• 19.01.2010, 12:28:04
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Nationaler Aktionsplan für Integration: Positive Ansätze aber es braucht nun dringend konkrete Maßnahmenpläne.

Caritas-Präsident Küberl: "Das Innenministerium hat aus seinen Fehlern gelernt."

Wien (OTS) - Der Prozess des Nationalen Aktionsplanes für
Integration (NAP) hat unter Einbeziehung aller Akteure begonnen und
im engsten Kreise geendet. Die Mitglieder der Steuerungsgruppe haben
vom Endbericht, der nun den Ministerrat passierte, neuerlich aus den
Medien erfahren. Caritas-Präsident Franz Küberl: "Viele Maßnahmen
lesen sich als Ideensammlung des Innenministeriums. Integration ist
aber vor allem eine Querschnittmaterie und muss entsprechend
organisiert werden. Aus meiner Sicht mangelt es an klaren
Verantwortungszuordnungen sowie an daraus ableitbaren Zeit- und
Finanzplänen. 1961 wurden Arbeitskräfte nach Österreich geholt und
dann ist Jahrzehnte im Bereich der Integration nichts passiert. Mit
unverbindlichen Ideenlisten wird sich auch 48 Jahre später wenig
verbessern."

Trotzdem anerkennt der Caritas-Präsident auch die positiven
Signale des Aktionsplanes: "Es scheint, als hätte das
Innenministerium aus dem Schlamassel mit Eberau gelernt", so Küberl.
Angstmache gegenüber Ausländer/innen sei der Integration eben nicht
förderlich. "Das Innenministerium bekennt sich nun klar zur
Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Diskriminierung.
Das ist zu begrüßen und ich wünsche mir, dass hier das
Innenministerium nun aber auch mit gutem Beispiel vorangehen wird",
konkretisiert der Caritas-Präsident.

Die im Aktionsplan definierten Deutschkenntnisse als Voraussetzung
für den Zuzug beleuchtet Küberl kritisch: "Grundsätzlich darf
verlangt werden, dass sich Menschen vor und nach ihrer Zuwanderung um
eine entsprechende Sprachkompetenz bemühen. Dazu braucht es
allerdings auch eine Angebotsstruktur an Kursen und Sprachzentren in
den Drittländern. Solche Kurse müssen leistbar sein. Klar ist auch,
dass in die Sprachkompetenz auch nach der Ankunft in Österreich
intensiv investiert werden muss", unterstreicht der
Caritas-Präsident.

Küberl abschließend: "Ein nächster Schritt in die richtige
Richtung wäre es, die die Integrationsagenden einem eigenen
Integrationsministerium zu übertragen. Derzeit überwiegt die
Sicherheitsbrille. Es gilt Integration aber vor allem als Chance für
die Zukunft zu gestalten."

Rückfragehinweis:
Silke Ruprechtsberger, Caritas Österreich-Kommunikation
Tel: 01/488 31 -417, bzw. 0664/82 66 909

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/61

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