- 18.11.2009, 09:54:28
- /
- OTS0070 OTW0070
Ärzte weiter zu Dialog mit SVA bereit - Vertragsloser Zustand aber in Vorbereitung
ÖÄK-Vize Wawrowsky: "Vertrauensverlust durch SVA-Ablehnung einer Reformvereinbarung mit Verbesserung für Patienten"
Wien (OTS) - Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sind weiter
zu Gesprächen mit der SVA bereit. Dennoch wird der Vertragslose
Zustand vorsorglich intensiv vorbereitet, wie der Bundeskurienobmann
der Niedergelassenen Ärzte und ÖÄK-Vizepräsident Günther Wawrowsky
heute in einer Aussendung mitteilte. Wawrowsky sprach von
"Vertrauensverlust" gegenüber der SVA. Der Vorstand der Versicherung
habe zuletzt einen Verhandlungskompromiss verworfen, obgleich dieser
erhebliche Verbesserungen für die SVA-Patienten beinhaltete: Das in
dieser Reformvereinbarung vorgesehene Plus bei Visiten und
Gesprächsmedizin wäre durch interne Umschichtungen weitgehend von den
niedergelassenen Ärzten selbst finanziert worden. Auch war seitens
der Ärzte vorgesehen, die Möglichkeit von Leistungen unter einem Dach
durch den Abschluss einer Gruppenpraxen-Vereinbarung endlich auch
SVA-Patienten zu ermöglichen.
Der in mehrmonatigen Gesprächen erzielte Kompromiss hätte nach
vierjährigem Honorarverzicht der Ärzte lediglich rund ein Prozent
Honorarerhöhung bedeutet. "Die niedergelassenen Ärzte haben der SVA
in den zurückliegenden vier Jahren rund 38 Millionen Euro durch
Honorarverzicht eingespart. Daher war die brüske Ablehnung des
Vertrags durch den SVA-Vorstand keine zielführende Antwort auf die
langjährige Kooperationsbereitschaft", unterstrich Wawrowsky die
konstruktive Haltung der Ärzte.
Insgesamt sei der Anteil der ärztlichen Honorare an den
Gesamtausgaben der SVA von 85 Prozent im Jahr 1997 auf 62 Prozent im
Jahr 2008 stark abgesunken. "Damit sind die niedergelassenen Ärzte
keine Kostentreiber, sondern helfen Kosten dämpfen", betonte der
ÖÄK-Vizepräsident.
Wawrowsky verwies darauf, dass die SVA derzeit über ein
Leistungsangebot verfügt, dass sich von jenem der
Gebietskrankenkassen in zahlreichen für Unternehmer und
Selbstständige wesentlichen Punkten unterscheide. So gebe es etwa
Psychotherapie und Operationsleistungen auf Kassenbasis , sowie auch
die Möglichkeit einer gezielten ärztlichen Koordinierung von Terminen
z.B. für schnelle Untersuchungen. Grundsätzlich sei der SVA-Katalog
auf den Bedarf von Unternehmern und Selbstständigen zugeschnitten.
"Bei einem Umstieg auf Gebietskrankenkassen-Niveau würden die
Unternehmer viele ihner wichtigen Leistungen verlieren", so
Wawrowsky. Auch seien die Gebietskrankenkassen-Tarife mit Rücksicht
auf die Klientel vielfach Sozialtarife und in vielen Bereichen längst
nicht mehr kostendeckend.
Sollte die SVA nicht bis zum 31.12.2009 die Bundesschiedskommission
anrufen, tritt der Vertragslose Zustand für SVA-Patienten am 1.1.2010
in Kraft. Damit müssen SVA-Patienten künftig alle Arztleistungen vor
Ort selbst begleichen, sie erhalten aufgrund der über dem normalen
Kassenniveau liegenden Privattarife weniger als 80 Prozent ihrer
Auslagen für Honorare von der Kasse zurückerstattet und müssen
dennoch weiterhin monatlich ihre Kassenbeträge errichten. Der
Sozialversicherung würden geschätzte Verwaltungskosten im Ausmaß von
rd. sieben Millionen Euro jährlich entstehen. (bm)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Dipl.-Journ. Birgit Merz
Tel.: (++43-1) 513 18 33 - 45
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAE






