- 14.01.2010, 10:50:47
- /
- OTS0079 OTW0079
Industrie: FTI-Strategie ist einzigartige Chance für den Innovationsstandort
IV-GS Beyrer: Innovation in Topliga führen - Dynamik bei F&E fortsetzen - Forschungsprämie erhöhen - Kircher-Kohl: Bildungsbereich reformieren - Nachwuchssicherung in NWT
Wien (OTS/PdI) - "Derzeit liegen wir als Innovationsstandort im
europäischen Vergleich knapp hinter den fünf Innovation Leader an 6.
Position. Aus Sicht der Industrie muss es gelingen, Österreich in die
weltweite Spitzen-Liga der Innovationsperformer zu führen. Die
Industrie begrüßt die Ausarbeitung einer umfangreichen und
verbindlichen Forschungs-, Technologie- und Innovations- (FTI)
Gesamtstrategie für Österreich und erwartet, dass durch diese
Strategie die notwendigen Impulse ausgelöst werden, die unser Land in
seiner zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit stärken und damit auch den
Wohlstand, die Beschäftigung und das Wachstum der Zukunft schaffen",
betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag.
Markus Beyrer anlässlich einer Pressekonferenz, heute, Donnerstag.
Die Industrie habe daher unter Vorsitz von Mag. Monika
Kircher-Kohl, Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies AG, eine
High-Level-Group eingerichtet, in der die forschungsintensiven
Unternehmen in Österreich vertreten sind. Die beteiligten
Unternehmen, die mehr als 50 Prozent der privaten F&E-Aufwendungen in
Österreich tragen, haben gemeinsam die Prioritäten einer umfassenden
FTI-Strategie ausgearbeitet.
"Trotz der Wirtschaftskrise, die Österreich bekanntermaßen
deutlich getroffen hat, arbeiten Österreichs Leitbetriebe daran,
ihren Innovationskurs zu halten. Laut einer Studie des
Industriewissenschaftlichen Institutes (IWI) im Auftrag der IV vom
Dezember 2009 wurden allein durch die 29 größten internationalen
Leitbetriebe in Österreich F&E-Ausgaben in der Höhe von 2,8 Mrd. Euro
im Jahr 2008 getätigt", so der IV-Generalsekretär.
Weiterführung der Forschungs- und Innovationsdynamik
"Um eine Fortsetzung der Dynamik der vergangenen Jahre im
Forschungs- und Innovationsbereich zu gewährleisten braucht es ein
klares Commitment. Als Vision, den Wachstumspfad fortzusetzen,
sollten vier Prozent des BIP bis 2020 angestrebt werden, jedoch mit
einem stärkeren Fokus auf Outputfaktoren", betonte Beyrer.
Dafür sei es notwendig, eine "Front-Running-Rolle" einzunehmen, was
aber bedeute, dass die Politik hoch innovative neue Prozesse,
Strukturen und Instrumente entwickeln müsse, die das gesamte
Innovationssystem stärken. Die Einführung einer verbesserten,
modernen Governance, die Schaffung von kritischen Massen bei
Programmen und eine Verbesserung im Bereich der Effektivität der
eingesetzten Mittel seien in diesem Zusammenhang ein wichtiger
Schritt nach vorne, so Beyrer.
Erweiterter Innovationsbegriff - Produktionskapazitäten
aufbauen
Künftiger Wohlstand und Beschäftigung können nur erhalten werden,
wenn auch zukünftig Produktion in Österreich in nennenswertem Ausmaß
vorhanden ist. Leitbetriebe und ihre intensive Vernetzung mit kleinen
und mittleren Unternehmen spielen dabei eine zentrale Rolle. Die
FTI-Strategie sollte daher ein Bekenntnis beinhalten,
Produktionskapazitäten in Österreich zu erhalten und aufzubauen. Dies
erfordere einen deutlich erweiterten Innovationsbegriff und damit
unter anderem, dass neben Produktinnovationen verstärkt auch
Prozessinnovationen und Innovationen von Geschäftsmodellen im Fokus
von Politikmaßnahmen und Förderungen stehen, betonte Beyrer.
Stärkung der direkten und indirekten Forschungsförderung
Beyrer: "Die Finanzierung ist ein Schlüsselelement der Strategie.
