- 30.11.2009, 10:30:14
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"Verantwortung für vergangene und künftige Schäden übernehmen"
Caritas, Greenpeace, Klimaforscherin Kromp-Kolb und "Klima fair bessern!" fordern sieben Tage vor Klimagipfel in Kopenhagen ein "Nothilfepaket für ein faires Klima"
Wien (OTS) - Mehr Hunger, mehr Katastrophen, ausgedehntere
Wüsten, Millionen von Klimaflüchtlingen oder sogar das Sterben eines
Großteils der Weltbevölkerung: Die Folgen des Klimawandels bedrohen
die gesamte Zivilisation und die Welt sieht zu. Klimaschutz und
Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel sind aber keine Fragen
mangelnden Könnens sondern mangelnden Wollens, sind
Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit, Caritas-Präsident Franz
Küberl, Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb (Universität für Bodenkultur
Wien) und "Klima fair bessern!"- Koordinatorin Josefa
Molitor-Ruckenbauer überzeugt. Gemeinsam stellten sie deshalb sieben
Tage vor dem Klimagipfel in Kopenhagen ein "Nothilfepaket für ein
faires Klima" vor.
In dieses Paket packen die vier in einem gemeinsamen
Pressegespräch am Montag, den 30. November deshalb "rasches Handeln"
und "individuelles Engagement" ebenso wie den "Ausgleich für
verursachte Schäden", die "Unterstützung der ärmsten Länder", eine
"drastische Reduktion der Treibhausgase" und das "Ernstnehmen der 2
Grad-Grenze". Dahinter steht die Überzeugung, dass alle mithelfen
müssen, um das Schlimmste zu verhindern: die internationale
Staatengemeinschaft, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft ebenso
wie jede und jeder einzelne.
"Die Zeit zum Gegensteuern wird knapp. Wir müssen jetzt handeln.
Dann können wir die krassesten Folgen vielleicht noch verhindern",
betont Kromp Kolb. Niemand müsse auf Politik, Freunde oder Verwandte
warten, jeder könne sofort beginnen, fordert die renommierte
Wissenschaftlerin den Beitrag jeder und jedes einzelnen ein: "Weniger
Auto fahren, regionale Produkte kaufen, Raumtemperaturen absenken,
energiebewusst Bauen, stromsparende Elektrogeräte verwenden - was
sich auf den ersten Blick nach Kleinigkeiten anhört, ist in Summe
beträchtlich. Führt man beispielsweise flächendeckend in der EU
Energiesparlampen ein, kann man elf Großkraftwerke vom Netz nehmen",
so Kromp-Kolb.
"Ausbaden müssen den Klimawandel vor allem die, die ihn am
wenigsten verursacht haben - die Menschen in den ärmsten Ländern.
Schon jetzt hungert weltweit eine Milliarde Menschen. Langfristig
sind durch den Klimawandel weitere 600 Millionen Menschen von Hunger
bedroht", ist Küberl alarmiert: "Österreich soll sich in Kopenhagen
dafür stark machen, dass die EU den Entwicklungsländern den Betrag
von 35 Milliarden Euro sowie ihr Knowhow für Klimamaßnahmen zur
Verfügung stellt. Zudem müssen sich die Länder auf eine
Finanzierungsabwicklung verständigen." Mit dem Geld würde die EU
zeigen, dass sie die Verantwortung für vergangene und künftige
Klimaschäden übernehme. Weiters fordert Küberl von Österreich die
versprochene Erhöhung der Entwicklungshilfe und im Katastrophenfonds
eine Zweckwidmung für Prävention von einer Million Euro (von fünf):
"Katastrophenvorsorge ist das Gebot der Stunde. Die
Caritas-Schutzbauten in Bangladesch haben beim Zyklon Sidr 2007
tausende Menschenleben gerettet", so Küberl.
"Es ist zynisch mit jemandem, der gerade untergeht, darüber zu
verhandeln, ob man ihm einen Rettungsring zuwirft", sagt der
Geschäftsführer von Greenpeace, Alexander Egit. "Unabhängig vom
Ergebnis in Kopenhagen muss Österreich endlich beginnen, vom
Klima-Schlusslicht der EU zum Vorreiter zu werden. Dafür braucht es
ein mit allen Kompetenzen ausgestattetes Klimaschutzministerium, ein
Klimaschutzgesetz und ein Bündel an Maßnahmen. Diese reichen von
einer CO2-Steuer und einer thermischen Sanierungsoffensive bis hin zu
einem neuen Ökostromgesetz. Statt eine Milliarde Euro Strafzahlungen
für die Nicht-Erreichung der Kyoto-Ziele ans Ausland zu zahlen,
müsste dieser Betrag in Klimaschutzinvestitionen in Österreich
eingesetzt werden", fordert Egit einen Regierungsbeschluss noch vor
Kopenhagen: "Nur dann kann Österreich erhobenen Hauptes in Kopenhagen
auftreten. Sonst wäre es besser sich aufrichtig zu genieren."
Als Teil einer internationalen Kampagne haben sich in Österreich,
koordiniert von der Koordinierungsstelle der katholischen
Bischofskonferenz, die Caritas, Dreikönigsaktion, Welthaus und
Jugend-Eine-Welt und andere katholische Hilfsorganisationen zu "Klima
fair bessern!" zusammengeschlossen (Infos unter:
www.klimafairbessern.koo.at). Bausteine sind eine Postkartenaktion,
adressiert an Umweltminister Berlakovich, und eine
Selbstverpflichtungserklärung mit Maßnahmen zur Klimaschonung. "Über
20.000 Menschen in ganz Österreich haben mit ihrer Unterschrift
bekräftigt: Wir wollen nicht länger auf Kosten anderer leben und
fordern den Umweltminister daher auf, sich für ein gerechtes,
nachhaltiges Klimaabkommen in Kopenhagen einzusetzen", betont "Klima
fair bessern!"- Koordinatorin Molitor-Ruckenbauer.
Rückfragehinweis:
Silke Ruprechtsberger, Caritas Österreich Tel: 01/488 31 - 417 bzw. 0664/82 66 909 Melanie Beran, Greenpeace Österreich Tel: 01/ 545 45 80-39 Julia Kerschbaumsteiner, "Klima fair bessern!" /Koordinierungsstelle der Österr. Bischofskonferenz Tel: 01/317 03 21-74 bzw. 0676/756 59 55
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