmt er die Politik in die
Pflicht. Es könne nicht sein, dass sich Österreich rühme, eines der
besten Gesundheitssysteme zu haben, aber auf den Nachwuchs vergesse. 
Dem OECD-Bericht zufolge ist Österreich bei jugendlichen Rauchern
trauriger Weltmeister. 27 Prozent der 15-Jährigen - in der Mehrzahl
Mädchen - qualmen, knapp 40 Prozent waren zumindest zweimal
betrunken. Und die Anzahl der adipösen Burschen hat sich innerhalb
von vier Jahren verdoppelt. "Die Jugendlichen von heute sind dann die
chronisch Kranken von morgen." (za)
Rückfragehinweis:
   Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
   Mag. Martin Stickler
   Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
   Mail: m.stickler@aerztekammer.at
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