• 18.12.2009, 17:51:14
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Rektor Bast: Expertenpapier zur Reform des Lehramtsstudiums ist organisatorisch unausgegoren und bildungspolitisch unsinnig!

Wien (OTS) - Die heute präsentierten Positionen ExpertInnengruppe
zur Lehrerausbildung hält Gerald Bast, der Rektor der Universität für
angewandte Kunst und stv. Vorsitzende der Universitätenkonferenz für
bildungspolitisch unsinnig und gefährlich aber auch organisatorisch
für unausgegoren und kaum umsetzbar.

Wenn man in der LehrerInnen-Ausbildung differenziert zwischen
jenen, die unterrichten (da genügt ein Bachelor-Abschluss der kürzer
ist als das derzeitige Lehramtsstudium) und jenen, die
Maturaprüfungen abnehmen dürfen (dafür ist ein Master-Abschluss
erforderlich), dann ist das pädagogischer und bildungspolitischer
Unfug erster Klasse! Das Ziel einer Reform kann doch angesichts der
steigenden Herausforderungen nicht die
wissenschaftlich/künstlerisch/pädagogische Dequalifizierung des
LehrerInnenberufes sein! Und diese Herausforderungen stellen sich im
täglichen Schulalltag und nicht bei der Maturaprüfung. Welchen Sinn
macht es also, die LehrerInnenausbildung für AHS zu verkürzen (von 9
- 12 Semestern Diplom auf 6 bis 8 Semester Bachelor)? Braucht man
nicht eher für die Bewältigung des pädagogischen Alltags mehr
fachliche und pädagogische Qualifikation und Kreativität als für die
Abnahme der Maturaprüfung?

Dazu kommt noch, dass dann die LehrerInnen mit Bachelor-Ausbildung
nach dem erst kürzlich vorgestellten Dienstrecht weniger bezahlt
bekämen als jetzt, weil der Bund Bachelor-Abschlüsse nicht als
"A-wertig" anerkennt.

Ist das wirklich ernst gemeint, dass jetzt schon völlig
überforderte LehrerInnen die AnfängerInnen im Lehrberuf in einer
zweijährigen "Turnuslehrerphase" betreuen, ausbilden und beurteilen
sollen?

Wer hat sich überlegt, wo und wie "berufsbegleitende Angebote, die
zu einem Master-Titel führen" (s. Apa-Meldung zum Expertenpapier)
stattfinden sollen, wenn die LehrerInnen nicht an Universitätsorten
arbeiten? Müssen die LehrerInnen, die nicht LehrerInnen zweiter
Klasse bleiben wollen, dann für ihr Master-Studium von Gmünd und
Zwettl nach Wien, von Ebensee nach Linz, von Bregenz nach Innsbruck
"berufsbegleitend" pendeln und wie soll das mit einem entsprechendem
Qualitätsanspruch funktionieren?
Hier wird ein Modell konstruiert, das teurer und schlechter sein
wird.

Die Lehramtsstudien sind sowohl in ihrer gesellschaftlichen
Bedeutung als auch in quantitativer Hinsicht ein besonders wichtiges
Aufgabensegment der Universitäten.

Was hier von Experten präsentiert wurde, scheint eher eine
gefährliche Drohung zu sein, als eine sinnvolle Lösung für die großen
bildungspolitischen Herausforderungen im Bildungsbereich.

Rückfragehinweis:
Universität für angewandte Kunst Wien
Oskar Kokoschka-Platz 2, 1010 Wien
Mag. Anja Seipenbusch-Hufschmied
Tel.: 01-711 33 2160, mailto:[email protected]
www.dieangewandte.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | UAK

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