• 10.12.2009, 13:40:10
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"Weltweiter Christenverfolgung muss wirksam begegnet werden"

Außenminister Spindelegger und Vize-Präsident des Europaparlaments, Mauro, unterstützen Aktionstag der Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen"

Wien, 10.12.2009 (KAP) "Die Europäische Union ist sich einig, dass
der Zunahme von Diskriminierung und Verfolgung von Christen und
anderen religiösen Minderheiten verstärkt und mit wirksamen Mitteln
entgegnet werden muss": Das versicherte Außenminister Michael
Spindelegger in einem Schreiben an Johann Marte, den Präsidenten der
Stiftung "Pro Oriente", die als Teil der Plattform "Solidarität mit
verfolgten Christen" am Donnerstag, dem "Tag der Menschenrechte",
einen Aktionstag am Stock-im-Eisen-Platz in Wien veranstaltete.

Wie Spindelegger in seinem Unterstützungsbrief mitteilte, habe der
EU-Außenministerrat Arbeitsgruppen damit beauftragt, "die
bestehenden Menschenrechtsinstrumente im Hinblick auf deren Schutz
religiöser Minderheiten weltweit zu überprüfen". Auch konkrete
Vorschläge für ein verstärktes zwischenstaatliches Engagement für
Religionsfreiheit sollen ausgearbeitet werden.

"Besondere Stellung" der Religionsfreiheit

Spindelegger betonte die "strategische Wichtigkeit der Religions-
und Glaubensfreiheit" für das Menschenrechtsengagement insgesamt.
Alle österreichischen Auslandsvertretungen seien angewiesen, dieser
Thematik erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken: Es gelte, die Situation
der Christen und anderer Minderheiten im jeweiligen
Zuständigkeitsbereich genau zu verfolgen und gegebenenfalls
Vorschläge für entsprechende Interventionen zu machen.

Unterstützung für die Plattform "Solidarität mit verfolgten
Christen" kommt auch vom Vize-Präsidenten des Europaparlaments,
Mario Mauro, der am Aktionstag in Wien weilt. Auch er unterstrich zu
diesem Anlass die Wichtigkeit, auf die Lage von Christen in aller
Welt aufmerksam zu machen, die wegen ihres Glaubens bedroht werden.
Die Religionsfreiheit dürfe nicht geringer geachtet werden als
andere Menschenrechte, er komme im Gegenteil immer mehr zur
Überzeugung, dass ihr "eine besondere Stellung" in deren Kanon
zukomme, so Mauro.

Christen sind meistverfolgte religiöse Minderheit

Unter dem Motto "Christenverfolgung steigt - Europa schweigt!" luden
Experten und Flüchtlinge beim Aktionstag an einem Informationsstand
am Wiener Stock-im-Eisen-Platz Passanten zum Gespräch ein. "Pro
Oriente"-Präsident Marte wies im "Kathpress"-Gespräch darauf hin,
dass Christen die mit Abstand meistverfolgte religiöse Minderheit
sind. "Zwischen 80 und 90 Prozent aller wegen ihrer
Religionszugehörigkeit verfolgten Menschen sind mittlerweile
Christen", so Marte. Besonders schwer hätten sie es in Staaten wie
Nordkorea, Vietnam oder China, in denen eine Staatsideologie alle
abweichenden Meinungsäußerungen unterdrückt. Vielfältigen
Diskriminierungen bis hin zu offener Gewalt seien Christen auch in
muslimischen Staaten ausgesetzt, in denen ein mit staatlicher
Zwangsgewalt ausgestattetes Religionsgesetz die alleinige Quelle
allen Rechts sei, so Marte.

"Unsere Aktion richtet sich nicht gegen den Islam an sich, schon gar
nicht gegen wohlgesinnte, friedfertige und gläubige Muslime",
betonte Marte. Es gehe vielmehr darum, die "eskalierende Verfolgung"
von Christen der Öffentlichkeit erneut ins Bewusstsein zu rufen.

(forts. mgl.)
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