HOSI Wien begrüßt Einigung zur Eingetragene Partnerschaft trotz Makeln
Wien (OTS) - "Wir freuen uns sehr, dass die langen Verhandlungen
nun noch fristgerecht zu einem Abschluss gebracht wurden und dass das
EP-Gesetz mit Jahreswechsel in Kraft treten kann", zeigt sich
HOSI-Wien-Obmann Christian Högl grundsätzlich über die Einigung der
Koalitionsparteien erleichtert. "Damit vollziehen wir einen Schritt,
den Dänemark bereits vor 20 Jahren gesetzt hat, als dort als erstem
Land Europas die Eingetragene Partnerschaft eingeführt wurde. Die
HOSI Wien kämpft seit damals für ein solches Gesetz in Österreich und
freut sich außerordentlich, dass wir diesem Ziel nun sehr nahe
gekommen sind."
"Die Freude über das neue Gesetz ist allerdings dadurch getrübt,
dass die Eintragung nicht am Standesamt erfolgen soll. Auch wenn die
umfassende rechtliche Gleichstellung natürlich wichtiger ist, hat die
Frage des Ortes und der Form der Eintragung sehr hohe Symbolkraft:
Die Verweigerung des Standesamtes wird nicht nur von Lesben und
Schwulen als Demütigung und Provokation betrachtet und muss noch
einmal überdacht werden", fordert Högl.
Kampf um Gleichberechtigung geht weiter
"Auch dass Adoption und Fortpflanzungsmedizin weiterhin
ausgeschlossen bleiben und sogar explizit untersagt werden, schmerzt
sehr. Immerhin sorgen mehrere tausend lesbische und schwule
Elternpaare in Österreich für in ihrem gemeinsamen Haushalt lebende
Kinder, und es ist eine Beschneidung der Rechte der Kinder, die etwa
im tragischen Fall des Todes ihrer Co-Mutter keinen Anspruch auf
Waisenrente haben", ergänzt HOSI-Wien-Obfrau Jona Solomon. "Für uns
ist daher klar, dass das EPG zwar ein wichtiger und durchaus großer
Schritt auf dem Weg zur Gleichberechtigung ist, wir aber noch nicht
am Ziel angekommen sind."
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