- 01.12.2009, 15:04:33
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AK-Zangerl: Arbeitslosengeld rasch erhöhen und Bezugsdauer verlängern
Bedrückende Arbeitsmarktzahlen verlangen nach Tiroler Standortagentur
Innsbruck (OTS) - "Wachstum stärken und neue Jobs durch eine
Tiroler Standortagentur ins Land holen. Das ist oberstes Gebot der
Politik", verlangt der Tiroler AK-Präsident Erwin Zangerl, der
insgesamt zu noch mehr Einsatz im Kampf gegen Arbeitslosigkeit
aufruft.
"Die stärkste Stütze unserer Wirtschaftskraft sind die privaten
Investitionen unserer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Es hat sich
gerade im heurigen Jahr eindrucksvoll bestätigt, wer die wahren
Leistungsträger im Land sind. Die Beschäftigten haben mit ihrem
Einkommen die Wirtschaft am Laufen gehalten und damit das gesamte
Land stabilisiert.
Statt weiterer Belastungen braucht es ein Hilfspaket. Noch dazu, wo
die Arbeitnehmer jetzt schon mehrfach die Zeche zahlen mussten.
Aktuell sind bereits knapp 30.000 Tirolerinnen und Tiroler arbeitslos
oder in Schulung. Bedrückend sind Aussagen, dass die Arbeitslosigkeit
noch deutlich steigen könnte.
Umso wichtiger ist die Forderung der AK Tirol, die Nettoersatzrate
beim Arbeitslosengeld von derzeit 55 % auf 70 % zu erhöhen.
Zusätzlich sollte für die Zeit der Krise - also temporär - die
Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld, unabhängig von den
Beitragsjahren, einheitlich auf zwei Jahre verlängert werden.
Derzeit ist der Bezug (20 bis 52 Wochen) von der Dauer der bisherigen
Beschäftigung und vom Alter des Beziehers abhängig. Nach Ende des
Arbeitslosengeldbezugs droht somit ein finanzieller Einbruch
(Notstandshilfe 95% von 55% AL-Geld), wodurch immer mehr Menschen
akut armutsgefährdet werden. Noch dazu, da im Notstand auch das
Partnereinkommen eingerechnet wird und viele Betroffene dann noch
weniger bekommen, die fixen Lebenshaltungskosten deshalb aber nicht
sinken. So kann es passieren, dass ein junger Familienvater, der
seinen Arbeitsplatz verloren hat, bereits nach 20 Wochen in die
Notstandshilfe rutscht.
Tiroler Standortagentur
Wir brauchen dringend neue Arbeitsplätze durch Gründung bzw.
Ansiedelung neuer Betriebe. Dazu muss in Tirol eine Standortagentur
tätig werden. Jedes weitere Zuwarten bedeutet Mehrkosten.
Arbeitslosigkeit auf derart hohem Niveau zu verwalten, ist auf Dauer
unfinanzierbar, weil wichtige Steuer- und Sozialabgaben und den
Betroffenen wichtige Berechnungsmonate für die spätere Pension
fehlen.
Nicht ausspielen lassen
Umso vehementer werden wir gegen alle Versuche auftreten, wenn
Jüngere gegen Ältere und Kranke gegen Gesunde ausgespielt werden. Wir
werden nicht zulassen, sozial Schwächere auszugrenzen, indem ihnen
Leistungen vorgehalten bzw. vorenthalten werden. Wir akzeptieren
nicht, dass von mancher Seite die mehr als 330.000 Menschen in
Österreich, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, zum Freiwild
erklärt werden, die gefälligst jeden Job anzunehmen haben.
Hilfspaket für Beschäftigte
Um die Inlandsnachfrage zu stabilisieren und die Konjunktur
anzukurbeln und damit die Beschäftigung wieder zu erhöhen, ist ein
zusätzliches Arbeitsmarktpaket nötig. Dieses Hilfspaket sollte auch
einen weiteren dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern.
Dazu gehören neben einer besseren finanziellen Absicherung bei
Arbeitslosigkeit auch Hilfestellungen für Langzeitarbeitslose, eine
Verlängerung der Kurzarbeitsregelung und verstärkte
Qualifizierungsmaßnahmen. Jedes Konjunkturpaket, das jetzt geschnürt
wird, kommt bedeutend günstiger als ein jeder weitere Anstieg der
Arbeitslosigkeit", so der Tiroler AK-Präsident.
Rückfragehinweis:
Kammer für Arbeiter und Angestellte für Tirol, Pressestelle
Dr. Elmar Schiffkorn
Tel.: 0512/5340 - 1280
mailto:[email protected]
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