- 07.12.2009, 10:45:09
- /
- OTS0060 OTW0060
LR ANSCHOBER: Appell an Berlakovich - Mochovce-UVP nicht abschließen, Risiko-AKW nicht akzeptieren
Neues AKW ohne Volldruck-Containment und auf Basis von Uraltplanungen wäre verantwortungsloses Risiko für Europa
Linz (OTS) - Im slowakischen Mochovce sollen lediglich 120 km von
Österreich entfernt neben den beiden laufenden Reaktorblöcken zwei
weitere Reaktoren errichtet werden. Auf Basis von Uraltplanungen aus
den 70ern soll eine völlig veraltete Reaktoranlage für den
Stromexport vor allem nach Italien errichtet werden.
Erst auf Druck Oberösterreichs und später der EU wird derzeit eine
Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. In dieser ist allerdings
bislang eine Klärung der offenen Fragen nicht erfolgt. Vor allem die
Tatsache, dass bei diesem Projekt der Stand der Technik nicht erfüllt
wird und nicht einmal das übliche Volldruckcontainment errichtet
werden soll, sorgt für große Beunruhigung und Kritik. Weder die
Widerstandsfähigkeit der Mochovce-Reaktoren im Falle von internen
Ereignissen noch gegen Flugzeugabsturz wurden ausreichend analysiert
und mit modernen Anlagen am Stand der Technik verglichen. Nach
Meinung vieler Experten kann das fehlende Volldruckcontainment in
Unfallsituationen zu dramatischen radioaktiven Freisetzungen führen.
Für die Beurteilung von möglichen Umweltauswirkungen - der
eigentliche Zweck eines UVP-Verfahrens - fehlen derzeit die
eigentlichen Grundlagen.
OÖ.Umweltlandesrat Rudi Anschober hat nun in einem Schreiben an
Umweltminister Berlakovich appelliert die bilateralen Konsultationen
im Rahmen der UVP wegen der vielen offenen Punkte nicht abzuschließen
und damit keinen Abschluss der UVP zu ermöglichen. Die Fragen des
fehlenden Containments muss im Rahmen des laufenden UVP-Verfahrens
vollständig geklärt werden. Dies kann nur im Rahmen der bilateralen
Konsultationen nach der Espoo-Konvention geschehen. Alle Versuche,
die offenen Sicherheitsfragen zu verharmlosen und sie auf die
unverbindliche Ebene des bilateralen Nuklearinformationsabkommens zu
verlagern, sind scharf zurückzuweisen. Anschober:"Die Bundesregierung
ist verantwortungslos ruhig angesichts dieser neuen atomaren
Bedrohung. Die Bundesregierung muss endlich ihren
Anti-Atom-Tiefschlaf beenden und ehrlich und engagiert gegen Mochovce
aktiv werden."
Rückfragehinweis:
Die Grünen Oberösterreich, Mag. Markus Gusenbauer, Pressereferent, Tel.: 0664/831 75 36, mailto: [email protected], http://www.ooe.gruene.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRO






