- 03.12.2009, 13:49:27
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Kärnten: Hilfe für Migrantinnen
LR Kaiser präsentiert in Spittal/Drau neue Beratungsstelle zur besseren Betreuung und Integration von Einwanderinnen
Klagenfurt (OTS/LPD) - Um eine bessere Integration von Zuwanderern
zu gewährleisten und damit die wesentlich Voraussetzung für ein
friedliches, verständnisvolles Zusammenleben zu gewährleisten,
präsentierte heute, Donnerstag, Frauen- und Gleichbehandlungsreferent
LR Peter Kaiser die Pläne für einen neue Migratinnen-Beratungsstelle
in Spittal. Bei der Pressekonferenz waren neben Kaiser und
Frauenberauftragter Helga Grafschafter auch Angelika Hinteregger von
Oberkärntner Mädchen- und Frauenberatung und Migrantin Veronique
Abessolo aus Kamerun dabei.
"Wir wollen, dass sich Flüchtlinge und Zuwanderer, die in Kärnten
leben wollen, entsprechend integrieren. Dann müssen wir aber auch die
Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie alle Möglichkeiten dazu
haben", machte Kaiser deutlich. Bis dato gebe es in Kärnten zwei
Migrantinnen-Beratungsstellen: das "Projekt Integration von
Ausländerinnen" (PIVA) in Villach und in Klagenfurt die
"Projektgruppe Frauen".
Mit der ab Jänner 2010 in der Oberkärntner Frauenberatungsstelle
eingerichteten neuen Beratungs- und Betreuungsstelle für
Zuwanderinnen wird diese Lücke nun auf Initiative von Kaiser
geschlossen. Wie notwenig entsprechende Beratungen sind wird am
Beispiel von Veronique deutlich, einer seit 18 Jahren in Kärnten
lebenden Afrikanerin: "Besonders Frauen wie Veronique sind durch
Flucht und Migration hohen psychischen und physischen Belastungen
ausgesetzt. Sie tragen die Verantwortung für ihre Kinder und die
Familie in einer Umgebung, in der sie von ihren familiären, sozialen
und kulturellen Wurzeln abgeschnitten sind. Sie leben isoliert unter
meist kargen wirtschaftlichen Verhältnissen. Viele Frauen haben über
Jahre hinweg keinen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Die Gründe
dafür sind Angst, fehlende Sprachkenntnisse und fehlendes
Selbstbewusstsein", machten Kaiser und Hinteregger aufmerksam.
"Migrantinnen können meist bei Problemen nicht auf die Familie
zurückgreifen, deshalb ist es notwendig, dass eine Beratungsstelle
vor Ort für jenen Frauen zur Verfügung steht. Sie haben kein Netzwerk
und keine Lobby hinter sich, die sie im Ernstfall unterstützen
können", so Frauenbeauftragte Helga Grafschafter.
"Wenn Migrantinnen besser integriert sind, dann sind es auch ihre
Kinder und Familien. Dadurch wird das Konfliktpotential in unserer
Gesellschaft verringert, weil gegenseitiges Kennenlernen Verständnis
schafft und Ängste abbaut", nannte Kaiser auch Vorteile für Kärnten
und die heimische Bevölkerung. Außerdem sei die Anerkennung
mitgebrachter Qualifikationen und Kompetenzen von Zuwanderinnen eine
Investition in die Zukunft, sowohl für jene, die einwandern als auch
für die aufnehmende Gesellschaft. "Je schneller Kompetenzen und
Qualifikationen erkannt und genützt werden, desto weniger gehen sie
verloren. Anerkennungsverfahren, Anpassungsqualifizierungen und
geeignete Maßnahmen können Brücken in den Arbeitsmarkt bilden", weiß
Kaiser.
"Zwar wurden Migrantinnen schon bis dato im Frauenhaus mit
beraten, jedoch ist der Bedarf und die Nachfrage mittlerweile so
groß, dass wir betroffenen Frauen mit der Einrichtung dieser
speziellen Beratungsstelle noch mehr und besser zur Seite stehen
können", berichtete Hinteregger.
Das Angebot im Rahmen der Migrantinnenberatung wird die
Hilfestellung in der Alltagsbewältigung, Begleitung zu Ämtern und
Ärzten, Beratung bei Problemen am Arbeitsplatz, mit Vermietern, mit
der Schule, Hilfestellung bei psychosozialen und Familienproblemen,
Rechtsberatung, Vernetzung zu anderen Projekten und Institutionen,
Mediation und der Vermittlung zu Sprachkursen umfassen. Ein weiterer
wichtiger Punkt soll ein monatlicher Frauentreffpunkt sein, sowohl
für Migrantinnen als auch für interessierte Österreicherinnen. "Zweck
ist der Aufbau persönlicher Netzwerke und die Möglichkeit, sich
kennen zu lernen und sich miteinander in deutscher Sprache
auszutauschen, weil Frauen mit den verschiedensten Nationalitäten
zusammen kommen", so Hinteregger weiter.
Um Frauen auf das neue Angebot aufmerksam zu machen wird gezielte
Öffentlichkeitsarbeit bei entsprechenden Institutionen wie Ämtern,
Ärzten, Kindergärten, Schulen, Vereine, Kirchen, und in den Medien
betrieben. Die Beratungen finden ab Jänner und am
Montag, Mittwoch und Donnerstag von 9 bis 13 Uhr statt.
I N F O: Schillerstraße 4, 9800 Spittal (gegenüber Stadtpark)
Tel.: 04762/61386-1; Internet: www.frauenhilfe-spittal.at
Mail: [email protected]
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at
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