• 28.01.2010, 10:12:20
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Fischer würdigt Einsatz Schönborns für den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Abendessen in der Hofburg aus Anlass des 65. Geburtstags des Wiener Erzbischofs

Wien (OTS) - Bundespräsident Heinz Fischer hat am Mittwoch bei
einem Abendessen in der Hofburg die wichtige Rolle von Kardinal
Christoph Schönborn bei der Gestaltung der guten Beziehungen zwischen
Staat und Kirche hervorgehoben. An dem Abendessen aus Anlass des 65.
Geburtstags des Kardinals nahmen u.a. Nuntius Erzbischof Peter
Stephan Zurbriggen, die Wiener Weihbischöfe Helmut Krätzl, Stephan
Turnovszky und Franz Scharl sowie Bildungsministerin Claudia Schmied
teil. Der Bundespräsident betonte, dass der Kardinal mit seinen
Stellungnahmen zu gesellschaftlichen, sozialen und ethischen Fragen
Standpunkte vertrete, "die hilfreich sind für den gesellschaftlichen
Zusammenhalt". Zugleich würdigte Fischer den Einsatz Schönborns für
den ökumenischen und den interreligiösen Dialog sowie für die
"wertvollen Beziehungen zwischen Österreich und dem Heiligen Stuhl".
Der Papstbesuch im Jahr 2007 sei ein wichtiges Symbol für diese
Beziehungen gewesen.

Als Beispiel für die gute Zusammenarbeit zwischen Hofburg und
Erzbischöflichem Palais nannte der Bundespräsident die rasche
Abklärung, als bei seiner jüngsten China-Visite spontan der Vorschlag
auftauchte, in Shanghai auch den 94-jährigen katholischen Bischof der
Stadt, Aloysius Jin Luxian, zu besuchen. Bischof Jin Luxian gehört zu
jenen Bischöfen, die mittlerweile sowohl vom Heiligen Stuhl als auch
von der Regierung in Peking anerkannt sind. In herzlichen Worten
dankte Fischer dem Kardinal für "viele gute Gespräche" auf
offizieller Ebene, aber auch in Mürzsteg oder Mariazell.

Auf diese Gespräche nahm auch Kardinal Schönborn in seinen
Dankesworten Bezug. Auch wenn man nicht immer völlig einer Meinung
sei, komme darin der große Respekt und das wache Interesse zum
Ausdruck, mit dem der Bundespräsident sein Amt gegenüber den Kirchen
und Religionsgemeinschaften wahrnehme. Dass Fischer Bischof Jin
Luxian - der viele Jahre in Gefängnissen und Arbeitslagern verbracht
hatte - in Shanghai besucht habe, sei ein "eindrucksvolles und
dankenswertes" Zeichen gewesen.

In seiner offiziellen Gratulation hatte der Bundespräsident
bereits vor dem Geburtstag dem Kardinal "namens der Republik und auch
persönlich" für dessen "überaus verdienstvolles Wirken im
öffentlichen Leben Österreichs" herzlich gedankt. Wörtlich schrieb
Fischer damals: "In den bald 15 Jahren Ihrer Amtszeit als Erzbischof
von Wien und seit bald 13 Jahren auch als Vorsitzender der
Österreichischen Bischofskonferenz und damit oberster Repräsentant
der mitgliederstärksten Glaubensgemeinschaft unseres Landes haben Sie
durch persönliche Wortmeldungen und Initiativen viele wichtige
Beiträge für ein harmonisches Miteinander aller Menschen in
Österreich geleistet". U.a. verwies der Bundespräsident auf die
Wortmeldungen des Kardinals zu sozialen und gesellschaftspolitischen
Fragen, auf die Beiträge des Wiener Erzbischofs zum Dialog der
Kulturen und Religionsgemeinschaften sowie auf die Bemühungen
Schönborns um eine "ehrliche Auseinandersetzung auch mit den dunklen
und unerfreulichen Kapiteln" der langen Geschichte Österreichs.

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