• 17.12.2009, 10:13:33
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Diakonie: Vor Armut nicht die Augen verschließen

Mindestsicherung nicht weiter verschleppen und verschlechtern. Menschen brauchen soziales Netz in der Krise

Wien (OTS) - "Es gibt erschreckend viel Armut in unserem reichen
Land. Davor kann niemand die Augen verschließen. Und angesichts
490.000 Armutsbetroffener kann niemand die Hände in den Schoss
legen", so Diakonie-Direktor Michael Chalupka.

Er fordert Finanzminister Josef Pröll auf "nun nicht länger mit
Verhandlungen die Mindestsicherung zu verschleppen. Seit August geht
hier nichts mehr weiter, und wenn dann zum Schlechteren, wenn ich an
die Kürzungen der zukünftigen Sozialhilfeleistungen von 14 auf 12-mal
denke. Was wir jetzt brauchen, ist ein Netz, das in der Krise vor
Verelendung schützt und Menschen Perspektiven bietet. Was die Opfer
der Finanzkrise nicht brauchen können, sind Debatten, die sie zu
Schuldigen ihres Schicksals stempeln."

Nach Abzug der Fixkosten fürs Wohnen bleiben rund ein Drittel der
Menschen, die sich hilfesuchend an die Sozialberatungsstellen wenden,
weniger als 4 Euro pro Tag und Person im Haushalt übrig, um alle
anderen Bedürfnisse abzudecken. 44.000 Sozialhilfe-BezieherInnen sind
minderjährige Kinder und Jugendliche. Das sind 29 Prozent aller
Sozialhilfe-Beziehenden.

"Wenn nun der Finanzminister darüber streitet, ob die Sozialhilfe
innerhalb eines Jahres 12-mal oder 14-mal ausbezahlt wird, dann heißt
das auch: Es wird derzeit darüber gestritten, ob Kindern ein
monatliches Sozialhilfe-Existenzminimum in der Höhe von 220 Euro oder
aber max. 257 Euro zugestanden werden soll, von dem alle anteiligen
Kosten - auch die Miete - bezahlt werden müssen. Und bei der
Mindestsicherung sind aktuell 183 Euro für eine alleinstehende Person
fürs Wohnen vorgesehen sind. Dieser Betrag wird für kaum jemanden
ausreichen, um eine Wohnung zu finanzieren", so Chalupka abschließend

Vorurteile, Irrtümer, Mythen zur aktuellen Sozialhilfe-Reform:
http://www.armutskonferenz.at/Vorurteile,%20Irrt%FCmer.pdf

Rückfragehinweis:

Mag.a Bettina Klinger/Diakonie Österreich
   Leitung Kommunikation
   Tel: 409 80 01-14
   Mobil: 0664 / 314 93 95
   E-Mail: [email protected]
   Internet: www.diakonie.at

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