- 27.01.2010, 13:38:30
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AK fordert Bildungsoffensive für Beschäftigte im Handel
Zugang zu Weiterbildung für alle Handelsbeschäftigten ermöglichen / Unternehmen sollen innerbetrieblich organisieren und finanzieren
Wien (OTS) - "Der Handel ist allein in Wien mit rund 100.000
Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber und Ausbilder im Land.
Doch auf lange Sicht wird viel zu wenig in die Weiterentwicklung der
Beschäftigten investiert. Lebenslanges Lernen und die da-mit
verbundenen Karrierechancen - davon können die viele Mitarbeiter und
Mitar-beiterInnen im Handel nur träumen", sagt Gabriele Schmid,
Leiterin der Bildungs-Abteilung der Arbeiterkammer anläßlich der
heutigen (27.01.2010) Veranstaltung "Karrierechancen im Handel" von
AK und Gpa-djp im AK Bildungszentrum. Schmid forderte deshalb eine
Bildungsoffensive im Handel, die genau auf die besonderen Bedürfnisse
der Beschäftigten eingeht. "Es muss mehr innerbetriebliche
Bildungsangebote geben. Denn wegen zerstückelter Arbeitszeiten,
fehlender Kinderbetreuung, geringer Entlohnung können
Handelsangestellte am regulären Kursangebot nicht teilnehmen.
"Bildung bedeutet Karrierechancen. Es kann nicht weiter so bleiben,
dass besonders Frauen und viele qualifizierte ZuwanderInnen de fakto
einfach ausgeschlossen bleiben", so Schmid. Sie fordert außerdem mehr
Möglichkeiten Berufsabschlüsse nachzuholen.
Insbesondere die Einzelhandelsbeschäftigten fühlen sich hinsichtlich
der Weiterbildungsmöglichkeiten gegenüber den ArbeitnehmerInnen in
Österreich benachteiligt. Wäh-rend im Einzelhandel nur 48 Prozent
damit sehr oder eher zufrieden sind, beträgt der entsprechende Anteil
in den anderen Branchen über 61 Prozent, so Schmid. "Das liegt an den
besonderen Arbeitsbedingungen im Handel", so Schmid. "Wer abends
oder am Wochenende arbeitet, kann kaum die Kursangebote am freien
Markt wahrnehmen. Hier sind die Unternehmen gefordert: Sie müssen
entsprechende Kurse hausintern anbieten, oder Ihre MitarbeiterInnen
freistellen."
"Auch Handelsbeschäftigten mit kleinen Einkommen müssen eine Chance
auf Weiterbildung haben", fordert Schmid. Eine
Einzelhandelsbeschäftigte verdient im 5. Berufsjahr ohne Zuschläge
für die Lage der Arbeitszeit netto 1.001 Euro. Bei einer
Teilzeitbeschäftigung von 20h/Woche macht dies netto 536 Euro im
Monat aus. "Angesichts solcher Einkommen wird deutlich:
Weiterbildung kann nicht von den ArbeitnehmerInnen getragen werden",
fordert Schmid weiter. Vor allem Frauen stoßen als
Teilzeitbeschäftigte an die "gläserne Decke". Diskriminierung von
Teilzeitbeschäftigten ist auch bei Weiterbildung zwar verboten. "In
der Praxis sieht das aber oft anders aus", kritisiert Schmid.
Deshalb fordert die AK:
+ 35 Stunden bezahlte Weiterbildung in der Arbeitszeit für alle
Beschäftigten unabhängig vom Arbeitszeitausmaß
+ Zeit für Weiterbildung auch für Handelsangestellte: Kurse und
Ausbildungen während der Arbeitszeit oder auf Ladenöffnung
abgestimmt; mit Kinderbetreuung, wenn notwendig
+ Kostenloses Nachholen von Bildungsabschlüssen und die Einführung
neuer Instrumen-te wie ein Qualifizierungsstipendium oder
Verbesserungen bei Bildungskarenz zur Chance auf Höherqualifizierung
für Handelsbeschäftgte
+ Arbeitszeitplanung der Unternehmen muss auf die
(Weiter)-Bildungsbedürfnisse der Beschäftigten Rücksicht nehmen
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Ute Bösinger
Tel.: (+43-1) 501 65-2779
mailto:[email protected]
wien.arbeiterkammer.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/26
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