- 24.11.2009, 15:10:05
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Wohnbaustadtrat Michael Ludwig: Erfolgskurs wird 2010 fortgesetzt
Wiener Wohnbau erwies sich 2009 als krisenresistent, angepeilte Ziele im Neubau und der Sanierung wurden erreicht
Wien (OTS) - Im Rahmen seiner Budget-Rede heute, Dienstag, zog
Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister Dr. Michael Ludwig eine klare
Erfolgsbilanz: "Die von uns gesetzten Maßnahmen zur Abfederung der
Auswirkungen der internationalen Wirtschaftskrise haben voll
gegriffen. Zudem wurden 2009 wegweisende Neuerungen eingeführt, die
das hohe Qualitätsniveau des geförderten und sozialen Wohnbaus in
Wien sicherstellen und weiter steigern. Ein erfolgreicher Kurs, den
wir 2010 fortsetzen und weiter ausbauen werden."****
Während 2009 in einigen Bundesländern die Bautätigkeit drastisch
zurück ging, konnte Wien mit einem Plus von 8,7 Prozent die höchste
Steigerung im Bundesgebiet verzeichnen. "Allen voran hat der
geförderte Wohnbau in der Stadt Wien entscheidende Impulse zur
Konjunkturbelebung gesetzt. Insgesamt 475 Millionen Euro werden 2009
für Neubauten und Sanierungen bereit gestellt. Im Rahmen des Wiener
Konjunktur- und Beschäftigungspakets fließen 2009 zusätzliche 17
Millionen Euro in thermisch-energetische Sanierungsmaßnahmen. Damit
löst das Land Wien ein Bauvolumen von 1,425 Milliarden Euro aus. Alle
baulichen Maßnahmen des Wohnbau-Ressorts für 2009 sichern rund 23.000
Arbeitsplätze im Bau- und Baunebengewerbe. Die Ausweitung der
Förderungen, die Sanierungsoffensive von Wiener Wohnen und die bereit
gestellten Sonderbudgets leisteten und leisten einen wertvollen
Beitrag zur Stabilsierung der Baukonjunktur", zog Wohnbaustadtrat
Vizebürgermeister Michael Ludwig positives Resümee.
Im weltweiten Vergleich zeigt sich die österreichische
Volkswirtschaft trotz internationaler Wirtschaftskrise überaus
krisenresistent. "Das ist nicht zuletzt der Wiener Wohnbauförderung
als Lenkungsinstrument zu verdanken. In Wien wird der Wohnungsmarkt
nicht allein den marktwirtschaftlichen Kräften überlassen. Vielmehr
gewährleisten öffentliche Förderungen eine adäquate
Wohnraumversorgung. Nachdem in Wien rund 80 Prozent der
Neubauwohnungen gefördert errichtet werden, besteht dadurch ein
erhebliches Lenkungspotential. Zudem unterliegen objektgeförderte
Mietwohnungen einer strengen Mietenbindung und sind damit dem
spekulativen Immobilienmarkt entzogen", unterstrich Ludwig.
Um den geförderten Wiener Wohnbau abzusichern, hat die Stadt
Wien zudem 2009 Anleihen im Ausmaß von 200 Millionen Euro begeben.
Diese, mit der Bonität der Stadt Wien gesicherten Anleihen, werden
von den Banken als Basis für die Emission von Wohnbauanleihen
eingesetzt. Die Banken werden gleichzeitig verpflichtet, Mittel in
gleicher Höhe für den geförderten Wiener Wohnbau unter Einhaltung
einer vertraglich vereinbarten Zinsobergrenze bereitzustellen. Die
Sicherheit der Anleihen für Privatkunden kommt damit jener von
Sparbüchern sehr nahe.
Leistbarkeit des Wohnens sichergestellt
Der Wiener Wohnbaustadtrat betonte, dass ihm die Leistbarkeit
des Wohnens, speziell auch in Zeiten der Krise, ein ganz besonderes
Anliegen sei: "Durch das Zusammenwirken von Neubau- und
Sanierungsförderung und Wohnbeihilfe kann die Leistbarkeit des
Wohnens für alle Bevölkerungsgruppen weiterhin sichergestellt werden.
