- 20.11.2009, 11:53:40
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AK Wöss: Öffentliche Alterssicherung bleibt langfristig finanzierbar
Stabile und hochwertige Sozialsysteme in der Krise wichtiger denn je
Wien (OTS) - "Stabile und hochwertige Sozialsysteme sind in der
Krise wichtiger denn je. Dazu gehört auch eine Altersversorgung, auf
die sich die Menschen verlassen können. Die öffentliche
Alterssicherung hat sich über Jahrzehnte bewährt und bietet auch für
die heute Jüngeren die verlässlichste Form der Alterssicherung, sagte
Josef Wöss, Leiter der Abteilung Sozialpolitik der AK Wien, gestern
bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Kommt nach der
Wirtschaftskrise die Pensionskrise? Wie sicher sind unsere
Pensionssysteme?". Zwar sind von der aktuellen Krise sämtliche
Alterssicherungssysteme betroffen, die öffentlichen Umlagesysteme
erweisen sich aber als wesentlich krisenresistenter als private
Systeme mit Kapitaldeckung. Die öffentliche Alterssicherung ist aber
nicht nur sicherer, sie ist auch kostengünstiger als private. "Und
die langfristige Finanzierung der öffentlichen Alterssicherung steht
auf viel sichereren Beinen, als uns viele weismachen wollen", verwies
Wöss auf Berechnungen der EU und des Finanzministeriums: "Der
prognostizierte Anstieg der Ausgaben soll bis zum Jahr 2050 etwas
mehr als ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen. Ein
Wert der zweifellos finanzierbar ist."
Sozialsysteme sichern Kaufkraft
Stabile und hochwertige Sozialsysteme leisten einen beträchtlichen
Beitrag zur Bekämpfung von Wirtschaftskrisen. Absicherungen etwa beim
Verlust des Arbeitsplatzes oder eben Leistungen aus der
Pensionsversicherung, die bei einem Börseneinbruch nicht gekürzt
werden, vermeiden in wirtschaftlich schlechten Zeiten einen
Konsumeinbruch. Wichtig ist auch, dass Panikreaktionen aus Angst um
die Pensionen vermieden werden. Die Sozialsysteme tragen damit
wesentlich zur Sicherung der Kaufkraft bei und das hilft, den
Wirtschaftsmotor auch in Zeiten einer Wirtschaftskrise in Schwung zu
halten.
Sicherer und kostengünstiger
Die Menschen können sich auf stabile Pensionszahlungen aus der
öffentlichen Alterssicherung verlassen. "Das war bisher so und wird
auch in Zukunft so sein. Öffentliche Alterssicherung bietet auch für
die heute Jüngeren die verlässlichste Form der Alterssicherung",
sagte Wöss. Die Einbrüche auf den Kapitalmärkten und die daraus
resultierenden massiven Kürzungen vieler kapitalgedeckter Pensionen
haben gezeigt, wie groß die Risiken für solche Systeme sind.
Öffentliche Alterssicherung ist aber nicht nur sicherer, sie ist
auch kostengünstiger. In der öffentlichen Alterssicherung fallen
wesentlich niedrigere Verwaltungskosten an, es gibt keinen
Werbeaufwand und es erfolgt keine Verrechnung von Gewinnen.
Vermeintliche Kostenvorteile kapitalgedeckter Systeme resultieren in
aller Regel aus unrealistisch hohen Ertragserwartungen. "Dass das in
Wirklichkeit anders ausschaut, wird uns durch die aktuelle Krise
drastisch vor Augen geführt", betonte Wöss.
Öffentliche Alterssicherung ist auch langfristig finanzierbar
Nach aktuellen EU-Publikationen und Berechnungen des Finanz- und
Sozialministeriums werden die Ausgaben für die öffentlichen Pensionen
von derzeit 12,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auf 13,8 Prozent
im Jahr 2030 und bis 2050 auf 14 Prozent steigen. Das ist in
Anbetracht der massiv in die Höhe gehenden Zahl der Älteren in
unserer Gesellschaft ein nur moderater Anstieg, der zweifellos
finanzierbar ist. Ein zentrales Element zur Dämpfung eines
Kostenanstiegs ist für Wöss die Arbeitsmarktpolitik. Steigen die
Erwerbsquoten - vor allen bei Frauen und Älteren - dann kann der
Anstieg der so genannten Pensionslastquote auf relativ niedrigerem
Niveau gehalten werden.
Wöss verwies auch auf die Tatsache, "dass wir mit einer
zunehmenden Alterung der Erwerbsbevölkerung konfrontiert sind." Wenn
die Menschen länger im Berufsleben verbleiben sollen und damit das
noch immer niedrige faktische Pensionsantrittsalters in die Höhe
gehen soll, dann müssen die Erwerbschancen der Älteren dringend
verbessert werden. Stichworte: alternsgerechte Arbeitsplätze,
besserer Gesundheitsschutz oder lebensbegleitendes Lernen.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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