OTS0226 / 17.11.2009 / 12:58 / Channel: Chronik / Aussender: Grüner Klub im Rathaus
Stichworte: Bau / Grüne / Kommunales / Naturschutz / Umwelt / Wien


Grüne Alsergrund: Baumallee in der Sensengasse bedroht =


   Wien (OTS) - Die mächtige Baumallee in der Sensengasse in
Wien-Alsergrund ist bedroht. Gestern haben Rodungsarbeiten mit
radikalem Rückschnitt der Bäume begonnen, obwohl es keine
Rodungsbewilligung gibt. Im Zuge von Bauarbeiten wurden die Bäume
nachhaltig beschädigt, 4 der 13 Alleebäume sollen gerodet werden.
"Wir haben mehrfach im Zuge der Bautätigkeiten auf die unsachgemäße
Bauführung im Nahbereich der Bäume hingeweisen und einen besseren
Schutz des Wurzelraumes eingefordert" erinnert der grüne
Bezirksvorsteherin-Stellvertreter Stefan Freytag. "Über die
Umweltanwaltschaft haben wir seinerzeit auch eine Anzeige gegen die
Bauführung erwirkt - dass das ohne sofortige Konsequenzen blieb,
zeigt die Zahnlosigkeit des Wiener Baumschutzgesetzes und den
fehlenden politischen Willen, berechtigte Anliegen gegen die
Interesssen mächtiger Investoren zu unterstützen".
"Für die AnrainerInnen ist der Beginn der Arbeiten in einer Nacht-
und Nebel-Aktion ein Schock - war doch die mächtige Allee für alle
ein wesentliches Element in dieser ansonsten wenig attraktiven
Durchzugsstraße. Vielfach war ihnen zugesichert worden, dass
zumindest 3 der 4 jetzt zur Rodung empfohlenen Bäume erhalten
werden", so Freytag.
Zur Erinnerung: die Baulandwidmung und Bebauung des ehemaligen
Grünareals war vor 7 Jahren heftig umstritten - BürgerInnen hatten
auf zahlreiche Mängel in den Entscheidungsgrundlagen hingewiesen, und
damit Planungsstadtrat Schicker und die SP-Bezirksvorstehung  dazu
gedrängt, Zugeständnisse einzuräumen: geringere Verbauungsdichte,
öffentliche Durchwegung des Areals und die Durchführung eines
Wettbewerbes mit der Auflage, die Baumallee zu erhalten. Es wurde bei
vielen Gelegenheiten immer wieder ein Erhalt der Allee zugesagt.
"Alle Zusagen, die den BürgerInnen dazu immer wieder gegeben wurden
waren nichts weiter als Lippenbekenntnisse und Vertröstungen, die
anscheinend wider besseren Wissens gegeben wurden" ärgert sich die
Grüne Bezirksrätin und seinerzeitige Sprecherin des Agendaprojektes,
Christa Schmid. 
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