OTS0212   25. Nov. 2009, 13:04

Wissenschaftlicher Beirat für Neugestaltung der Österreich-Gedenkstätte in Auschwitz-Birkenau gebildet


Gestern konstituierte sich in den Räumlichkeiten des
Parlaments der wissenschaftliche Beirat, der die Neugestaltung des so
genannten Österreich-Pavillons im ehemaligen Konzentrationslager und
nunmehrigen Museum Auschwitz-Birkenau begleiten wird. Das zehnköpfige
Gremium besteht aus Experten und Expertinnen der entsprechenden
Fachgebiete wie der Holocaustforschung, Gedenkstättenpädagogik und
Gedenkkultur. Die Mitglieder wählten Hon.-Prof. Dr. Wolfgang
Neugebauer, vormals Leiter des Dokumentationsarchivs des
Österreichischen Widerstandes, zu Ihrem Vorsitzenden.

Besucherinnen und Besucher, Wissenschafter und Wissenschafterinnen
sowie Opferverbände forderten bereits seit langem im Sinne der
Erkenntnisse einer adäquaten Gedenkkultur zeitgemäßer Prägung die
Erneuerung der veralteten österreichischen Dauerausstellung im Block
17 des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers. Die
Einleitung der Neugestaltung erfolgt nun in Umsetzung eines
diesbezüglichen Ministerratsbeschlusses dieses Jahres.

Finanziert wird die Neugestaltung vom Wissenschaftsministerium,
dem Unterrichtsministerium und dem Ministerium für europäische und
internationale Angelegenheiten sowie dem Nationalfonds der Republik
Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und dem Zukunftsfonds
der Republik Österreich.

Zusätzlich zum wissenschaftlichen Beirat wird sich im Jänner 2010
auch ein gesellschaftlicher Beirat aus Vertretern und Vertreterinnen
von Opferverbänden, Religionsgemeinschaften und aller
Parlamentsfraktionen konstituieren. Er wird bei der Entwicklung des
Ausstellungskonzeptes die Anliegen der Opfer einbringen und soll
einen verantwortungsvollen Umgang Österreichs mit seiner
Vergangenheit wahren.

Der mit der Koordinierung des Gesamtprojekts betraute
Nationalfonds konnte für die Entwicklung eines Grobkonzepts zur neuen
Ausstellung Univ.-Doz. HR Dr. Brigitte Bailer-Galanda, Leiterin des
Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes (DÖW), Dr.
Heidemarie Uhl vom Institut für Kulturwissenschaften an der Akademie
der Wissenschaften sowie Univ.-Doz. Dr. Bertrand Perz vom Institut
für Zeitgeschichte der Universität Wien gewinnen. Das Konzept mit den
wesentlichen Themenbereichen für die neue Ausstellung liegt nun vor
und soll von den beiden Beratungsgremien begutachtet werden. Es wird
Anfang 2010 der Öffentlichkeit präsentiert werden.

"Die Entwicklung des Feinkonzepts sowie die konkreten Arbeiten im
Österreich-Pavillon sind dann in einem bilateralen Prozess mit dem
Staatlichen Museum in Auschwitz zu koordinieren", so Mag. Hannah
Lessing, Generalsekretärin des Nationalfonds. "Die im
Regierungsprogramm vereinbarte Neugestaltung des Pavillons nimmt
somit konkrete Gestalt an, um einem verantwortungsvollen und
kritischen Umgang Österreichs mit den Opfern des Nationalsozialismus
gerecht zu werden."

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0212 2009-11-25 13:04 251304 Nov 09 NEF0008 0364



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