OTS0210 / 29.01.2010 / 13:04 / Channel: Politik / Aussender: ÖVP Parlamentsklub
Stichworte: Beatrix Karl / Forschung / Parlament / Wissenschaft


Beatrix Karl: Wissenschaft und Forschung sind unsere beste Zukunftsinvestition!

Utl.: Neue Wissenschaftsministerin stellt sich im Parlament vor - bekräftigt Dialogbereitschaft und will "Innovationsturbo" zünden =


   Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Wissenschaft und Forschung sind kein Luxus -
sie sind unsere beste Zukunftsinvestition", betonte die neue
Wissenschaftsministerin Dr. Beatrix Karl heute, Freitag, anlässlich
ihrer Vorstellung im Parlament. "Wir sichern mit Wissenschaft und
Forschung Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze. Zünden wir daher
gemeinsam den Innovationsturbo", so die Ministerin. ****
"Unser gemeinsames Ziel sollte sein: Wissen schaffen - Qualität
steigern - Zukunft sichern. Arbeiten wir daran, dass wir auch
gemeinsame Wege finden, um das Ziel zu erreichen! Mein Weg ist der
Weg des Dialogs", bekräftigte Beatrix Karl. Sie habe bereits für
nächste Woche einen Termin mit der Österreichischen Hochschülerschaft
vereinbart, ein Termin mit den Vertreterinnen und Vertretern der
Studierenden-Bewegung, die vergangenen Herbst entstanden ist, werde
folgen. 
"Ich bin stolz, als Wissenschafts- und Forschungsministerin für
Österreich tätig sein zu dürfen - natürlich mit dem notwendigen
Respekt vor dieser wichtigen Aufgabe", so Karl. Durch ihre bisherigen
beruflichen Erfahrungen in den Bereichen "Wissenschaft", "Forschung"
und "Arbeit bzw. Arbeitsrecht" (Karl ist Professorin für
Arbeitsrecht) bringe sie sehr wichtige Voraussetzungen für die
Herausforderungen der Politik mit. Es gehe dabei um die Entstehung
der Arbeit der Zukunft, in denen der Bildungsbereich, die
Universitäten und Fachhochschulen eine besonders zentrale Bedeutung
haben. 
Die Bedeutung von Bildung für die österreichischen Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer würden auch die jüngsten Analysen des WIFO belegen:
Bildung verbessert die Chancen am Arbeitsmarkt, bringt höheres
Einkommen und höheren Wohlstand sowie bessere Gesundheit.
Da sie selbst aus einer Männerdomäne komme, wisse sie auch, wie
wichtig es ist, Frauen zu fördern, verwies Karl in diesem
Zusammenhang auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
Weiters unterstrich sie den hohen Stellenwert der Nachwuchsförderung.
Beatrix Karl unterstrich in ihrer Rede drei Maximen, an denen sie
sich in ihrer Arbeit orientieren werde: 
- "Österreichs Wissenschaft und Wirtschaft brauchen eine starke
Grundlagenforschung." Das heiße vor allem starke Universitäten und
exzellente Forschungseinrichtungen.
- "Es geht an unseren Hochschulen immer um Ausbildung und Bildung.
Die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts sind das eine, die Notwendigkeiten
für eine fundierte Persönlichkeitsbildung das andere. Wir brauchen
beides." 
-  Als Wissensgesellschaft gelte es, mehr denn je in Bildung,
Wissenschaft und Forschung zu investieren. "Wissenschaft und
Forschung sind kein Luxus!", bekannte sich Karl zum Zwei-
Prozent-Ziel für den tertiären Bildungssektor. Jeder Wissenschafts-
und Forschungseuro sei effizient zu verwenden, hob Karl ihre
Verantwortung für Studierende und Steuerzahler hervor. 
Die Wissenschafts- und Forschungsministerin ging weiters auf die
Diskussion rund um die Studienbeiträge ein. "Ich bin es gewohnt, eine
Meinung zu vertreten und zu dieser zu stehen. Sie kennen meine
Position schon seit langem", so Karl. Sie sei der Auffassung, dass
sich Studienbeiträge bewährt haben. Sie wisse allerdings auch, dass
sie nicht die notwendige parlamentarische Mehrheit dafür finden
