- 16.12.2009, 11:20:32
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Caritas: Aktuelle Armutsstatistik alarmierend
Landau fordert sofortige Hilfe für die Menschen, nicht nur für Banken
Wien (OTS) - Die aktuelle Armutsstatistik EU-SILC 2008 bestätigt,
dass Armut auch in Österreich ein Stück Realität ist. Insgesamt waren
2008 12,4% der Bevölkerung bzw. rund 1.018.000 Menschen
armutsgefährdet, rund 492.000 Menschen lebten in manifester Armut.
Caritasdirektor Michael Landau betont: "Gerade im europäischen Jahr
2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung erwarte ich
mir hier entsprechende Akzente der Bundesregierung. Es ist
erschütternd, dass in einem wohlhabenden Land wie Österreich so eine
große Gruppe an Menschen armutsgefährdet ist. Armutsbekämpfung muss
endlich oberste Priorität haben! Wo bleibt das dritte Konjunkturpaket
für die sozial Schwächsten? Die Menschen brauchen jetzt Hilfe und
nicht irgendwann!"
Die Caritas fordert die Bundesregierung auf, endlich ernstgemeinte
Sozialpolitik und -maßnahmen für die rund 1 Million Menschen in
Österreich, die an und unter der Armutsgrenze leben, voranzutreiben.
"Nächtelang wird zur Rettung der Hypo Alpe Adria im Finanzministerium
verhandelt und eine Lösung herbeigeführt. Das war sicher richtig.
Gleichzeitig stellt sich die Frage, warum zum Beispiel bei Einführung
der Mindestsicherung jahrelang tatenlos wenig bis nichts passiert und
im Sommerministerrat eine 15prozentige Kürzung vorgenommen wurde. Es
macht mich wütend, dass die völlig schuldlosen Opfer der
Wirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit immer wieder von führenden
Poltikerinnen und Politikern der Regierung selbst für ihr Schicksal
verantwortlich gemacht werden. Das ist vielleicht ein Versuch, von
ihrer eigenen Hilflosigkeit und mangelnden Lösungskompetenz
abzulenken", so Landau. "Es werden die völlig schuldlosen
VerliererInnen der Wirtschaftskrise sein, die die Auswirkungen von
Sparkalkülen und Sozialschmarotzer-Verdächtigungen ausbaden müssen -
und zwar gemeinsam mit ihren Familien."
Die Caritas erneuert daher ihre Forderung, dass die im
Sommerministerrat von der Bundesregierung beschlossene Kürzung von
über 15 Prozent bei der Mindestsicherung sofort zurückgenommen werden
muss. Denn sollten die Pläne der Bundesregierung in der angekündigten
Form tatsächlich umgesetzt werden, reicht dies kaum zum Überleben.
Die Menschen, die sich hilfesuchend an die Caritas wenden, stehen
gerade jetzt im Winter häufig vor der Frage: essen oder heizen? Ein
Drittel der KlientInnen der Sozialberatungsstellen müssen nach Abzug
der Fixkosten rund ums Wohnen mit weniger als 4 Euro am Tag
auskommen. Die Einführung der Mindestsicherung wäre eine Chance,
Österreich armutsfester zu machen. Dafür sind aus Sicht der Caritas
zwei Dinge notwendig: 1) die Rücknahme der 15%igen Kürzung und 2) die
sofortige Einführung der Mindestsicherung.
Rückfragehinweis:
Mag.(FH) Klaus Schwertner Pressesprecher Caritas der Erzdiözese Wien Tel.: 01/878 12-221, Mobil: 0664/848 26 18 Fax: 01/878 12-9221 E-Mail: [email protected]
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