• 16.12.2009, 12:53:18
  • /
  • OTS0193 OTW0193

Brunner: Ausschluss von NGOs und Experten von Klimakonferenz ist skandalös

Grüne verlangen Einschreiten der Umweltminister

Wien (OTS) - "In Kopenhagen hat die UN den Zugang für NGOs und
andere Beobachter wie etwa Medien, WissenschafterInnen und
ExpertInnen radikal beschränkt. Auch Friends of the Earth, neben
Greenpeace und WWF die wichtigste internationale Umweltorganisation,
wurde heute Mittag von den Verhandlungen ausgeschlossen. Selbst der
Präsident der Organisation, Nimmo Bassey durfte das Konferenzgelände,
angeblich aus Platzgründen, nicht mehr betreten. Das ist nicht nur
undemokratisch, sondern ein schwerer Rückschlag für die
Klimaverhandlungen", kritisiert Christiane Brunner, Umweltsprecherin
der Grünen. Die Grünen verlangen ein Einschreiten der Umweltminister.

Der Ausschluss der KlimaexpertInnen der NGOs, die den
UN-Klima-Prozess seit seiner Geburtsstunde begleiten und mitformen,
bedeutet eine gigantischen Know-How-Verlust. Die VerhandlerInnen in
Kopenhagen sind auf die Expertise und die Einschätzung der NGOs
angewiesen. Ebenso gefährlich ist die aus diesem Schritt
resultierende Intransparenz", kritisiert Brunner.

"Es kann nicht sein, dass die Konferenz ohne die unverzichtbaren
Beobachter fortgeführt wird. Ich erwarte mir, dass BM Berlakovich und
seine EU-Amtskollegen die weitere Teilnahme der beobachtenden NGOs,
ExpertInnen und Medien durchssetzen", so Brunner, die dies heute
Mittag in Kopenhagen auch direkt bei einem Treffen mit Berlakovich
deponieren wird.

Nur dem zivilgesellschaftlichen Druck, der in den Wochen vor
Kopenhagen aufgebaut wurde, ist es zu verdanken, dass die Staats- und
Regierungschefs überhaupt nach Kopenhagen kommen. Wenn die
Zivilgesellschaft aber nicht weiß, was in den Verhandlungen passiert,
wird es unmöglich zu reagieren. Und ohne die Zivilgesellschaft,
schaffen es die 'leaders of the world' nicht, den Vertrag
auszuhandeln, den wir brauchen", so Brunner.

Scharfe Kritik übt Brunner auch an den kolportierten Plänen der EU,
ihre eigenen Klima-Reduktionsziele zu verwässern und eine
Treibhausgas-Reduktion von 30% erst bis 2025 erreichen zu wollen. Der
schwedische Ministerpräsident und EU-Ratsvorsitzende Fredrik
Reinfeldt hatte heute auf einer Pressekonferenz nicht ausgeschlossen,
dass die EU wegen fehlender Zusagen anderer Industrienationen von
ihrem Ziel einer Reduktion der Treibhausgase um 30 Prozent bis 2020
abrücken werde.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FMB

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel