OTS0180 / 13.01.2010 / 13:01 / Channel: Politik / Aussender: UG - Unabhängige GewerkschafterInnen im ÖGB
Stichworte: BAGS-KV / Gewerkschaften / Protest / Soziale Arbeit / Soziales / UG


AUGE/UG und KIV/UG zu BAGS-KV Protesttag: "Soziale Arbeit ist 'mehr wert' - und bringt hohen gesellschaftlichen Mehrwert!"

Utl.: Unabhängige GewerkschafterInnen in GPA-DJP und GdG: Beschäftigte im Sozial- und Gesundheitsbereich werden nicht Zeche für eine Krise zahlen, für die sie nichts können! =


   Wien (OTS) -    "Die Rahmenbedingungen unter denen die
Beschäftigten in Sozial-, Pflege- und Gesundheitsberufen arbeiten
müssen, werden zunehmend unzumutbar. Der berufliche Alltag ist von
hoher psychischer und physischer Belastung, personeller
Unterbesetzung, prekären Beschäftigungsverhältnissen und steigenden
Burn-Out-Raten geprägt. Die finanzielle Situation vieler Vereine im
Sozialbereich war immer schon knapp. Nun droht sich die öffentliche
Hand noch weiter aus der Finanzierung sozialer Dienstleistungen zu
verabschieden, die Wirtschaftskrise bietet dafür eine willkommene
Ausrede. Entsprechend sind die von Arbeitgeberseite angebotenen
Lohnerhöhungen für Beschäftigte in den Sozial- und Gesundheitsberufen
schlichtweg eine Zumutung und können nur als Provokation bezeichnet
werden. Der morgige Protesttag der Beschäftigten aus dem Gesundheits-
und Sozialbereich ist ein ohnehin längst überfällig und klares
Zeichen dafür, dass es tatsächlich reicht," ruft Stefan Taibl,
Betriebsratsvorsitzender der Psychosoziale Zentren GmbH und
Arbeiterkammerrat der AUGE/UG - Alternative und Grüne
GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen in der
niederösterreichischen Arbeiterkammer zum morgigen GPA-DJP und vida
Protesttag auf.
   "Soziale Arbeit ist nicht nur 'mehr wert', sondern bringt auch
einen hohen gesellschaftlichen Mehrwert," führt Taibl,  einer der
AUGE/UG-VertreterInnen im Wirtschaftsbereich für Gesundheits- und
Sozialbereiche in der GPA-DJP weiter aus. "Eine jüngst
veröffentlichte britische Studie schätzt den gesellschaftlichen
Wohlstand, der von jedem Pfund an Einkommen für Beschäftigte in den
Bereichen Kinderbetreuung ausgeht, auf 7 bis 9 Pfund. Dieses
exemplarische Ergebnis kann durchaus auf andere Berufe im Sozial-,
Betreuungs- und Gesundheitsbereich und auch auf Österreich umgelegt
werden." Der Rechnungshof bestätigt beispielsweise für
Arbeitsrehabilitationsprojekte nicht nur Kostenneutralität, sondern
auch einen zusätzlichen volkswirtschaftlichen Wohlfahrtsgewinn. 
"Ohne entsprechende soziale Einrichtungen und Betreuung könnten bspw.
viele Menschen - vor allem Frauen - keinem Erwerbsberuf nachgehen.
Die volkswirtschaftliche Bedeutung des sozialen Sektors ist also
hoch. Der soziale Sektor ist jedenfalls mindestens ebenso
'systemrelevant' wie so manche Bank, für deren Rettung hunderte
Millionen an Euro bereit gestellt werden. Gelder, die für den
gesellschafts- wie wirtschaftspolitischen Sozial- und
Gesundheitsbereich,  wo es von vorne bis hinten kracht und wo es -
etwa in der Pflege - dringenden Aufholbedarf gibt, nicht ausgegeben
werden. Auf Konjukturpakete Gesundheit, Pflege, Soziales warten wir
bislang vergeblich. Da werden politisch vollkommen falsche
Prioritäten gesetzt," kritisiert Taibl.
   Solidarität und Aufruf zum Protest kommt auch von den Unabhängigen
GewerkschafterInnen aus  dem öffentlichen Sektor. Andreas Richter, 
Zentralbetriebsratsvorsitzender der KIV/UG - Konsequente
Interessensvertretung/Unabhängige GewerkschafterInnen im Fonds
Soziales Wien: "Auch die Kommunen, auch die Gemeinde Wien, ist
hinsichtlich der Finanzierung kommunaler Sozialleistungen
offensichtlich auf 'Geiz ist Geil' Kurs. Der personelle Notstand im
kommunalen Jugend-, Kinderbetreuungs- und Sozialbereich ist längstens
bekannt und hat bereits zu heftigen Protesten geführt. Die
Arbeitsbedingungen werden angesichts wachsender sozialer Probleme,
nicht erst im Zuge der Krise, immer unerträglicher. Die Beschäftigten
im Sozialbereich - egal ob im privat oder kommunal organisierten -
sind jedenfalls nicht bereit, die Zeche für eine Krise, für die sie
nicht verantwortlich sind, und die sie tagtäglich in ihrer sozialen
Arbeit vor Ort mit den von Armut und sozialem Abstieg bedrohten
KlientInnen hautnah erleben, zu tragen. Es braucht daher jetzt einen
gemeinsamen, breiten Widerstand gegen den drohenden Rückzug der
öffentlichen Hand aus der Finanzierung sozialer Dienste. Der morgige
Tag ist eine Gelegenheit dazu," schließt Richter.
Rückfragehinweis:
   Stefan Taibl, BR Vorsitzender Psychosoziale Zentren GmbH, AUGE/UG Arbeiterkammerrat in Niederösterreich, Tel: 0699/166 18 572
   Andreas Richter, Zentralbetriebsratsvorsitzender Fonds Soziales Wien, KIV/UG, Tel: 0664/472 38 03
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