• 31.12.2009, 11:26:42
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Schönborn für Solidarität zur Überwindung der Krisen

Sorge über die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise - Wiener Erzbischof in seiner TV-Silvesteransprache: "Dort, wo die Hoffnung ist, dort gibt es auch eine Zukunft" - Achtung Sperrfrist, Donnerstag, 31. Dezember, 20 Uhr

Wien, 31.12.2009 (KAP) Wien, 31.12.09 (KAP) Für solidarische
Anstrengungen zur Überwindung der Finanz-, Wirtschafts- und
Umweltkrise ist Kardinal Christoph Schönborn in seiner
Silvesteransprache im ORF-Fernsehen eingetreten. Die Ansprache wurde
an der Pforte des Wiener Franziskanerklosters aufgenommen, eine
erste Adresse für jene Menschen, die an den Rand gedrängt sind. Der
Aufnahmeort wurde bewusst im Hinblick auf den Beginn des
"Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer
Ausgrenzung" gewählt.

Im Wortlaut sagte Kardinal Schönborn: "Ich spreche zu Ihnen heute
aus der Pforte des Wiener Franziskanerklosters. Hier an dieser
Pforte bekommen täglich arme Menschen Brot und Suppe. Die Zahl der
Menschen in unserem Land, die unter die Armutsgrenze gesunken sind,
hat stark zugenommen. Die Caritas meldet uns, dass immer mehr
Menschen kommen, um Hilfe zu suchen. Nun kann man sagen, vielleicht
haben die Menschen es selber verschuldet -durch schlechtes
Wirtschaften sind sie in die Schuldenfalle geraten. Die Tatsachen
sind anders. Immer mehr Menschen in unserem Land bekommen die
Wirtschafts- und Finanzkrise zu spüren. Sie rutschen unter die
Armutsgrenze und haben wirklich zu wenig für das tägliche Leben.

Schlimmes ist in unserem Land passiert - nicht nur weltweit mit der
Wirtschafts- und Finanzkrise, sondern auch in unserem Land. Es
wurden Unsummen verspekuliert, leichtfertig durch politischen und
wirtschaftlichen Leichtsinn verspielt. Der Staat musste einspringen,
und das wird uns allen in den kommenden Jahren als Last zu spüren
sein.

Ein Gefühl der Ohnmacht befällt viele Menschen. Die Klimakonferenz
von Kopenhagen hat praktisch kein Ergebnis gebracht. In was für eine
Zukunft gehen wir? Umweltkatastrophen, finanzielle, wirtschaftliche
Schwierigkeiten.

Der Glaube gibt uns trotzdem Hoffnung. Was können wir tun? Wir
müssen nicht einfach zuschauen. Wir können einander helfen. Wir
können miteinander solidarisch sein. Es ist Zeit, dass wir nicht
wegschauen von der Not des Nächsten, denn sie kann auch uns treffen.
Und wir dürfen darauf vertrauen: Dort, wo die Hoffnung ist, dort
gibt es auch eine Zukunft. Ich lade Sie alle ein, im kommenden Jahr
nicht die Hände in den Schoß zu legen, sondern zuversichtlich
aufeinander zuzugehen, miteinander solidarisch zu sein und auf Gott
zu vertrauen, der uns auch in Zukunft, in einer schwierigeren
Zukunft, sicher nicht verlassen wird".

(forts)
nnnn

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/510

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