Im Bereich des Neubaus stehen im Jahr 2010 283 Millionen Euro an
Förderungen zur Verfügung. Mit diesem Betrag können auch im kommenden
Jahr Förderzusagen für rund 7.000 geförderte Neubaueinheiten erteilt
werden. Im Bereich der Sanierung - 2010 sollen rund 10.000 Wohnungen
gefördert revitalisiert werden - stehen für das kommende Jahr mehr
als 190 Millionen Euro zur Verfügung. Die Steigerung um 15 Millionen
Euro gegenüber 2009 spiegelt wider, dass einerseits - aufgrund
gestiegener Anforderungen im thermischen-energetischen Bereich -
höhere Förderungen in Sanierungsprojekte fließen und anderseits mehr
Projekte zur Förderung eingereicht werden."
Ökologisch und sozial nachhaltiger geförderter Wohnbau
Bauträgerwettbewerbe, die vom wohnfonds_wien ausgelobt werden,
stellen hohe Qualitätsniveaus in ökologischer, ökonomischer und
architektonischer Hinsicht sicher. Auf Initiative von Wohnbaustadtrat
Michael Ludwig wurde 2009 ein weiteres Bewertungskriterium - die
"Soziale Nachhaltigkeit" - bei Bauträgerwettbewerben und im
Grundstücksbeirat eingeführt und bereits bei den geplanten Bauten im
Sonnwendviertel beim neuen Hauptbahnhof angewendet. Damit wird
Innovation und sozialer Verantwortung ein noch größerer Stellenwert
eingeräumt.
Ludwig: "Generell wird das Thema Nachhaltigkeit 2010 noch stärker im
Vordergrund stehen als dies bereits 2009 der Fall ist: Ökologische
Nachhaltigkeit durch erneuerbare Energieträger und niedrige Kosten
für die Nutzerinnen und Nutzer, soziale Nachhaltigkeit durch eine
konsequente Ausrichtung auf ein vielfältiges Wohnungsangebot für alle
Generationen durch betreutes und besonders barrierefreies Wohnen
sowie durch die Möglichkeit künftiger Bewohnerinnen und Bewohner,
ihre Bauten und Gemeinschaftsflächen mitzugestalten. Beispiele dafür
sind Projekte wie die größte Passivhaussiedlung Europas 'Eurogate'
und die Seestadt Aspern."
Gesteigerte Neubauleistung
Die Wiener Bevölkerung wird nach neuesten Berechnungen der
Statistik Austria von 1,68 Mio. im Jahr 2008 auf 1,76 Mio. im Jahr
2015 und weiter auf 1,91 Mio. im Jahr 2030 anwachsen. Die Wiener
Wohnbaupolitik hat darauf bereits mit einer Erhöhung des
Neubauvolumens auf rund 7.000 Wohnungen pro Jahr reagiert.
"Ein Ziel, das wir 2009 erreicht und voll umgesetzt haben", so
Ludwig, der auch 2010 ein Neubauvolumen anstrebt, dass nahtlos an die
Quantität des heurigen Jahrs anknüpft.
Wiener Sanierungsverordnung setzt österreichweit neue Maßstäbe
Auch im Bereich der Sanierung wurden 2009 wesentliche Maßnahmen
zur Konjunkturförderung gesetzt. Die Sanierungsverordnung 2008 (in
Kraft getreten im Jänner 2009) koppelt strengere energetische
Grenzwerte an höhere Fördersätze. Insgesamt sichert die geförderte
Sanierung in Wien 4.200 Arbeitsplätze pro Jahr, und dies vor allem in
Klein- und Mittelbetrieben. Die Sanierungsverordnung schafft pro Jahr
700 zusätzliche Arbeitsplätze und bietet auch österreichweit den
stärksten Anreiz für umfassende thermisch-energetische Sanierungen.
