• 15.01.2010, 11:06:23
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Spitäler: Ärztinnen auf dem Vormarsch

Medizinernachwuchs überwiegend weiblich - flexiblere Arbeitsmodelle zukünftig nötig - gläserne Decke aufbrechen

Wien (OTS) - Immer mehr Frauen entscheiden sich für den Arztberuf.
Beim Medizinstudium ist der Anteil der Studentinnen von unter 50
Prozent in den 80er Jahren auf zuletzt 60 Prozent gestiegen. Laut
Aussage des Spitalsärztechefs und Vizepräsidenten der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, betrage der
weibliche Anteil auch bei der praktischen ärztlichen Turnusausbildung
mittlerweile über 60 Prozent. Die "Femininisierung einer
vermeintlichen Männerdomäne" ist für Mayer durchaus begrüßenswert.
Doch müsse man dieser Entwicklung mit flexibleren Arbeitsmodellen
begegnen, um damit den spitalsärztlichen Beruf besser mit
"frauenspezifischen Anforderungen" wie Familie und Kindern zu
vereinbaren, so der Bundesobmann der Spitalsärztinnen und -ärzte
Freitag in einer Aussendung.

Frauen hätten gegenüber ihren männlichen Kollegen oft ausgeprägtere
"Soft Skills", die sie für den Arztberuf besonders qualifizieren.
Mayer: "Sie zeigen beispielsweise meist mehr Einfühlungsvermögen und
Geduld. Ärztinnen hören besser zu und stellen mehr Fragen. Auch
beachten sie psychosoziale Zusammenhänge stärker als ihre männlichen
Kollegen."

Der Trend, dass immer mehr junge Frauen den Arztberuf ergreifen
möchten, wird sich nach seriösen Prognosen in Zukunft noch
verstärken. Wichtig werde dann auch, dass sich "Ärztin und Mutter
sein" nicht gegenseitig ausschließt. Dazu Mayer: "Hier brauchen wir
im Spital Arbeitszeiten, die flexibel auf die verschiedenen
Lebensabschnitte Rücksicht nehmen. Je nach Alter sollte es möglich
sein, eine zeitlang halbtags oder Vollzeit arbeiten zu können - mit
dafür geeigneten Einkommensmodellen." Flexible Arbeitsplätze,
flexible Arbeitszeitmodelle, mehr Teilzeitausbildungsstellen und mehr
Kinderbetreuungsplätze seien wünschenswert.

Nach wie vor schwierig ist es für Spitalsärztinnen, in
Spitzenpositionen aufzusteigen. Von den 14.132 Spitalsärzten sind
6.861 Frauen. Damit ist knapp die Hälfte der Spitalsärzteschaft
weiblich, jedoch ist nur jede Zehnte davon eine Primaria. Wenig
Frauen gibt es vor allem in operativen Fächer, in der Chirurgie und
der Urologie. Seitens der Ärztekammer sei man bestrebt, dies zu
verbessern. Aber auch die Spitalsträger seien angehalten, mit
entsprechenden Förderungsprogrammen und Ausbildungsangeboten die
vermeintliche "gläserne Decke" aufzubrechen, so Mayer. (jg)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Mail: [email protected]

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/162

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