- 12.01.2010, 11:33:17
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WIFI leistet Beitrag zur Integration von Zuwanderern
Pilotprogramm "WIP komplett" mit Wirtschaftssprache Deutsch und interkulturellem Lernen startet in Wien
Wien (OTS/PWK012) - Jährlich lassen sich 35.000
Drittstaatsangehörige in Österreich nieder, ein Großteil davon aus
der Türkei und Ex-Jugoslawien. "Unsere Wirtschaft braucht gut
integrierte Zuwanderer. Aufgrund des demografischen Wandels würde
ohne sie die Zahl der Bürger/innen im erwerbsfähigen Alter bereits
heute sinken. Allein in Wien wird rund ein Viertel der
Einzelunternehmen von Migranten geführt. Sie bereichern das Angebot
in unserer Stadt und sorgen wesentlich für soziale Stabilität",
betont Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien.
Vorhandene Qualifikationen besser nutzen
Der Bedarf für unterstützende Integrationsangebote speziell für
Menschen aus den traditionellen Zuwanderungsländern Türkei und
Ex-Jugoslawien ist hoch: Aktuelle Zahlen zeigen, dass deren
Potenziale derzeit nur unzureichend erschlossen werden. 39 Prozent
der im Ausland geborenen Arbeitnehmer/innen sind unter ihrem
Qualifikationsniveau beschäftigt - gegenüber 16 Prozent der
österreichischen Staatsbürger/innen. Eine optimale Nutzung von
Ressourcen ist dies nicht. Daher will die Wirtschaftskammer
insbesondere mit diesem WIFI-Bildungsangebot aktiv gegensteuern.
Lehrgangsstart in Wien
In Wien ist der Anteil der Zugewanderten aus der Türkei und
Ex-Jugoslawien an der Bevölkerung im Vergleich zu den anderen
Bundesländern am höchsten: Laut KMU-Forschung Austria stammen bis zu
30 Prozent der Wiener Wohnbevölkerung in erster oder zweiter
Generation aus Ost- oder Südosteuropa. "Als Weiterbildungsinstitut
der Wirtschaft wollen wir diesen Zuwanderern jene Qualifikationen
mitgeben, die sie für eine gelungene Integration brauchen", betont
WIFI Österreich-Weiterbildungsleiter Mag. Hannes Knett. Daher startet
das WIFI Österreich den neuen Lehrgang zunächst in Wien. Die ersten
Kurse beginnen im März 2010. In weiterer Folge ist eine Ausweitung
des Angebots auf ganz Österreich geplant.
Der neue Lehrgang "WIP komplett" baut auf vorhandenen
Sprachkenntnissen und Fertigkeiten auf und stärkt mit praktischen
Übungen und Betriebsbesuchen die Selbstsicherheit. Ziel ist, den
Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu
erleichtern oder sie beim beruflichen Um- bzw. Aufstieg zu
unterstützen. "Dieser Lehrgang füllt durch die starke
Praxisorientierung und enge Einbindung der Wirtschaft eine Lücke im
Bildungsangebot für Migrant(inn)en. Ein vergleichbares Angebot gibt
es derzeit in Österreich nicht", ergänzt Knett.
Drei Module für berufliche und gesellschaftliche Integration
"WIP komplett" richtet sich an Drittstaatsangehörige mit der
Erstsprache Türkisch und Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, die bereits
Deutsch-Grundkenntnisse (GER-Niveau A2) haben und hier arbeiten
(wollen). Drei Module werden parallel angeboten, die insgesamt 192
Lehreinheiten umfassen. Jeder Kurs besteht aus Klassen mit bis zu
zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Berufstätige können den
Lehrgang abends besuchen, für Arbeitsuchende steht ein Vormittagskurs
zur Verfügung.
Im ersten Modul lernen die Teilnehmer/innen intensiv die
Wirtschaftssprache Deutsch mit einer teilweisen Unterstützung in der
jeweiligen Erstsprache. Das zweite Modul "Gewusst wie: Leben und
Arbeiten in Österreich" beinhaltet die gemeinsame Diskussion und
Reflexion von sozialen, kulturellen und demokratischen Aspekten des
Lebens in Österreich und der Europäischen Union. Im dritten Modul
wird die Wirtschaftssprache Deutsch durch praktische Übungen,
Betriebsbesuchen, Diskussionen mit Unternehmen, Rollenspielen und
Kleingruppenprojekten angewendet und gefestigt. Die Trainer/innen
kommen aus der türkischen, serbischen, kroatischen und bosnischen
Community in Wien.
Das Ausbildungsprogramm "WIP komplett" wird erstmals durchgeführt
und vom Europäischen Integrationsfonds, dem Bundesministerium für
Inneres, Union of European Turkish Democrats Austria, ATIB (Türkisch
Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in
Österreich), vom Dachverband für serbische Vereine in Wien, LINE IN
(Interkultureller Verein für Kunst und Kultur, Bosnien, Kroatien,
Serbien) und dem Phönix Institut (Verband Friede und Zamangruppe)
unterstützt und mitgetragen. Es gibt Individualförderungen, u.a. das
Weiterbildungskonto des WAFF, durch die die Kurskosten reduziert
werden können. Detaillierte Informationen dazu erhalten Interessierte
bei den kostenlosen Informationsabenden und im Kundenservice im WIFI
Wien oder unter www.wifiwien.at/foerderungen (us)
Die WIFIs
Die WIFIs - Wirtschaftsförderungsinstitute der Wirtschaftskammern
- sind mit einem Marktanteil von 20 Prozent der größte Anbieter für
berufliche Aus- und Weiterbildung in Österreich. Pro Jahr besuchen
300.000 Kundinnen und Kunden 25.000 Kurse und Seminare. Aktuell sind
für die WIFIs 12.000 Trainer/innen im Einsatz. Seit mehr als 60
Jahren ist das WIFI kompetenter Partner der österreichischen
Wirtschaft mit neun Landesinstituten und 80 Außenstellen. Praktisches
Know-how "made in Austria" bietet das WIFI auch in immer mehr Ländern
Ost- und Südosteuropas an und begleitet international expandierende
Unternehmen mit WIFI-Niederlassungen in Bulgarien, Kroatien, Polen,
Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn.
Rückfragehinweis:
WIFI Österreich - Public Relations: Mag. Britta Kleinfercher Tel: 05 90 900-3600, eMail: [email protected] Wirtschaftskammer Wien - Pressestelle: Dr. Gary Pippan Tel: 01 514 50-1320, eMail: [email protected]
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/240
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