Wie gut die Förderungen im Sanierungsbereich angenommen werden,
zeigt sich etwa am Beispiel der Förderschiene "Thewosan" für
besonders energieeffiziente Sanierungen: Allein im Zeitraum von
Jänner bis September 2009 wurden 257 Anträge gestellt. Das sind um 25
Prozent mehr als im gesamten Jahr 2008. Im Vergleich zu 2002 beträgt
die Steigerung sogar 130 Prozent.
"Die positive Entwicklung, insbesondere auch bei
Thewosan-Sanierungen, zeigt eindeutig, dass die Förderangebote des
Ressorts voll greifen. Meine Linie, derzufolge Anreize die beste
Methode sind, um ökologisch zweifellos notwendige Ziele zu erreichen,
sehe ich damit klar bestätigt", erklärte Ludwig.
Neue Förderaktion für Sicherheitstüren
Obwohl Wien nach wie vor eine der sichersten Städte der Welt
ist, so nehmen die Einbrüche - speziell in Eigenheimen - deutlich zu.
Deshalb wurde die seit 2005 bestehende Förderung für den Einbau von
Sicherheitstüren im Rahmen einer vorerst befristeten Aktion massiv
ausgeweitet. Im Rahmen dieser Sonderaktion, die vorerst bis 31.
Dezember 2010 läuft, stellt die Stadt Wien Zusatzmittel von vier
Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert wird der nachträgliche Einbau
von Sicherheitstüren ab Widerstandsklasse 3 mit 20 Prozent der
Investitionssumme, maximal jedoch 400 Euro bei einfachen Türen und
maximal 800 Euro bei Doppelflügeltüren, egal ob im mehrgeschossigen
Wohnbau, im Kleingarten oder im Eigenheim, unabhängig vom Alter des
Wohngebäudes und von der Größe der Wohnung.
Stadt Wien investiert beträchtliche Mittel in Gemeindebauten
Auch im Bereich der Gemeindebauten wird in Wien kräftig
investiert. Die baulichen Ausgaben lagen im Jahr 2008 bei 556
Millionen Euro, im Jahr 2009 werden sie den Wert von 589 Mio. Euro
erreichen. In Verbindung mit Sonderbudgetmitteln im Ausmaß von 11
Millionen Euro wurde im Jahr 2009 eine großangelegte
Sanierungsoffensive gestartet. Ziel ist es, mehr Wohnungen als bisher
einer Sanierung zuzuführen. So werden 2009 164 Millionen Euro für die
Sanierung von Wohnhausanlagen mit insgesamt 7.928 Wohnungen
aufgewendet. Im Rahmen der Sanierungsoffensive soll diese Leistung im
kommenden Jahr weiter gesteigert werden: 2010 plant Wiener Wohnen,
die Rekordsumme von 192 Millionen Euro in Revitalisierungsmaßnahmen
von Gemeindebauten mit insgesamt 9.950 Wohnungen zu investieren. Das
entspricht nahezu einer Verdoppelung gegenüber dem Jahr 2008. Im Jahr
2008 investierte Wiener Wohnen 99 Millionen Euro in die
Revitalisierung von rund 5.280 Wohnungen.
Neben den positiven Effekten für die BewohnerInnen, wie einer
weiteren Steigerung der Wohnqualität und Senkung der Ausgaben für
Heizkosten, wirken sich die Maßnahmen im besonders
beschäftigungsintensiven Sanierungsbereich in mehrfacher Hinsicht
positiv auf die Konjunktur aus. Vor allem aber profitieren bei den
Gebäudesanierungen in erster Linie die Klein- und Mittelbetriebe. Die
Ausweitung der Förderungen, die Sanierungsoffensive von Wiener Wohnen
und die bereit gestellten Sonderbudgets leisten einen wertvollen
Beitrag zur Abfederung der Auswirkungen der Konjunkturkrise am Bau.
