- 17.11.2009, 10:47:37
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Evangelisch-reformierter Oberkirchenrat gegen Vereinnahmung des Kreuzes
Kreuz nicht "kulturkämpferisch" instrumentalisieren
Wien (OTS) - In der Debatte um Kreuze an öffentlichen Orten hat
der evangelische Oberkirchenrat H.B. am Dienstag, 17. November, eine
Stellungnahme veröffentlicht. Darin verwehrt sich das
evangelisch-reformierte Leitungsgremium "gegen jegliche Vereinnahmung
seitens der Kreuz-Befürworter". In den vergangenen Tagen sei das
Kreuz mehrmals als allgemein christliches Symbol bezeichnet worden.
"Es ist aber festzustellen, dass es christliche Kirchen gibt, die auf
dieses Symbol als Gegenstand bewusst verzichten", heißt es in der
Stellungnahme.
Ein wesentliches Merkmal der reformierten Tradition bestehe im
Bilderverbot, wie es das zweite der Zehn Gebote nach 2. Mose 20
vorgebe. Die reformierte Kirche verstehe auch das Kreuz als Bild.
Daher gebe es in vielen reformierten Kirchen auch heute weder Bilder
noch Kreuze. "Wir respektieren Menschen, die das sichtbare Kreuz als
Teil ihrer Identität verstehen, wir haben aber auch für jene
Verständnis, die in der Verwendung von Kreuzen im öffentlichen Raum
ein Ärgernis und eine Diskriminierung anderer sehen", hält der
Oberkirchenrat in seiner von Landessuperintendent Thomas Hennefeld
unterzeichneten Stellungnahme fest.
Gerade weil für evangelisch-reformierte Christinnen und Christen das
Kreuz einen hohen theologischen Stellenwert habe, dürfe es nicht
"kulturkämpferisch" instrumentalisiert werden: "Der christliche Geist
zeigt sich nach unserer Überzeugung darin, wie ernst es Christinnen
und Christen mit der Nachfolge Jesu ist. Christinnen und Christen
sollten weniger ?an Kreuzen hängen? als vielmehr dafür sorgen, dass
bestehende Kreuze, an denen Menschen heute noch elend zugrunde gehen,
aus der Welt geschafft werden", so der evangelisch-reformierte
Oberkirchenrat.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Dr. Thomas Dasek
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
mailto:[email protected]
http://www.evang.at
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