- 20.11.2009, 13:01:54
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Spitalsärztereaktion auf IHS: "Spüren nichts von steigenden Mitteln"
ÖÄK-Vize Mayer: Ärzte am Leistungslimit - von Kosten- zur Leistungsdiskussion kommen - Problem Rehab
Wien (OTS) - Zur heute vom IHS präsentierten Studie zur
Kostenexplosion in den Fondsspitälern sagte Spitalsärztechef Harald
Mayer, man müsse dringend von einer Kosten- zu einer
Leistungsdiskussion kommen. "Die steigenden Finanzmittel im
Spitalsbereich sind an den Ärztinnen und Ärzten spurlos
vorbeigegangen. Sie spüren nur die Leistungsverdichtung, was sie an
die Grenze der physischen und psychischen Belastbarkeit bringt. Denn
im Bereich der ambulanten Versorgung an Wochenenden und bei der
Nachversorgung sind die Spitäler nach wie vor die einzig
funktionierende Anlaufstation", so der Obmann der Bundeskurie
Angestellte Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer
(ÖÄK) Freitag in einer Aussendung.
Schon vor langer Zeit habe die Ärztekammer eine Finanzierung des
Gesundheitswesens aus "zwei Töpfen" vorgeschlagen: Der stationäre
Bereich in den Krankenhäusern solle über Steuermittel, der ambulante
Bereich - neben Spitalsambulanzen auch Ordinationen und neue
Ärztekooperationen - von den Krankenkassen bestritten werden.
Nach wie vor suboptimal gelöst sei insbesondere der Bereich der
Rehabilitation. Hier fehle es an entsprechenden Einrichtungen für die
Nachversorgung. Mayer: "Die Spitäler sind hier die Einzigen, die die
notwendige Versorgung anbieten. Insofern können Spitalsbetten nicht
einfach abgebaut werden. Es ist entbehrlich, den gut funktionierenden
Spitalsbereich hier in Frage zu stellen."
Tatsache sei, so Mayer weiter, dass die Medizin enorme Fortschritte
gemacht habe und neue Behandlungsmöglichkeiten, wie etwa die
onkologische Medikation, teuer seien. Hinzu komme eine immer älter
werdende Bevölkerung, die immer mehr Leistungen benötigen werde. "Ein
Krank-Sparen der Spitäler ist kontraproduktiv und widerspricht dem
Ethos der Ärztinnen und Ärzte sowie einer sozialen
Gesundheitspolitik. Ich könnte mir zukünftig eine integrative Lösung
zwischen Bund und Ländern, Spitälern und niedergelassenem Bereich auf
Basis des ÖSG vorstellen. Wir müssen noch vor dem Finanzausgleich
2013 das Kostensystem der Spitäler gestalten", so Mayer. (jg)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Mail: [email protected]
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