Steigerung der Wohnzufriedenheit in Städtischen
Wohnhausanlagen
Zusätzlich wurde eine ganze Reihe von neuen Projekten
realisiert, um das Zusammenleben in den Städtischen Wohnhausanlagen
weiter zu verbessern. Auf Basis der bislang größten
MieterInnenumfrage in den Gemeindebauten wurde ein erfolgreiches
Maßnahmenpaket entwickelt.
Ludwig: "Die Anliegen der Mieterinnen und Mieter in den
Gemeindebauten sind mir sehr wichtig. Deshalb habe ich in den
vergangenen Monaten und Wochen mehrere neue Maßnahmen veranlasst, die
die Wohnzufriedenheit in den Städtischen Wohnhausanlagen weiter
steigern sollen. Wie die Ergebnisse der bislang größten
MieterInnenbefragung zeigten, ist die Wohnzufriedenheit sehr hoch, es
mangelt jedoch in Bereichen wie der Einhaltung der Hausordnung. Für
mich ein klarer Handlungsauftrag, den ich umgehend umgesetzt habe."
So wurden die Pilotprojekte "Nightwatch" und "Wiener Wohnen
unterwegs" ins Leben gerufen, die aufgrund ihres Erfolg bereits
ausgeweitet wurden. Als weitere Maßnahmen sind seit Oktober 2009 die
neuen OrdnungsberaterInnen zum Einsatz. Zudem wird eine Ausweitung
der Präventivmaßnahme "Videoüberwachung in Gemeindebauten" - in
Abstimmung mit der Datenschutzkommission - angestrebt.
Durch die Neuorganisation der Gebietsbetreuungen und einer damit
verbundenen deutlicher personeller Aufstockung wird das wichtige
Serviceangebot für die Mieter und die präventive Betreuung künftig
deutlich ausgeweitet. Um in Zukunft ein noch besseres Service in
Richtung Prävention bieten und gleichzeitig Synergien nutzen zu
können, wird diese Serviceeinrichtung ab Jänner 2010 innerhalb des
Wohnservice Wien unter dem neuen Namen Wohnpartner organisiert sein.
Das Tochterunternehmen Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung GmbH
(früher "Stadt Wien - Wiener Wohnen Hausbetreuungs GmbH") wurde 2009
neustrukturiert. Um verstärkt persönliche AnsprechpartnerInnen für
die GemeindemieterInnen zu schaffen, wird das Stützpunktnetz
kontinuierlich ausgebaut. Auch das neue und faire Waschküchensystem
"NaTÜRlich sicher", das sich bestens bewährt hat, wird in weiteren
Gemeindebauten installiert. Bis zum Frühjahr 2010 werden bereits
insgesamt 1.200 Waschküchen auf das neue System umgestellt sein.
Wiener Wohnbau auch in Zukunft weltweit die Nummer eins
Die Wiener Wohnbaupolitik ist aufgrund ihrer sozialen,
ökologischen und ökonomischen Ausrichtung weltweit Vorreiter.
"Wie richtig der Weg ist, den Wien beschritten hat, zeigt sich
besonders deutlich im Jahr 2009, das von der weltweiten
Wirtschaftskrise geprägt ist. Der Wiener Wohnbau ruht auf stabilen
krisensicheren Säulen, die den Wienerinnen und Wienern nicht nur ein
Optimum an Sicherheit bieten, sondern auch eine Wohnqualität, die
andernorts nur am freien Markt, zu weit teureren Preisen geboten
wird. Gerade das Krisenjahr 2009 zeigt erneut, dass wir auf dem
richtigen Weg sind. Das Budget 2010 wurde voll darauf ausgerichtet,
diesen Kurs weiter zu verfolgen, auszubauen und den Weg für einen
modernen und sozialen Wohnbau der Zukunft, der weiterhin allen
Wienerinnen und Wienern leistbare und qualitätsvolle Wohnungen zur
Verfügung stellt, zu ebnen", so Wohnbaustadtrat Michael Ludwig
abschließend. (Schluss) da
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz: www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/ Christiane Daxböck Mediensprecherin Vbgm. Dr. Michael Ludwig Telefon: 01 4000-81869 E-Mail: [email protected]
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