- 20.11.2009, 11:40:32
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Lebenshilfe: Wir brauchen ein neues Bild von Menschen mit Behinderungen
Aufbruchsstimmung: Kongress und Fachtagung der Lebenshilfe in Bregenz macht Forderungen zu Selbstbestimmung und Teilhabe laut. Inklusion ist im Vormarsch.
Bregenz (OTS) - Aufbruchstimmung machte sich breit, als heute die
Veranstaltungsreihe der Lebenshilfe zum Thema Inklusion abschloss.
Eine Woche diskutierten in Bregenz mehr als 400 Menschen mit
Behinderungen mit Eltern, Fachleuten und BegleiterInnen über ihre
Forderungen und Wünsche an die Gesellschaft. Gemeinsames Resümee:
Menschen mit Behinderungen wollen als aktive Mitglieder der
Gemeinschaft wahrgenommen werden. Die Gesellschaft braucht ein neues
Bild von Menschen mit Behinderungen. Die Zeit ist reif für die
Inklusion.
Eine Woche - ein Motto "Wir wollen dabei sein."
"Nehmt uns wahr und nehmt uns ernst!" lautet der Appell der
TeilnehmerInnen bei dem internationalen Kongresses von und mit
Menschen mit Behinderungen in Bregenz. Bei der unmittelbar
anschließenden Fachtagung "Wege zur Inklusion" diskutieren
ExpertInnen und SelbstvertreterInnen zwei Tage lang über neue Wege in
der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen.
Für Wolfgang Orehounig, Selbstvertreter aus Wien, ist gute
Unterstützung "wenn ich selbst bestimmen kann, wo, was und wie ich
unterstützt werden möchte." Nichts geht über ihn ohne ihn. Bei seiner
Lehre als Bürokaufmann wünscht er sich Nachhilfeunterricht in den
kaufmännischen Fächern. Die UN-Konvention über die Rechte von
Menschen mit Behinderungen gibt ihm nicht nur das Recht auf
Unterstützung und Assistenz, sondern auch das "Recht auf Anderssein",
wie es Dr. Ursula Naue von der Universität in ihrem Vortrag
formulierte. Inklusionsexperte Dr. Stefan Doose ergänzte: "Inklusion
bedeutet gleiches Recht für alle Menschen, die verschieden sind."
"Es liegt nun an uns allen, die gesetzten Ziele so rasch wie
möglich umzusetzen, damit ein gerechtes Miteinander nicht nur
gedacht, sondern auch erlebt wird. Wir von der Lebenshilfe sehen das
als unseren Arbeitsauftrag, den wir heute in unserer
Mitgliederversammlung beschlossen haben und den werden wir weiterhin
mit aller Kraft wahrnehmen", so Dr. Heinz Werner Blum,
Geschäftsführer der Lebenshilfe Vorarlberg und Vize-Präsident der
Lebenshilfe Österreich.
Die Forderung der Menschen mit Behinderungen nach mehr Teilhabe
und Selbstbestimmung ist nicht neu und wurden schon in früheren
Kongressen geäußert. Für Dr. Germain Weber, Präsident der Lebenshilfe
Österreich, ein Zeichen, dass die Anliegen noch nicht wirklich ernst
genug genommen wurden. Die Ergebnisse der Veranstaltungen sieht er
als einen klaren Auftrag an die Organisationen und an die Politik:
"Die Menschen mit Behinderungen haben ihre Anliegen selbst
zielstrebig weiterentwickelt. Ihre Forderungen in Sachen
Selbstbestimmung müssen landes- und bundesweit Gehör finden. Jetzt
gilt es zu klären, wie diese neu gewonnenen Erkenntnisse in der
Begleitung des Alltagslebens vor Ort, aber auch auf der Ebene Politik
in Österreich umzusetzen sind." Und er gibt das neue Bild vor: "Wenn
es um sie selbst geht, sollen die Menschen mit Behinderungen am
Lenkrad sitzen."
Rückfragehinweis:
Lebenshilfe Österreich, Eva Schrammel
Tel.: 01/8122642-79, Mobil: 0664/88 43 1996,
E-mail: [email protected]
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