Greenpeace: Anfang vom Ende des Walfangs in Sicht
Japanische Regierung untersucht nun Korruption und Verschwendung
Tokio/Wien (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace berichtete
heute in einer Aussendung, dass die japanische Regierung mit einer
Finanzprüfung das Forschungs-Walfangprogrammes im Südpolarmeer
begonnen hat. Die zentrale Frage wird dabei sein, ob dieses als
Steuergeld-Verschwendung zu werten sei und die Finanzierung aus
öffentlicher Hand somit einzustellen wäre. Zumindest lautet so die
Empfehlung des Steuerprüfungskomitees, das im Auftrag der neuen
Regierung unter Premierminister Yukio Hatoyama
Steuergeld-Verschwendung und Korruption zu untersuchen hat und alle
"nicht notwendigen Subventionen" für 2010 streichen soll.
"Ohne öffentliche Gelder ist Japans Walfangprogramm aber nicht
mehr zu finanzieren", weiß die Greenpeace-Meeresexpertin Antje Helms.
"Wenn in den nächsten Wochen also die richtigen Entscheidungen
getroffen werden, bedeutet das wohl den Anfang vom Ende des
Walfangs", freut sich die langjährige Artenschützerin über die
aktuellen Veränderungen in Japan.
Der im September gewählte Premierminister Hatoyama hat mit der
Einsetzung des Steuer-prüfungskomitees sein Wahlversprechen
eingelöst, Steuergeld-Verschwendung und Korrup-tion im Land
hinkünftig zu unterbinden. Dabei werden nun gleich zweihundertzehn
Steuer-töpfe unter die Lupe genommen - darunter auch derjenige der
"Overseas Fisheries Cooper-ation Foundation" (OFCF), die jährlich mit
Milliarden von Yen den Forschungs-Walfang im Südpolarmeer finanziert
und für 2010 ein Budgetansuchen von umgerechnet 520 Millionen Euro
eingereicht hat. Die OFCF ist der größte Geldgeber des japanischen
Instituts für Walforschung (ICR), dem eigentlichen Betreiber der
Walfangflotte. Der Tageszeitung Asahi Shimbun zufolge vergibt die
OFCF an das ICR seit 2001 zinslose Millionenkredite, die bis heute
noch nicht zurückgezahlt werden konnten. Sollte das OFCF-Budget für
die Walfang-aktivitäten also empfindlich gekürzt werden, wird das ICR
nicht mehr in der Lage sein, die Walfangflotte weiterhin in die
Antarktis schicken zu können.
Heute trifft Premierminister Yukio Hatoyama in Japan mit
US-Präsidenten Barack Obama zusammen. "Beide Staatschef sollten jetzt
ihre Wahlversprechen, gegen Steuergeld-Verschwendung und für ein Ende
des Walfangs einzutreten, auch einzuhalten beginnen", ruft
Greenpeace-Sprecherin Antje Helms in Erinnerung. "Und die japanische
Walfang-Industrie ist wahrlich ein Paradebeispiel für Verschwendung
und Korruption, denn der Markt für Walfleisch ist längst schon
zusammengebrochen und der Walfang damit völlig unrentabel geworden",
so Helms abschließend.
Rückfragehinweis:
Antje Helms; Greenpeace CEE; Tel.: +43 664 2148952
Attila Cerman, Greenpeace CEE; Tel.: +43 664 3435354
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