OTS0051 / 19.12.2009 / 12:44 / Channel: Chronik / Aussender: Greenpeace
Stichworte: Dänemark / EU / Energie / Gipfel / Greenpeace / Klima / Reaktionen / UNO / Umwelt


Greenpeace: Klimakonferenz in Kopenhagen gescheitert

Utl.: Unverbindliches "Ergebnis" eignet sich nicht einmal zum Schönreden =


   Kopenhagen/Wien (OTS) - Für die Umweltschutzorganisation
Greenpeace ist die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen nach derzeitigem
Stand zur Gänze gescheitert. "Angesichts all der existenziell
betroffenen Menschen in den Entwicklungsländern, die den Auswirkungen
des Klimawandels auch weiterhin hilflos ausgesetzt sein werden, ist
diese Ergebnis wirklich erschütternd und eine beschämende Niederlage
für die verantwortlichen Entscheidungsträger", sagt
Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl. Für Greenpeace haben sich vor
allem die Industriestaaten das Scheitern der Klima-konferenz
zuzuschreiben - allen voran die USA und die Europäische Union selbst.
   Der in einer Nacht- und Nebelaktion vorgelegte Minimal-Kompromiss,
der von den USA angepeilt wurde, konnte im großen Abschlussplenum der
Konferenz allerdings nicht mehr durchgebracht werden. Damit gilt er
nicht einmal als beschlossen, sondern zum jetzigen Zeitpunkt nur als
zur Kenntnis genommen.
   Mit dieser unverbindlichen politischen Vereinbarung fällt die
Klimakonferenz weit hinter ihre eigenen Ansprüche und die
tatsächlichen Klimaschutz-Notwendigkeiten zurück. Über die
dramatische Klimakrise hinaus wird zudem eine immer stärkere
Politik-Krise sichtbar: Die Vollversammlung von Staats- und
Regierungsschefs war nicht in der Lage, dem gravierendsten globalen
Problem auch nur in Ansätzen gerecht zu werden. "Menschen sterben,
ganze Landstriche werden unbewohnbar, die Wissenschaft warnt ohne
Ende, und die Politik blamiert sich mit wertlosen Scheinabkommen
dennoch bis auf die Knochen", kommentiert
Greenpeace-Konferenzteilnehmer Bernhard Obermayer das Kopenhagener
Ergebnis.
   Selbst wenn die Veranstalter jetzt mit der Lupe nach verkaufbaren
Erfolgen suchen, wird man nichts Beschönigendes finden", fährt
Obermayr fort, "und das bedeutet tatsächlich Scheitern in seiner
reinsten Form." Denn die als Minimal-Konsens kommunizierte Einigung
auf ein Zwei-Grad-Ziel gibt es in Wahrheit spätestens seit dem
G8-Gipfel in L'Aquila vom Sommer des Jahres.
   Bei den zentralen Fragen eines internationalen
Klimaschutz-Abkommens - so etwa die langfristige Finanzierung des
Klimaschutzes in Schwellen- und Entwicklungsländern oder die
Reduktionspfade für den Treibhausgas-Ausstoß - sei man jedoch keinen
einzigen Schritt weitergekommen, lautet die harsche Kritik der
Umweltschutzorganisation Greenpeace.
Rückfragehinweis:
   Niklas Schinerl, Greenpeace-Klimasprecher
   Tel.: +43-664-6126704
   Mag. Bernhard Obermayr, für Greenpeace in Kopenhagen
   Tel.: +43-664-4904986
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0051    2009-12-19/12:44
191244 Dez 09
GRP0001 0328