- 18.11.2009, 14:52:31
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BerufsschülerInnen sind besonderen Problemen ausgesetzt
Heuras: Vollausbau der Schulsozialarbeit an allen NÖ Landesberufsschulen
St. Pölten (OTS/NLK) - "Das Land Niederösterreich wird
Schulsozialarbeit an allen Landesberufsschulen in Niederösterreich
anbieten", erklärte Bildungs-Landesrat Mag. Johann Heuras heute, 18.
November, bei einer Pressekonferenz in der Landesberufsschule Waldegg
im Bezirk Wiener Neustadt. Im Industrieviertel sei der Vollausbau
bereits erreicht, 2010 folge das Mostviertel, und mit der
Implementierung im Waldviertel und im Weinviertel werde der
Vollausbau in Niederösterreich bis zum Schuljahr 2010/2011
abgeschlossen sein. Für diesen flächendeckenden Ausbau werde jährlich
ein Betrag von ca. 850.000 Euro zur Verfügung gestellt, informierte
Heuras.
Das Aufsuchen von Beratungseinrichtungen stellt häufig eine zu
hohe Schwelle für Jugendliche dar, wodurch diese Angebote von vielen
nicht in Anspruch genommen werden. Durch Schulsozialarbeit soll diese
Schwellenangst verringert und den SchülerInnen ein leichter und
niederschwelliger Zugang zu Beratung, Betreuung und Unterstützung
direkt in der "Lebenswelt Schule" angeboten werden.
"Schulsozialarbeit stellt dabei die Zusammenarbeit und Verbindung von
Sozialarbeit und dem System Schule dar, ist ein Angebot vor Ort und
in den Schulalltag integriert", so der Bildungs-Landesrat.
Viele Jugendliche verlassen für den Berufsschulaufenthalt zum
ersten Mal für längere Zeit die elterliche Wohnung und müssen sich in
der Situation des Zusammenlebens mit Gleichaltrigen erst
zurechtfinden. Weiters unterliegen BerufsschülerInnen im Gegensatz zu
anderen SchülerInnen sehr früh den strengen Spielregeln der
leistungsorientierten Arbeitswelt. Die SchülerInnen müssen nicht nur
für sich lernen, sondern noch zusätzlich ihren Vorgesetzten
Rechenschaft über schulische Erfolge abliefern. "Nicht zu vergessen
ist, dass die SchülerInnen auch in einem Alter sind, in dem noch
andere Problemlagen im Vordergrund stehen, wie Probleme mit den
Eltern, Beziehungsprobleme, das Ausprobieren von Suchtmitteln, etc.",
so Heuras.
Die Erfahrung habe gezeigt, dass diese entwicklungsbedingten
Problemlagen in geballter Form in den zehn Wochen der Lehrgänge
auftreten. "Schulsozialarbeit ist daher ein sehr niederschwelliges
Angebot, das für Fragen, für Sorgen, aber auch für Probleme der
BerufsschülerInnen zur Verfügung steht, ohne dass sie befürchten
müssten, dass es Auswirkungen auf ihre schulische Situation haben
könnte", ist der Bildungs-Landesrat überzeugt.
Die Schulsozialarbeit wird an den Landesberufsschulen über freie
Jugendwohlfahrtsträger abgewickelt. Diese Anbieter von
Schulsozialarbeit unterliegen dem NÖ Jugendwohlfahrtsgesetz, brauchen
vor Tätigkeitsbeginn eine Eignungsfeststellung durch das Land und
unterstehen der Fachaufsicht der Landesregierung. Diese Aufsicht wird
durch die Fachabteilung Jugendwohlfahrt ausgeübt. Für die
Schulsozialarbeit an allen 19 Landesberufsschulen (fünf mit bis zu
800 SchülerInnen, sechs mit bis zu 1200 SchülerInnen und acht mit
über 1.200 SchülerInnen) wird ein jährlicher Betrag von ca. 850.000
Euro zur Verfügung gestellt. Damit werden etwa 20.000
BerufsschülerInnen erreicht und pro SchülerIn somit ca. 42,50 Euro
investiert.
Weitere Information: Amt der NÖ Landesregierung, Fachabteilung
Jugendwohlfahrt.
Dr. Reinhard Neumayer, Telefon 02742/11406 sowie Büro LR Heuras,
Markus Hammer, Telefon 02742/9005-12324, 0676/812-12324, e-mail
[email protected].
Rückfragehinweis:
Niederösterreichische Landesregierung
Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit und Pressedienst
Tel.: 02742/9005-12172
www.noe.gv.at/nlk
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