• 19.12.2009, 12:15:59
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MWST-Senkung in Deutschland setzt Österreichs Tourismus unter Zugzwang

ÖHV: Preisdruck steigt, Investitionen gefährdet

Wien (TP/OTS) - Die deutsche Regierung kontert der Krise, ihre
engagierte Wirtschaftspolitik bietet dem Abschwung Paroli. Zentrales
Augenmerk gilt dem Tourismus. Die Mehrwertsteuersenkung ist ein
finanzpolitisches Meisterstück, sind sich die ÖHV-Präsidenten Peter
Peer und Sepp Schellhorn einig.

Ab 1. Jänner beträgt die Mehrwertsteuer auf Logis in Deutschland
nur mehr 7 statt 19 Prozent, und das gegen alle Unkenrufe auch aus
Österreichs Tourismuspolitik: "Man hat gehofft, dass sich das nicht
ausgeht, dass man nicht reagieren muss. Doch Deutschland hat gut
kalkuliert und verbessert seine Wettbewerbsposition dann, wenn es am
wichtigsten ist. Stellt man die positiven Effekte und die
überzeichneten Befürchtungen gegenüber, überrascht das keinen",
erklären Peter Peer und Sepp Schellhorn, die Präsidenten der
Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Der engagierte Schritt
wirke rasch und rentiere sich mittelfristig, Hierzulande bleibt er
aus.

Österreich im internationalen Vergleich letzter

In einem aktuellen Vergleich der Wirtschaftspolitik von
Österreich, Deutschland und der Schweiz durch das Institut der
deutschen Wirtschaft Köln und Avenir Suisse ging der letzte Platz wie
in den Vorjahren an Österreich, der Abstand zu den Nachbarn wuchs.
Maßnahmen wie die MwSt-Senkung und die ausbleibende Reaktion
hierzulande tragen nicht zur Verbesserung bei. "Internationale
Konzerne richten ihre Standortentscheidungen nach wirtschaftlichen
Kriterien. Diese Rankings helfen uns nicht", erklärt Peer. Im
Tourismus herrscht nach der Schweizer Budgeterhöhung (der ÖW fehlen
inflationsbedingt mittlerweile 10 Mio. Euro) und der MwSt-Senkung in
Deutschland Nachholbedarf. Hier konzentriert sich alles auf Industrie
und Banken. Geringe Nächtigungsrückgänge wahren die Optik, doch
hinter den Vorhängen sieht es anders aus: "Auch wenn die
Buchungssituation besser ist als befürchtet, sind die Einnahmen
deutlich zurückgegangen. Und letztendlich zählen die", so Peer.

3 Mrd. Euro Investitionen und Dienstleistungsbilanz stehen auf dem
Spiel

"Die Einnahmen im Tourismus retten Jahr für Jahr unsere
Dienstleistungsbilanz. Diese Einnahmen sollte man nicht aus Spiel
setzen", so Schellhorn. Einerseits hängt an den Branchenbetrieben ein
Auftragsvolumen von 3 Mrd. Euro pro Jahr. 50 % davon sind einer
ÖHV-Umfrage zufolge gefährdet. Andererseits wandern Tourismusbetriebe
zwar nicht ab, doch wenn die Gäste ausbleiben, ist der Effekt der
gleiche: Die Einnahmen fehlen, die Dienstleistungsbilanz kippt. Die
Senkung der Mehrwertsteuer würde helfen.

Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der
Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie. Das ist der höchste
Mitgliederstand seit der Gründung der ÖHV. Die Bettenkapazität der
ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63% der Betten in der 4-
und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch
ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige
Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund
40.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der
Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio.
Euro.

Weitere Pressemeldungen und Infos finden Sie unter www.oehv.at

Rückfragehinweis:

Österreichische Hoteliervereinigung
   Hofburg, 1010 Wien 
   Kontakt: Peter Peer, ÖHV-Präsident (Stadthotellerie)
   M/Gallery, Novotel und Mercure Österreich, Wien
   Tel.: 01 / 599 01-550
   Sepp Schellhorn, ÖHV-Präsident (Ferienhotellerie)
   Hotel "Der Seehof", Goldegg
   Tel.: 06415 / 8137
   Email: [email protected], www.oehv.at

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