- 15.01.2010, 12:46:44
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Caritas stellt neue Kampagne "Zero Poverty" vor
Einladung der 48 europaweiten Caritas-Organisationen an alle Menschen, aktiv zu werden und die Bekämpfung der Armut selbst in Angriff zu nehmen
Wien (OTS) - "Auch, wenn sie vielleicht nicht überall auf den
ersten Blick sichtbar ist: Armut existiert auch in Europa und sie
bedeutet für viele Menschen einen täglichen Kampf ums Überleben",
sagt Caritas-Präsident Franz Küberl bei der Präsentation der
europaweiten Caritas-Kampagne "Zero Poverty". Dass die Europäische
Union 2010 zum "Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung" erklärt
habe, sei "ein wichtiges Zeichen gerade in Zeiten der
Wirtschaftskrise".
"Null Armut" als Vision
"Als Caritas sind wir überzeugt: Jeder Mensch, der in Armut leben
muss, ist einer zuviel. Deshalb bitten wir im Europäischen Jahr der
Armutsbekämpfung mit Zero Poverty Frauen, und Männer Jugendliche und
Kinder in Europa und weltweit, sich für Menschen in Not zu
engagieren", betont Caritas-Generalsekretär Bernd Wachter. "Denn
unsere Vision ist: Zero Poverty - Null Armut. Niemand soll aufgrund
ungerechter Zustände in Not leben müssen", so Wachter.
"Zero Poverty" (www.zeropoverty.at) ist eine Einladung der 48
europaweiten Caritas-Organisationen an alle Menschen, die Bekämpfung
der Armut selbst in Angriff zu nehmen und in ihrem Alltag aktiv zu
werden. Wachter: "Wir bitten die Menschen auch darum, unsere
europaweite Petition zu unterschreiben, die wir den mit Sozialthemen
betrauten EU-Institutionen vorlegen werden."
Jeder Sechste in der EU lebt in Armut
Die Zahlen des europäischen statistischen Zentralamtes sprechen
eine deutliche Sprache: Insgesamt 17% der EU-Bevölkerung (EU-27)
leben unter der Armutsgrenze. Das sind 84 Millionen Bürgerinnen und
Bürger, die nicht genügend Mittel haben, um sich ihre grundlegendsten
Bedürfnisse erfüllen zu können.
"Das größte Armutsrisiko tragen Kinder, alte Menschen,
Migrantinnen und Migranten, Angehörige der Roma-Minderheit und
Menschen ohne Arbeit", erklärt Küberl. Jedes fünfte Kind (0-17 Jahre)
in der Europäischen Union ist von Armut bedroht oder lebt in Armut.
Der Caritas-Präsident fordert deshalb neben der Einführung einer
Steuer auf Finanztransaktionen zur Armutsbekämpfung auch, "dass für
jedes Kind staatliche Zahlungen gewährleistet werden, ungeachtet des
Status seiner Eltern." Auch für Minderheiten wie die Roma oder auch
Migrantinnen brauche es eine Europapolitik, "die diese nicht zu
Almosenempfängern macht, sondern sie integriert und ihre
gesellschaftliche Teilhabe fördert anstatt sie auszugrenzen."
Für Österreich fordert Caritas-Generalsekretär Wachter einen
"Maßnahmenmix, der rasch und beherzt umgesetzt wird, um die Menschen
aus den Klauen der Armut zu befreien". Wachter: "Dazu gehören die
rasche Einführung der bedarfsorientierten Mindestsicherung, das
Schaffen einer einzigen Anlaufstelle für Sozialleistungen, um den
unwürdigen Sozialparcours zu beenden und Investitionen in
Armutsprävention, beispielweise im Bildungsbereich."
Rückfragehinweis:
Silke Ruprechtsberger, Caritas Österreich-Kommunikation
Tel: 01/488 31-417 bzw. 0664/82 66 909
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/61
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