werde. "Ich nehme mir aber trotzdem das Recht heraus, eine Meinung zu
haben."
Wichtig seien auch neue Konzepte für den Hochschulzugang. Die
Regelung des Hochschulzugangs sei zwar nicht die eleganteste Lösung,
aber eine notwendige, um die Probleme der Massenuniversität zu lösen.
"Ich kann heute kein fertiges Menü servieren", so Karl, die heute den
vierten Tag im Amt ist. "Ich möchte den gemeinsamen Weg und das
konstruktive Miteinander für die Gestaltung des österreichischen
Hochschulraums in den Vordergrund stellen", bekräftigte Karl und
skizzierte ihre klaren Vorstellungen, wo und wie sie mit ihrer Arbeit
beginne: 
- Der "Dialog Hochschulpartnerschaft" wird fortgesetzt. Er habe sich
als wichtiges Gesprächs- und Arbeitsforum bewährt. 
- "Der Konnex zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist wichtig. Ohne
den notwendigen wirtschaftlichen Freiraum kann sich die Freiheit von
Wissenschaft und Forschung nicht entfalten. Daher gilt es die Frage
zu stellen: Was können unsere Hochschulen zur Konsolidierung und zum
Wirtschaftswachstum beitragen?"
- Ein zentraler Punkt sei die innerösterreichische Umsetzung des
Bologna-Prozesses. Die Umstellung der Studienorganisation auf die
drei Stufen "Bachelor", "Master" und "PhD" sei in Österreich nicht
überall erfolgreich verlaufen. Dort, wo Reparaturbedarf bestehe,
müsse man handeln. "Studien müssen studierbar, qualitativ hochwertig
und international anerkannt sein. Die Lehrenden sollen dabei
entsprechende Arbeitsbedingungen haben. Wir müssen zum Kern der
Bologna-Philosophie zurück. Bologna ist nur so gut wie seine
Umsetzung!"
- Der Fachhochschulsektor müsse weiter ausgebaut werden. Auch wenn
ein weiterer Ausbau der Fachhochschul-Studienplätze nicht von heute
auf morgen möglich sei, so wolle sie dennoch sicherstellen, dass die
bisher erfolgreiche Fachhochschulentwicklung in Österreich weiter
fortgesetzt werde. 
- Beim Hochschulzugang gehe es sowohl um die nationale Dimension, die
erforderlichen Notverordnungen, als auch um die europäische Ebene.
"Wir müssen eine Nachfolgeregelung für das bis 2012 geltende
EU-Moratorium im Bereich des Medizinstudiums finden."
- Für die Forschungsstrategie des Bundes ist Karl wichtig, dass die
Grundlagenforschung an den heimischen Universitäten und
Forschungseinrichtungen entsprechend verankert ist. Sie werde sich
daher dafür einsetzen, dass es - im Sinn der Idee eines
Forschungsfinanzierungsgesetzes - budgetäre Planbarkeit und
Sicherheit gibt. "Wenn sich Forschung und Entwicklung auf die
öffentliche Hand verlassen können, dann ist das ein unbezahlbarer
Standortvorteil." Österreich habe als Forschungsstandort in den
vergangenen Jahren eine großartige Aufholjagd in das europäische
Spitzenfeld geschafft. Diesen Weg gelte es fortzusetzen. Dieser Weg
könne nur über aktive Nachwuchsförderung führen. "Als Ministerin
fühle ich mich auch für die Zukunftschancen junger Menschen
verantwortlich."
Abschließend sprach Karl den Bildungsbereich an: Es gelte zu klären,
welches Schulsystem unsere Wissensgesellschaft brauche. "Was müssen
die Schulen für einen erfolgreichen Start ins Studium leisten? Es ist
Aufgabe der Wissenschaft und Forschung, Kinder bereits in den
Kindergärten für Forschung zu begeistern. Denn die schlauen Kleinen
von heute sind die innovativen Großen von morgen", so die Ministerin.
Der Sekundarbereich habe eine Bringschuld gegenüber den Hochschulen,
was die Leistung und Leistungsbereitschaft unserer Maturantinnen und
Maturanten betrifft, schloss Karl. 
(Schluss)
Rückfragehinweis:
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   Tel.: 01/40110/4436
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