• 16.11.2009, 09:00:37
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Studentenproteste: Mehr als 70% der Studierenden befürworten Hörsaalbesetzungen und Demonstrationen

Wien (OTS) - Eine vom Institut für Jugendkulturforschung -
jugendkultur.at unter Studierenden durchgeführte bundesweite
Repräsentativbefragung zeigt, dass die überwältigende Mehrheit der
Studierenden hinter den Protesten der letzten Wochen steht. Zudem
haben sich fast 50% der BefürworterInnen auch selbst an den
Protestaktionen beteiligt.

Von der Wirtschaft unabhängige Universitäten

Die unter den Protest-BefürworterInnen weitaus wichtigste
Forderung ist, die Universitäten von Einflussnahme der Wirtschaft
möglichst frei zu halten und für alle gesellschaftlichen Gruppen
gleichberechtigten Zugang zur akademischen Bildung zu sichern.
Darüber hinaus will man während des Studiums ordentlich betreut
werden, keine Verschulung und keine übertriebene Konkurrenz und
Selektion.

Vertrauenskrise der Politik

Über 50% der Befragten vermissen bei allen politischen Parteien
des Landes hochschulpolitische Kompetenz. Die studierenden Frauen
zeigen sich in diesem Zusammenhang besonders politikskeptisch.
Relativ klare parteipolitische Präferenzen lassen sich im großen
Lager der Protest-BefürworterInnen und im relativ kleinen Lager der
Protest-GegnerInnen erkennen. Während die BefürworterInnen zum großen
Teil AnhängerInnen der Grünen sind, sammeln sich bei den
Protest-GegnerInnen AnhängerInnen der ÖVP.

Unterschiedliche Visionen für die Universität der Zukunft
Die beiden Lager unterscheiden sich vor allem dort deutlich, wo es um
universitätspolitische Zukunftsvisionen geht. Während die
Protestierenden für eine offene, alle gesellschaftliche Gruppen
inkludierende Universität als Bildungsinstitution eintreten, zeigen
sich die GegnerInnen als AnhängerInnen einer auf Berufsausbildung
ausgerichteten, hochgradig selektiven Universität. Sie stehen
Zugangsbeschränkungen positiv gegenüber und sehen im Ausschluss der
deutschen Studierenden aus dem Studienbetrieb einen wichtigen Ansatz
zur Lösung der Probleme der Massenuniversität.

Frauen leiden besonders unter den Problemen der Massenuniversität

Die Untersuchung des Instituts für Jugendkulturforschung -
jugendkultur.at zeigt aber auch, dass die Probleme der
Massenuniversität einen geschlechtsspezifischen Aspekt aufweisen.
Frauen leiden besonders unter überfüllten Hörsälen, aber auch unter
einer anonymen Universität, in der es in der Lehre immer weniger
kontinuierliche, persönliche Betreuung der Studierenden gibt. Im
höheren Ausmaß als die männlichen Studierenden sprechen sich die
Studentinnen für eine solidarische, offene und gut ausgestattete
Universität aus, die mehr zu bieten hat als Konkurrenz und Selektion.

Die repräsentative Studierendenbefragung ist ab 18.11.2009 gegen
eine Schutzgebühr von 70,- exkl. USt. via
mailto:[email protected] erhältlich.

Rückfragehinweis:
Dr. Beate Großegger und Mag. Bernhard Heinzlmaier (Studienleitung)
Institut für Jugendkulturforschung
www.jugendkultur.at
Tel: 01/ 532 67 95

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