• 27.11.2009, 11:30:21
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Wissenschaftsrat legt umfassende Empfehlungen zur Entwicklung der Hochschulen und der Forschung in Österreich vor

Wien (OTS) - Wissenschaftsrat fordert einen verbindlichen
Hochschulfinanzierungspfad, eine bessere Abstimmung zwischen
Universitäten und Fachhochschulen, eine von den Universitäten
getragene Fächerbereinigung, aber keine Schließung oder von oben
verordnete Zusammenlegung von Universitäten.

Die heute veröffentlichte 250seitige Empfehlung "Universität
Österreich 2025 - Analysen und Empfehlungen zur Entwicklung des
österreichischen Hochschul- und Wissenschaftssystems" soll als
Grundlage für strategische Überlegungen zu einem leistungsfähigen
tertiären Bildungssystem dienen. Angesichts der chronischen
Unterfinanzierung der Universitäten ist eine zentrale Forderung des
Wissenschaftsrates die gesetzliche Verankerung eines
"Hochschulfinanzierungspfades", ausgerichtet an den vom Gesetzgeber
beschlossenen 2 Prozent des BIP für den tertiären Bildungssektor mit
einem Zeithorizont bis 2020. Das sind nach Berechnungen des
Wissenschaftsrates jährlich 200 Mio. Euro zusätzlich für den
tertiären Bildungsbereich.

"Es geht jedoch nicht nur um Geld, sondern auch um entscheidende
hochschulpolitische Weichenstellungen. Zu diesen gehören: Ein System
ausfinanzierter Studienplätze, eine für die Qualität von Forschung
und Lehre unabdingbare Einführung von Zulassungsregelungen, die
Befriedigung eines hohen Investitions- und Reinvestitionsbedarfs im
Infrastrukturbereich und die Stärkung der Grundlagenforschung im
österreichischen Wissenschaftssystem", so der Vorsitzende des
Wissenschaftsrats, Prof. Jürgen Mittelstraß. Weitere
Grundsatzempfehlungen betreffen die Fortentwicklung der
Universitätsautonomie und die Entwicklung einer klaren
Internationalisierungsstrategie, ferner die Klärung des Status der
Pädagogischen Hochschulen und die Rückführung außeruniversitärer
Forschungseinrichtungen in die Universitäten.

Mit seinen Empfehlungen gibt der Wissenschaftsrat, der als
Beratungsgremium des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung,
der Universitäten und des Parlaments eingerichtet wurde, auch eine
konzeptionelle Antwort auf die Studentenproteste der letzten Wochen.
Vor dem Hintergrund der von Bundesminister Hahn am 25.11.09
gestarteten Hochschulpartnerschaft sowie der beabsichtigten
Erarbeitung eines Hochschulplans in den nächsten Jahren ist es das
Ziel der Empfehlung, der Wissenschafts- und Hochschulpolitik und den
wissenschaftlichen Einrichtungen ein klares Konzept zur weiteren
Entwicklung des österreichischen Hochschul- und Wissenschaftssystems
an die Hand zu geben.

Die Empfehlung widmet sich sieben thematischen Schwerpunkten: Ein
erstes Kapitel stellt die Hochschulentwicklung in Österreich und
deren gesetzliche Grundlagen seit 1975 dar. Ein zweites Kapitel
erläutert das für die weitere Entwicklung maßgebende Prinzip der
Hochschulautonomie, bevor in einem dritten Kapitel das
österreichische Hochschulspektrum und in einem vierten Kapitel das
entsprechende Fächer- und Disziplinenspektrum in analytischer und
empfehlender Absicht dargestellt werden. Weiters befasst sich der
Wissenschaftsrat mit dem Verhältnis zwischen universitärer und
außeruniversitärer Forschung sowie mit der Forschungsförderung,
insbesondere dem FWF und der Förderung des wissenschaftlichen
Nachwuchses. Der siebte Schwerpunkt betrifft die Einbettung der
Überlegungen zu einem hochschulpolitischen Entwicklungskonzept in
einen internationalen Kontext. In 11 zentralen Empfehlungen, die in
allen Reformschritten der nächsten Jahre Berücksichtigung finden
sollten, fasst der Wissenschaftsrat seine Analysen und
Teilempfehlungen zusammen.

Anlässlich der Veröffentlichung der Empfehlung veranstaltet der
Wissenschaftsrat eine Tagung mit hochkarätigen internationalen
Sprechern aus Hochschulpolitik und Hochschulforschung. Vor dem
Hintergrund der Vorhaben und Erfahrungen anderer europäischer Staaten
sollen Lösungsoptionen für Österreich im Kontext der Empfehlung des
Wissenschaftsrates diskutiert werden.

Hinweis: Den vollen Text der Empfehlung lesen Sie auf der Homepage
des Wissenschaftsrats: www.wissenschaftsrat.ac.at, unter
Empfehlungen/Stellungnahmen.

Rückfragehinweis:
Mag. Julia Prikoszovits
Tel: (0)1/319 49 99-20
Österreichischer Wissenschaftsrat
Liechtensteinstr. 22a, 1090 Wien

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