- 23.12.2009, 10:42:33
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SportwissenschafterInnen sollen Kranke behandeln: Die angeordnete PatientenInnengefährdung
Wien (OTS) - Der wachsenden Schar von SportwissenschafterInnen
geht scheinbar die Arbeit aus. Daher wollen sie künftig auch
PatientInnen nach Schlaganfällen und Herzinfarkten oder mit
chronischen Lungenerkrankungen behandeln. Obwohl sie dazu weder
befugt, noch ausgebildet sind, denkt man im Gesundheitsministerium
ernsthaft über eine Verordnung dieser Gefährdung von PatientInnen
nach.
Konkret geht es um den Bereich der so genannten "Medizinischen
Trainingstherapie". Bei zahlreichen schweren Erkrankungen wie z.B.
Herz-Kreislauf oder Lungenerkrankungen bildet ein spezielles
körperliches Training einen fixen Bestandteil der Rehabilitation und
Behandlung. Im Gegensatz zu Sport- und Wellness-orientierten
Trainingsprogrammen, ist die medizinische Trainingstherapie eine
aufgrund medizinischer Indikationen ärztlich verordnete
Behand-lungsform mit definierten Therapiezielen.
Ihre Durchführung ist, wie alle anderen Krankenbehandlungen auch,
per Gesetz Gesundheitsberufen mit umfassender medizinischer
Ausbildung vorbehalten. Und das aus gutem Grund: Diese
Behandlungsform erfordert ein breites Wissen über die verschiedenen
Erkrankungen, deren Symptome und Verläufe, Wechselwirkungen mit
parallel laufenden Therapien, etc.
Die TherapeutInnen müssen imstande sein, vegetative Entgleisungen,
Entgleisung des Elektrolythaushaltes, Unterzuckerung bei
Diabetes-PatientInnen, Bluthochdruckkrisen, usw. während des
Trainings zu erkennen und oft sehr schnell entsprechend darauf zu
reagieren.
"Das ist mit einer Ausbildung zum Sportwissenschafter nicht
möglich", warnt Physio Austria-Präsidentin Silvia
Mériaux-Kratochvila: Pathologie kommt in dieser Ausbildung gar nicht
vor.
Es wäre absurd, so Mériaux-Kratochvila, wenn zur Steigerung der
Qualität im Gesundheitswesen eigene Institute, Disease Management
Programme, Fehler-meldesysteme usw. installiert werden, und dann per
Gesetz das Behandlungsrisiko für PatientInnen erhöht wird.
Es ist daher nicht nachvollziehbar, warum sich auch manche
ÄrztInnen und Rehabilitationsanstalten für eine Erweiterung der
Befugnisse von SportwissenschafterInnen aussprechen und damit auf
therapeutische Kompetenz verzichten.
Rückfragehinweis:
Physio Austria T: +43 (0)1 587 99 51-0 E: [email protected] RHIZOM PR T: 02230/2791 M: 0664/103 54 21 E: [email protected]
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