- 25.01.2010, 13:43:47
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Wirtschaftskammer begrüßt Beatrix Karl als neue Wissenschaftsministerin
Breite Palette an bildungspolitischen Herausforderungen an die neue Ressortchefin
Wien (OTS/PWK055) - Mit der lang erwarteten Entscheidung über
die Ministernachfolge im Wissenschaftsministerium verbindet Michael
Landertshammer von der Wirtschaftkammer Österreich nicht nur
Erleichterung über die nun getroffene Entscheidung sondern eine ganze
Reihe von Erwartungen für die nächsten Monate. "Viel Zeit zur
Einarbeitung wird Beatrix Karl wohl kaum bleiben, denn die
anstehenden Herausforderungen an das österreichische Hochschulsystem
müssen dringend angegangen werden. Für die neue Ministerin ist es
sicher von Vorteil, dass sie als Kennerin des Universitätswesens und
VP-Wissenschaftssprecherin mit dem Ressort bereits vertraut ist".
Landertshammer weiß aber auch um die vielen Baustellen, wobei für ihn
die jüngsten Studentenproteste nur die Spitze eines Eisberges
darstellen.
Eine aus Sicht der Wirtschaft maßgebliche Herausforderung stellt
die Notwendigkeit effizienter und qualitativ hochwertiger
Studienangebote gerade im Bereich der Technik und Naturwissenschaften
dar. Die Wirtschaft als maßgeblicher Abnehmer der hochschulischen
Leistungen in Forschung und Lehreerwarte sich ein Hochschulsystem,
das nicht nur den Bedürfnissen der Studierenden entspricht, sondern
auch dem, was in Wirtschaft und Gesellschaft gebraucht wird.
"Hochschulpolitische Mogelpackungen, also Hochschulstudien, die nur
unzureichende Bezüge zur Berufs- und Wirtschaftswelt aufweisen, seien
in keinem Fall zielführend. "Eine bedarfsorientierte
Studienangebotsplanung bedeutet nicht, dass Studienrichtungen allein
mit den Neigungen der Studierenden korrespondieren, sondern es muss
auch um die Studiereignung und um die real bestehenden beruflichen
Möglichkeiten für Hochschulabsolventen gehen."
Für Landertshammer ist dabei klar, dass es ohne ein durchgehendes
System regulierbarer Studienzugänge in Verbindung mit einer
Studienplatzbewirtschaftung nicht gehen wird. "Wir brauchen
effiziente Studienangebote, bei denen gewährleistet ist, dass alle
zum Studium zugelassenen Hörer auch in akzeptabler Zeit ihr Studium
abschließen können und dann mit angemessenen Berufsaussichten rechnen
können." Wie dringend ein solches System ist, zeigt sich angesichts
des bereits in wenigen Monaten zu erwartenden Andrangs deutscher
Studierenden an den heimischen Hochschulen. "Solange wir unseren
Notfallparagraphen im Universitätsgesetz erst auf der Grundlage
deutscher Numerus Clausus Regelungen anwenden, müssen wir notwendige
Entscheidungen erst dann treffen, wenn sie zu spät sind" ist
Landertshammer besorgt.
Sorgen bereiten dem Bildungsexperten der WKÖ auch die
Lehrerausbildung, "denn wir stehen gerade vor einem
Generationenwechsel. Rund50 % aller Lehrer werden in den nächsten
Jahren in Pension gehen." In Hinblick auf den Lehrernachwuchs in den
mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern, die für ihn die
Grundlage für den Studienerfolg in vielversprechende
Studienrichtungen sind, fordert Landertshammer die rasche Umsetzung
der Empfehlungen der Expertenkommission für die Lehrerausbildung.
Eine weitere Bewährungsprobe werden die kommenden
Budgetverhandlungen sein, denn der Andrang zum Studium an
Universitäten und Fachhochschulen bleibt ungebrochen und
Landertshammer weist dabei darauf hin, "dass sich die besten
Positionen für Akademiker nicht aus vergleichsweise preiswerten
Lesestudien ergeben, sondern es sich um solche Studien handelt, die
einen hohen technisch apparativen Aufwand, gut ausgestattete
Laboratorien oder anspruchsvolle Computerarbeitsplätze aufweisen."
(us)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Bildungspolitik
Dr. Michael Landertshammer
Tel.: (+43) 0590 900-3573, F:(+43) 0590 900-261
mailto:[email protected]
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