• 12.11.2009, 13:28:25
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Industrie für Output-orientierte und wettbewerbsfähige Hochschulpolitik

IV-GS Beyrer: Debatte geht an Kernfragen vorbei - Zugang im Vorfeld steuern -Studienbeiträge mit kreditfinanziertem Modell andenken - Uni-Besetzungen beenden

Wien (OTS/PdI) - Für eine Output-orientierte und wettbewerbsfähige
Hochschulpolitik sowie eine Reform des Schulsystems spricht sich die
Industrie aus. "Die derzeitige Debatte ist seitens protestierender
Studenten wie Politik eine wirkliche Themenverfehlung und geht an den
Kernfragen vorbei", sagte der Generalsekretär der
Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Donnerstag,
anlässlich der Sondersitzung im Nationalrat über die Situation an den
heimischen Universitäten. "60 Prozent der Studienanfängerinnen und
-anfänger wählen nur 10 Prozent der Studienrichtungen", führte Beyrer
aus. Dies führe dazu, dass es an Absolventinnen und Absolventen
naturwissenschaftlicher und technischer Studienrichtungen mangle.
"Dieser Mangel ist ein Wettbewerbsnachteil für das Industrieland
Österreich. Es ist daher unerlässlich, Zugangregelungen einzuführen,
um ein qualitativ hochwertiges Hochschulsystem zu schaffen", so
Beyrer, der darauf verwies, dass Österreich das einzige Land sei, wo
es weder solche Regelungen und Studienbeiträge gebe. "Mit Blick auf
den globalen Wettbewerb müssen wir für eine Topausbildung sorgen."
Die Politik sei dazu aufgerufen, alle Möglichkeiten, inklusive etwa
auch einer möglichen Studieneingangsphase, zu prüfen, wie sich der
Zustrom der Studenten zu den einzelnen Fächern besser steuern lassen
könne.

Im Zentrum der Bemühungen müsse insgesamt stehen, die vorhandenen
Mittel bestmöglich für die Ausbildung junger Menschen einzusetzen.
"Nur so sind wir als Industrie- und Arbeitsstandort im
internationalen Wettbewerb weiter vorne mit dabei. Mittelmaß wird im
Wettbewerb von heute und insbesondere von morgen nicht mehr genügen",
betonte der IV-Generalsekretär. Beyrer sprach sich erneut mit
Nachdruck für ein Ende der Uni-Besetzungen sowie konstruktive und
sachliche Gespräche aller Beteiligten aus. "Die Erarbeitung einer
Gesamtstrategie für den gesamten tertiären Sektor auf Grundlage einer
Aufgaben- und Performance-Analyse sowie mehr Effizienz bei der
Aufgabenteilen zwischen den institutionellen Bereichen ist dringender
denn je", so Beyrer. Seit vielen Jahr(zehnt)en könne die Politik die
Diskrepanz zwischen begrenzten Budgets und Kapazitäten (Raum,
Lehrpersonal) einerseits und der Steuerung des Zustroms andererseits
nicht auflösen.

Die Industrie trete vor dem Hintergrund nach wie vor für
Studienbeiträge ein, wobei kein fähiger junger Mensch aus
finanziellen Gründen vom Studium abgehalten werden solle. Dazu könnte
auch ein kreditfinanziertes Modell angedacht werden. "Studienbeiträge
- ob kreditfinanziert oder nicht - sind sinnvoll, weil dadurch die
Studienwahl überlegter erfolgt, prüfungsinaktive Studierende aus der
Statistik bereinigt werden und die Studiendauer, die in Österreich im
internationalen Vergleich überlang ist, sinkt", so Beyrer. Das alte
Argument von der sozialen Selektion sei "eine ewige Mär", da
Stipendien-Bezieher ohnedies von den Beitragszahlungen befreit wären.
"Über die Maßnahmen im Universitätsbereich hinaus gilt es, endlich
auch die Reform des Schulsystems anzugehen", betonte der
IV-Generalsekretär. Die Industrie habe mit ihrem Konzept "Schule
2020" ein klares Konzept auf den Tisch gelegt. Auch hier müsse man
daran arbeiten, "dass nicht Potenziale 'unterwegs' im Schulsystem
verlorengehen". Darüber hinaus muss die Studien- und Berufsberatung
vor dem möglichen Beginn eines Studiums massiv verstärkt werden.

Rückfragehinweis:
IV-Newsroom
Tel.: +43 (1) 711 35-2306
mailto:[email protected]
www.iv-net.at/medien

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