- 26.01.2010, 09:57:59
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Gesundheit: Bei Anruf Hilfe
Mehr Information und Qualität dank neuem Gesundheitsportal, medizinischer Telefondienst muss folgen!
Wien (OTS/PWK060) - Fast die Hälfte der User in Österreich
sucht im Internet bereits Antworten auf medizinische Fragen, zeigt
eine Erhebung der Statistik Austria. Gleichzeitig schätzen die
meisten diese Angebote als nicht besonders seriös ein
(Gesundheitsbarometer Jänner 2010). Diesen Schwachpunkt merzt nun ein
neues Gesundheitsportal aus: www.gesundheit.gv.at.
Sowohl der NÖ Patientenanwalt Gerald Bachinger als auch Herr
Martin Gleitsmann, Leiter der WKO Abteilung für Sozialpolitik und
Gesundheit bzw. Mitbegründer der von der WKÖ initiierten Plattform
Gesundheitswirtschaft Österreich unterstützen das Projekt. "Dieses
Portal punktet mit Qualität, Seriosität und Unabhängigkeit. Jede
Information durchläuft systematische Recherchen und ein mehrstufiges
Prüfungsverfahren, bevor sie online gestellt wird. Ein positives
Beispiel, wie fruchtbringend eine Kooperation vieler Institutionen
des heimischen Gesundheitswesens sein kann", betont Gleitsmann. Am
Portal wirken Sozialversicherung, Patientenanwaltschaften,
Selbsthilfegruppen, Ärzte-, Apotheker- und Zahnärztekammer sowie die
Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) mit.
"Nun muss der nächste Schritt in Richtung Information und Beratung
mündiger Patienten folgen" setzt Bachinger nach und verweist dazu auf
einen Vorschlag der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich
www.wirmachengesundheit.at . Sie setzt sich für die Einrichtung eines
medizinischen Telefondienstes ein. "Ein solches 'Med. Call Center'
ist eine optimale Ergänzung für Patienten, die nach einer Recherche
im Internet noch persönliche, auf sie zugeschnittene Informationen
benötigen und eine wichtige Anlaufstelle für all jene, die ohne
Internet rasch Rat bei einer fachlich geschulten Person einholen
wollen."
Internationale Vorbilder
Dass medizinische Telefondienste gut funktionieren, zeigen
internationale Beispiele. Rund 30 Prozent der Schweizer haben über
ihre Krankenversicherung bereits Zugang zu einem solchen Service, ab
heuer soll es allen Versicherten zur Verfügung stehen. In Deutschland
bieten einige Krankenkassen Medizin-Hotlines an und auch das
britische Gesundheitswesen (National Health Service) betreibt ein
gerne genütztes Telefonservice. "Österreich sollte mit seinem guten
Gesundheitssystem auch schon längst ein solches Service anbieten",
zeigt sich auch Gleitsmann verwundert über das mangelnde Engagement
für ein deutlich verbessertes Patientenservice.
Die Erfahrungen dieser Dienste zeigen: Rund ein Drittel der
Anrufer wird zum passenden Facharzt oder in die passende Klinik
gelotst. Ein weiteres Drittel holt nach einem Arztbesuch über die
Hotline eine zweite Meinung ein und ein Drittel informiert sich, ob
ein medizinisches Problem selbst gelöst werden kann oder doch besser
von einem Arzt behandelt werden soll.
Mehr Beratung, weniger Kosten
Bachinger: "Die Vorteile liegen auf der Hand:
Doppeluntersuchungen, unnötige bzw. lange Anfahrtswege und
Wartezeiten fallen weg, Menschen in schlecht versorgten Gebieten und
ältere Patienten werden besser und rund um die Uhr erreicht,
gleichzeitig sinken die Behandlungskosten." Bemerkenswert ist, dass
die Beratungsdauer am Telefon deutlich über jener in der Arztpraxis
liegt. In Österreich spricht ein Hausarzt (Studie Dr. Hans Haltmeier)
durchschnittlich 7,6 Minuten mit einem Patienten, in der Schweiz
dauert eine telefonische Beratung im Schnitt rund 15 Minuten.
"Dabei geht es nicht darum, niedergelassene Ärzte zu ersetzen,
sondern ihre wertvolle Arbeit zu ergänzen", betont Gleitsmann. "Ein
bereits vorinformierter Patient ist aktiver, hilft dem Arzt schneller
eine Diagnose zu stellen und eine passende Behandlung zu finden."
Eine Untersuchung der Universität Bern aus dem Jahr 2002 zeigt, dass
81% der Anrufer, die sonst eine Notfallstation aufgesucht hätten, ihr
Problem durch die telefonische Beratung selbst oder mit Hilfe des
Hausarztes lösen konnten.
Sicherheit und Qualität stehen bei einem medizinischen
Telefondienst im Vordergrund: Auskunft geben speziell ausgebildete
Ärzte und Pflegekräfte, für Rückfragen steht immer ein Oberarzt zur
Verfügung. Während des Gesprächs können die Mitarbeiter außerdem auf
eine umfangreiche Info-Datenbank zugreifen. Bachinger appelliert für
eine rasche Umsetzung der Initiative auf breiter Basis: "Ein solcher
Telefondienst ist eine äußerst sinnvolle Ergänzung unseres
Gesundheitswesen und für den Patienten eine unschätzbare
Erleichterung bei der Suche nach fachlich fundiertem Rat." (us)
Rückfragehinweis:
Dr. Gerald Bachinger NÖ Patienten- und Pflegeanwaltschaft Rennbahnstrasse 29; Tor zum Landhaus 3100 - St. Pölten Tel.: +43 (0)2742/90 05-15575 Mob: +43 (0)676/812 15575 Fax: +43 (0)2742/90 05-15660 E-Mail: [email protected] Web: www.patientenanwalt.com Dr. Martin Gleitsmann, Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit Wiedner Hauptstraße 63A 1045 Wien Tel.: +43 (0)5 90 900 3714 Fax: +43 (0)5 90 900 3588 E-Mail: über Online-Kontaktformular Web: www.wirmachengesundheit.at
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