- 27.01.2010, 13:58:08
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Leitl und Fekter schließen Sicherheitsallianz für Betriebe
Umfassendes Maßnahmenpaket soll Betriebe vor Kriminalität schützen - Großer volkswirtschaftlicher Schaden durch Kriminalität
Wien (OTS/PWK070) - "Sicherheit ist ein entscheidendes Thema
für unsere 400.000 Unternehmen. Deshalb wollen wir alles tun, um die
Sicherheitssituation in Österreich zu stärken und zu verbessern",
betonte heute, Mittwoch, der Präsident der Wirtschaftskammer
Österreich, Christoph Leitl, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit
Innenministerin Maria Fekter. Beide unterzeichneten in diesem
Zusammenhang die Sicherheitspartnerschaft "Unternehmen Sicherheit",
mit der österreichweit eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen für die
heimischen Betriebe umgesetzt werden. "Österreich ist eines der
sichersten Länder der Welt. Laut einem Ranking des World Economic
Forum liegen wir bei der Sicherheit und beim Schutz von Eigentum
unter 133 Ländern an sechster Stelle. Trotzdem ist Prävention wichtig
und daher schließen wir diese Sicherheitsallianz gemeinsam mit der
Wirtschaftskammer", so Fekter.
Laut einer aktuellen Market-Umfrage, so Leitl, halten 68 Prozent
der Unternehmer ein hohes Sicherheitsniveau als sehr wichtig für
einen attraktiven Wirtschaftsstandort. 80 Prozent der befragten
Unternehmen fühlen sich in Österreich sicher oder sehr sicher. 4 von
10 Unternehmen äußeren aber ihre Sorgen wegen Diebstahl und Einbruch.
Zudem fühlen sich jene Betrieb, die bereits Opfer von kriminellen
Handlungen wurde, deutlich weniger sicher als andere Betriebe. Für
die nächsten Jahre rechnen die Unternehmer mit einer Verschlechterung
der Sicherheitssituation und wollen dagegen auch geeignete Maßnahmen
setzen.
Sicherheit in den Betrieben sei jedenfalls ein Themenfeld, das
auch insofern wichtig ist, als Kriminalität Kosten verursache, so
Fekter. 2009 wurde durch Geldfälschungen ein Schaden in Höhe von
696.975 Euro gemeldet. Knapp 1 Prozent oder rund 460 Mio. Euro seines
gesamten Jahresumsatzes hat der österreichische Handel 2009 durch
Waren- und Ladendiebstahl eingebüßt. Noch größer ist der Schaden
durch Betriebs- und Wirtschaftsspionage: Nach Berechnungen der ICC
beträgt hier das Volumen drei Mrd. Euro pro Jahr!
Die in der Sicherheitsallianz vereinbarten Maßnahmen konzentrieren
sich daher auf folgende Bereiche: Ausweitung des bestehenden
SMS-Infoservice; Schließen von Sicherheitslücken durch eine
umfassende Service- und Kommunikationsoffensive u.a. durch
Schulungsmaßnahmen und Sicherheitschecks; Verbesserte Zusammenarbeit
im Bereich der internationalen Wirtschaftskriminalität; Erhöhung der
IT-Sicherheit für Unternehme; Schaffung von maßgeschneiderten
Sicherheitspaketen für ausgewählte Branchen sowie verstärkte
Unterstützung für Unternehmen im Ernstfall.
"Sicherheitschecks durch die Polizei sind für unsere Betriebe
besonders wichtig, da hier durch Fachleute wichtige Sicherheitsinfos
weitergebenen werden und auf mögliche Sicherheitsdefizite aufmerksam
gemacht wird", so Leitl. Österreichweit stehen hier 850
Präventionsberater der Polizei bereit. Unternehmen können sich ab
sofort unter der WK-Hotline unter 0800 221220 oder unter
wko.at/Sicherheit über Sicherheitschecks durch Polizeibeamte
informieren.
In diesem Zusammenhang forderten sowohl die Innenministerin als
auch der WKÖ-Präsident eine Vereinheitlichung der Fördermöglichkeiten
in den Bundesländern für betriebliche Sicherheitsinvestitionen
(Alarmanlagen, Sicherheitstüren, etc.). Hier sollten gemeinsame
Anstrengungen unternommen werden, damit über das Bundesgebiet
einheitliche Förderbedingungen gelten, so Leitl. Der WKÖ-Chef und die
Innenministerin werden in einem Schreiben an die
Landeshauptleutekonferenz eine Verbesserung der Förderung von
betrieblichen Sicherheitsinvestitionen fordern.
Neben einer verbesserten Zusammenarbeit im Bereich der
internationalen Wirtschaftskriminalität zwischen Polizei,
Bundeskriminalamt und der ICC, der Internationalen Handelskammer,
gelte es insbesondere die IT-Sicherheit der Unternehmen zu erhöhen.
"Unternehmen aller Branchen sind von den Themenfeldern IT- und
Datensicherheit betroffen. 90% der Unternehmen verfügen über eine
Internetanbindung, 78% über Sicherheitslösungen, 68% über eine
Datensicherung. 63% bestellen Produkte und Dienstleistungen via
Internet. Das bedeutet auch Gefahrenpotentiale wie Spams, Viren,
Passwort-Missbrauch, etc. nehmen ständig zu", betonte Fekter. In
gemeinsamen Veranstaltungen von WKÖ und Polizei soll dieses Thema bis
in die Regionen getragen werden, um vor Ort den Unternehmen
Informationen zu geben. IT-Sicherheit wird sowohl beim e-day der
Wirtschaftskammer Anfang März als auch bei der telefit-Roadshow der
WKÖ eine zentrale Rolle spielen.
Mit maßgeschneiderten Branchenpaketen soll auf die
unterschiedlichen Sicherheitsbedürfnisse der Unternehmen eingegangen
werden. In einzelnen Branchen - insbesondere im Bereich Tankstellen -
besteht aktuell konkreter Bedarf an einem entsprechenden periodischen
Know-How-Transfer im Präventionsbereich. So wurde im abgelaufenen
Jahr 513 mal in Tankstellen eingebrochen (2008: 428 Fälle). Sollte es
tatsächlich zum Ernstfall kommen, können Kriminalitätsopfer aus
Kleinstbetrieben künftig auch die Betriebshilfe in Anspruch nehmen,
über die für maximal 70 Tage eine Ersatzkraft für den Betrieb
gestellt wird, kündigte Leitl an.
"Mit dieser Sicherheitsallianz setzten Wirtschaftskammer und
Innenministerium ein sichtbares Zeichen zur Kriminalitätsbekämpfung",
betonte die Innenministerin. Aufklärung, Prävention und
Bewusstseinsbildung seien dabei die gemeinsamen Kernanliegen. "Mit
dieser Vereinbarung erreichen wir eine neue Qualität in unserer
Sicherheitspartnerschaft. Hierfür gilt es der Polizei ein großes
Danke zu sagen", so Leitl abschließend. (us)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Stabsabteilung Presse Mag. Rupert Haberson Tel.: (++43) 0590 900-4362 Fax: (++43) 0590 900-263 mailto: [email protected] http://wko.at/Presse Bundesministerium für Inneres Mag. Martin Brandstötter, Pressesprecher der Bundesministerin Tel.: +43-(0)1-53126-2027 mailto: [email protected]
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