- 19.11.2009, 13:48:54
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Schmied: "Aufbau statt Beschränkung"
Bildungsreform darf nicht bei der Matura enden: Wir brauchen einen österreichischen Hochschulplan!
Wien (OTS/SK) - Für Unterrichtsministerin Claudia Schmied zeigen
die Fakten klar auf: "Unseren Universitäten geht es schlecht." Daher
sei es höchst an der Zeit, eine Bildungsreform auch im Universitäts-
und Hochschulbereich voranzutreiben, so Schmied bei einer
Pressekonferenz heute Donnerstag. Getragen vom Grundsatz "Aufbau
statt Beschränkung" müsse eine Offensivstrategie entwickelt werden.
"Wir brauchen die besten Universitäten, dafür braucht es
faktenbasierte Reformschritte." Als Ziele nannte Schmied: mehr
StudienanfängerInnen, bessere Studienbedingungen, mehr
AbsolventInnen. Um dies sicherzustellen, müssten neue
Rahmenbedingungen geschaffen werden. Wissenschaftsminister Hahn sieht
Schmied daher gefordert, rasch einen "Hochschulplan" zu erarbeiten.
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Für den Universitäts- und Hochschulbereich müssten nun mehr Mittel
bereitgestellt werden, "aber richtig eingesetzt". Das Budgetziel von
zwei Prozent des BIP müsse in einem Stufenplan erreicht, sowie
flexibel und transparent eingesetzt werden. Diesbezüglich plädierte
die Unterrichtsministerin für eine neue Form der Finanzierung der
Lehre an den Universitäten. Nach Schmieds Vorstellungen soll ein
Studienplatzfinanzierungsmodell entwickelt werden, das die
zielgerichtete Verteilung der Mittel sicherstellt. Weiters sprach
sich Schmied für qualitative Zugangsregelungen statt quantitativer
Zugangsbeschränkungen aus: "Unfaire Knockoutprüfungen müssen der
Vergangenheit angehören."
Bei berufsorientierten Studien, wie etwa der Lehrerausbildung oder
der Zahnmedizin, könnten nach Ansicht Schmieds auch individuelle
Regelungen getroffen werden. Finanziellen Barrieren wie
Studiengebühren erteilte die Unterrichtsministerin einmal mehr eine
Absage, als sinnvoll erachtete sie dagegen eine Aufstockung der
Stipendien.
In Bezug auf die hohe Anzahl deutscher Studierender in Österreich
sprach sich Schmied für Vereinbarungen auf europäischer Ebene aus.
Wissenschaftsminister Hahn müsse rasch Verhandlungen starten: "Es
kann nicht sein, dass österreichische Studierende wegen der hohen
Anzahl deutscher StudentInnen Verschlechterungen in Kauf nehmen
müssen." Zudem müsste schon in Schulen verstärkt auf Begabungen und
Talente eingegangen, sowie bessere Studieninformation angeboten
werden. In diesem Bereich arbeite das Ministerium in Kooperation mit
Universitäten und ÖH an neuen Lösungen. Maßnahmen zur
individualisierten Begleitung von Studierenden, etwa durch Ausbau
eines Mentoren- oder Tutorensystems, müssten intensiviert werden, um
die Durchschnittsstudienzeit zu senken. Weiters sprach sich Schmied
für eine positive Nutzung des Bologna-Prozesses aus: Die Umstellung
auf die Bologna-Architektur dürfe zu keiner Verschulung des Studiums
führen, sondern zu mehr europäischer Mobilität und besseren
Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. Abschließend forderte Schmied mehr
Mitbestimmungsrechte der StudentInnen an den Universitäten und
Fachhochschulen und nannte dabei etwa die Wiedereinführung der
Direktwahl der ÖH. (Schluss) bg
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