- 19.12.2009, 10:12:23
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Grüne zu Kopenhagen: Abkommen wäre schwerer Rückschlag für Klimaschutz
Brunner: Scharfe Kritik an Faymanns Lob für Ergebnis der Klimakonferenz
Wien (OTS) - "Das derzeit vorliegende Abkommen ist eine
Katastrophe für den Klimaschutz. Das von einigen Regierungschefs
ausverhandelte und dem Plenum vorgelegte Ergebnis übertrifft die
schlimmsten Befürchtungen. Es ist eine unverbindliche
Absichtserklärung ohne Ziele. Damit kann die Klimaerwärmung nicht
gestoppt werden. Vollkommen unverständlich ist, wie Bundeskanzler
Faymann von einem 'Schritt vorwärts' sprechen kann", stellt
Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen, die noch in
Kopenhagen ist, fest. "Faymann hat offenbar den Ernst der Lage immer
noch nicht begriffen und betreibt unerträgliche Schönfärberei."
Das vorgelegte Abkommen der Regierungschefs ist völlig ambitionslos:
Zwar ist darin ein Bekenntnis zum 2 Grad-Ziel enthalten, aber keine
verbindlichen Reduktionsziele. Sogar das langfristige Ziel von 50%
CO2-Einsparung bis 2050, das bis jetzt noch relativ hohe Zustimmung
gefunden hatte, ist aus dem Abkommen gestrichen worden. Noch dazu ist
das Abkommen nicht rechtlich verbindlich. "Viele hatten große und
berechtigte Hoffnungen in diese Konferenz. Dieses Ergebnis ist
einfach eine riesengroße Enttäuschung", so Brunner
Gescheitert ist der Klimagipfel letztlich aufgrund von Uneinigkeiten
zwischen den USA und China über das Monitoring bei den Geldern für
die Entwicklungsländer. "Aber auch die EU und damit Bundeskanzler
Faymann muss Verantwortung für dieses Scheitern übernehmen. Die EU
hätte das Reduktionsziel von 30% nicht außer Frage stellen dürfen,
sondern hätte voran gehen müssen", stellt Brunner fest.
Die Regierungschefs handelten so als hätten sie alle Zeit der Welt.
Wenn wir aber noch eine Chance haben wollen, den Klimawandel in den
Griff zu bekommen, müssen die globalen CO2-Emissionen schon ab 2015
sinken. "Was jetzt auf dem Tisch liegt reicht dafür bei weitem nicht
aus. Aufgrund vieler Schlupflöcher liegen die Reduktionsziele
zwischen 6 und 14%. Tatsächlich ist eine Reduktion der CO2-Emissionen
in den Industrienationen von 40% bis 2020 erforderlich, um den
Klimawandel in einem für Menschen verträglichen Ausmaß zu halten",
bekräftigt Brunner.
Eines ist klar: "Jeder Tag, an dem nichts für den Klimaschutz getan
wird, ist ein verlorener Tag; jeder Tag, an dem nichts für den
Klimaschutz getan wird, bedeutet mehr Erdeerwärmung und
Extremwetterereignisse und mehr Opfer des Klimawandels. Es muss daher
sofort an einem rechtlich verbindlichen Abkommen weiter gearbeitet
werden", appelliert Brunner.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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