Die Systemevaluierung zeigt, dass ein Fördermix zwischen indirekter
steuerlicher, direkter bottom up und direkter top down Förderung die
besten Ergebnisse erzielt." Besonders hervorzuheben sei die Bedeutung
der indirekten steuerlichen Forschungsförderung, nicht zuletzt für
den konzerninternen Standortwettbewerb, der in Krisenzeiten noch
zunimmt. Die Hebelwirkung dieser Investitionen sei enorm, betonte der
IV-Generalsekretär, der auf die neuesten Berechnungen des IWI
verwies, wonach 1 Mio. Euro Förderung
- 132 zusätzliche hochqualifizierte Beschäftigte in der Industrie
schaffe.
- Weiters bringe 1 Mio. Euro an Forschungsprämie 9 Mio. Euro an
Wertschöpfung und
- zusätzliche 3 Mio. Euro an Steuern und Abgaben, davon 1,55 Mio.
Euro an Bundessteuern.
"Die Industrie fordert daher die Erhöhung der Forschungsprämie von 8
auf 12 Prozent, um die Dynamik im F&E-Bereich zu intensivieren",
sagte der IV-Generalsekretär.
Bildung als Schlüsselbereich
"Es bedarf maßgeblicher Reformen im Bildungsbereich, von der
vorschulischen Erziehung, der Schule, über den tertiären
Bildungssektor bis hin zur betrieblichen Aus- und Weiterbildung und
der Attraktivierung von naturwissenschaftlichen und technischen
Bildungsangeboten", betonte die Vorsitzende der High-Level-Group und
Geschäftsführerin der Infineon Techologies AG, Mag. Monika
Kircher-Kohl. Der Mensch müsse weiterhin im Mittelpunkt stehen,
Kreativität und kritisches Denken gefördert und die Begeisterung der
Jugend für Technik gesteigert werden. Migration und Integration
sollten schwerpunktmäßig behandelt, ebenso die
Organisationsstrukturen modernen Gegebenheiten angepasst werden. Ein
wichtiges Instrument sei zudem die Etablierung einer professionellen
Berufsorientierung.
"Die notwendigen Reformen im Schulbereich und eine
outputorientierte und wettbewerbsfähige Hochschulpolitik sind
besonders hervorzuheben", so Kircher-Kohl. Ebenso sei
sicherzustellen, dass die Ergebnisse der FTI-Strategie und die
Ergebnisse des parallel laufenden Hochschuldialogs zusammengeführt
würden.
Herausforderung naturwissenschaftlicher und technischer
Nachwuchs (NWT)
"Wir wissen aus einer Reihe von Unternehmensbefragungen, dass die
heimische Industrie bereits vor der Krise mit einem dramatischen
Mangel an Diplomingenieurinnen und -ingenieuren industrienaher
Disziplinen zu kämpfen hatte. Langfristig dürfte sich an der
steigenden Qualifikationsnachfrage im Bereich F&E nichts ändern",
betonte Kircher-Kohl.
Die Herausforderungen der Nachwuchssicherung in NWT in Österreich
seien breit gefächert. Zentral sei die Nachwuchssicherung von "innen"
- durch die Ausbildung einer ausreichenden Zahl an hochqualifizierten
Absolventinnen und Absolventen. Gleichzeitig müsse Österreich seien
Attraktivität nach "außen" als Arbeitsplatz für internationale
Spitzenkräfte weiter ausbauen, um im zunehmenden globalen Wettbewerb
um die größten Talente bestehen zu können.
Die 5 entscheidenden Handlungsfelder der Nachwuchssicherung in NWT
sind die Steigerung des Innovationsbewusstseins der Gesellschaft; die
Innovierung des Bildungssystems (Kindergarten, Schule, Hochschulen);
die stärkere Einbeziehung von Frauen in Naturwissenschaften und
Technik; die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Forschungs- und
Innovationsberufe und die Erhöhung der Mobilität und Forcierung des
qualifizierten Zuzuges, so Kircher-Kohl abschließend.
Rückfragehinweis:
IV-Newsroom
Tel.: +43 (1) 711 35-2306
mailto:[email protected]
www.iv-net.at/medien
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/112
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NPI






