- 20.11.2009, 12:51:28
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"Bachelor Welcome"-Diskussion in Salzburg - Akzeptanz der neuen Abschlüsse in der Wirtschaft wird steigen
Hochkarätige BildungexpertInnen diskutierten bei Berufs- und Studieninformationsmesse
Wien (OTS/PWK900) - Heute, Freitag, fand im Rahmen der
Bildungsmesse BeSt im Messezentrum Salzburg auf Initiative der
Wirtschaftskammer Österreich und des Bundesministeriums für
Wissenschaft und Forschung eine Diskussionsrunde zum Thema
"Bachelor-AbsolventInnen und Arbeitsmarkt statt. Denn ab dem
laufenden Studienjahr ist mit einem starken Anstieg von
Bachelor-AbsolventInnen zu rechnen - sie werden damit auch am
Arbeitsmarkt zu einer relevanten Größe. Zu den aktuellen
Herausforderungen an der Schnittstelle von Bildungssystem und
Arbeitsmarkt diskutierte eine hochkarätige Runde unter der Moderation
des Bildungsjournalisten Michael Roither.
In seiner Einleitung verwies der stv. Direktor der
Wirtschaftskammer Salzburg, Manfred Pammer auf eine Umfrage unter
Salzburger Unternehmen, die das Engagement der Wirtschaftskammer im
Bereich Bildung bestärkt - als Bildungsanbieter wie auch engagierten
Partner in der Bildungspolitik. "Beachtliche 94 % der Unternehmen
finden unser Engagement im Bereich Bildung wichtig bzw. sehr wichtig.
Wir wollen Wissenschaft und Wirtschaft zusammenbringen - auch bei
Diskussionen wie dieser."
Der Leiter des FH-Studiengangs Informationstechnik und
Systemmanagement, Gerhard Jöchtl, betonte zur aktuellen
Herausforderung: Wir müssen in kurzer Zeit eine Ausbildung anbieten,
nach der sich die Absolventen in einem Unternehmen gut zurecht
finden. Als ich, mit universitärer Ausbildung und Industrieerfahrung,
in den Fachhochschulsektor gekommen bin, war ich auch skeptisch, wie
die Anforderungen in einem kürzeren Studium verwirklicht werden
können. Heute muss ich sagen: Ein Bachelor bietet sehr wohl die
Möglichkeit im technischen Bereich eine interessante Berufstätigkeit
ausüben zu können und ist jedenfalls keine Sackgasse."
Für Jacoby Pharmazeutika-Vorstand Peter Unterkofler geht in der
Bachelor-Ausbildung Breite vor Tiefe: "Ein Großteil der
berufsspezifischen Ausbildung erfolgt ohnedies in den Unternehmen.
Ein Bachelor ist ein erster Regelabschluss, nach dem man jedenfalls
für drei oder vier Jahre in die Wirtschaft gehen soll um vielleicht
später ein Master-Studium anzuschließen." Als Unternehmer erwartet er
sich von darauf aufbauenden PhD-Studien mehr Forschungskooperationen
zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.
Im öffentlichen Bereich sei der Bachelor noch nicht gleich gestellt
und als "Voll-Akademiker" akzeptiert, dieses Signal ist für
Unterkofler "verheerend".
Friedrich Faulhammer, Generalsekretär im Wissenschaftsministerium,
sieht das ähnlich: "Die Umstellung ist weit fortgeschritten. In
vielen Bereichen gibt es nur noch das neue System mit Bachelor und
Master, einzig spezielle Fächer wie Rechtswissenschaften, Pharmazie
oder Medizin. Die Frage ist, wann auch in den Köpfen der Entscheider
am Arbeitsmarkt der Bachelor als Regelabschluss ankommt."
Die gegenwärtige Unsicherheit über eine eventuell zu kurze
akademische Ausbildung braucht weitere Diskussionen mit der
Wirtschaft und intensive Informationsarbeit. "Ich rechne mit
steigender Akzeptanz und mit Gewöhnungseffekten in den nächsten
Jahren, auch wenn die öffentliche Verwaltung hier noch nicht so weit
ist wie viele Unternehmen."
Auf die Frage, ob ein Bachelor-Studium für den Arbeitsmarkt
ausreicht, antwortete der Initiator des Studiums der
Ingenieurwissenschaften in Salzburg und München, Prof. Georg
Amthauer: "Bei unserem 7-semestrigen Studium ist ein
Auslandsaufenthalt und Praktika vorgesehen. Die Initiative für die
Einrichtung des Studiums kam aus der Wirtschaft, und wir glauben,
dass wir durch den intensiven Praxisbezug unseren Absolventen einen
erfolgreichen Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen können."
Ebenso wie Jöchtl plädierte er für ein vermehrtes Angebot an
berufsbegleitenden Master-Studiengänge. Einige der jetzt
eingerichteten Bachelor-Angebote hält er für inhaltlich überfrachtet,
diese "Geburtswehen" würden aber bald korrigiert werden.
Gerade im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich gibt es
sehr gute Chancen für Bachelor-Absolventen und in manchen
Berufsfeldern sogar akuten Fachkräftemangel. Bernadette Himmelbauer,
Forschungsassistentin für Industrielle Systeme & Signalverarbeitung
an der Fachhochschule Salzburg, sieht in ihrer Arbeit mit
Bachelor-Studierenden eine steigende Bereitschaft bei Studierenden
zum sofortigen Einstieg ins Berufsleben: "In Fachhochschulen ist die
neue Studienorganisation aus Sicht der Studierenden jetzt gut
etabliert und akzeptiert, sie wissen, was sie erwarten können." (us)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Bildungspolitik
Dr. Klaus Schedler
0590900-4072
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