- 12.11.2009, 11:16:06
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Erstes Medikament aus den Tiefen des Meeres gegen Eierstockkrebs in Österreich zugelassen
Wirkstoff aus der Seescheide erweitert die Therapiemöglichkeiten des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms
Wien (OTS) - Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) ist die
fünfthäufigste bösartige Erkrankung der Frau. Es ist eine Erkrankung,
deren Häufigkeit mit steigendem Alter zunimmt. Die große Gefahr bei
dieser Art von Tumor besteht darin, dass er lange symptomlos bleibt
und daher meist erst sehr spät entdeckt wird. Deutliche Symptome
zeigen sich erst im Spätstadium. Für eine bestimmte Gruppe von
Patientinnen steht nun eine neue effektive Therapieoption zur
Verfügung: Trabectedin, ein Stoff der aus der karibischen Seescheide
gewonnen wurde, kommt - in Kombination mit einer
Standard-Chemotherapie - bei Wiederauftreten bzw. Metastasierung von
platinsensitivem Eierstockkrebs erfolgreich zum Einsatz.
Erfolgreiches "Fischen" nach innovativen Krebstherapien im Genpool
des Meeres
Beinahe drei Viertel aller Organismen unserer Erde entstammen dem
Meer. Die weitgehend unerforschte chemische Vielfalt dieser Biosphäre
bietet ein enormes Potential für Forschung und Medizin, welche das
biopharmazeutische Unternehmen PharmaMar seit mehr als 20 Jahren
erforscht und nützt. 1986 begann der spanische Biochemiker und
PharmaMar-Gründer Prof. Dr. Jose M. Fernández-Sousa, sich im Meer auf
die Suche nach Molekülen und Wirkstoffen zu begeben, die als Basis
für neue Krebsmedikamente dienen könnten.
Sogenannte Seescheiden (Ascidien) waren die Basis für die
Entwicklung des ersten Krebsmedikamentes aus dem Meer. Es handelt
sich dabei um kolonienbildende Manteltiere (Tunikate), die im
Mittelmeer und in der Karibik vorkommen. Der Wirkstoff Trabectedin
(Handelsname Yondelis(R)*) wurde ursprünglich aus der karibischen
Seescheide "Ecteinascidia turbinata" gewonnen und verfügt über einen
einzigartigen Wirkmechanismus: Trabectedin greift auf DNA-Ebene in
den Zellzyklus ein. Es bindet an eine bestimmte Struktur der DNA,
wodurch es zu einer Störung der Abläufe im Zellzyklus kommt. Dies
führt letztlich zum Absterben der Krebszelle.
Im September 2007, der Wirkstoff konnte inzwischen synthetisch
hergestellt werden, wurde Trabectedin als erstes Krebsmedikament aus
dem Meer in Europa zugelassen und zwar für sogenannte
Weichteilsarkome. Mit der Entwicklung dieses Medikamentes konnte eine
wichtige Lücke in der Behandlung dieser eher seltenen Krebserkrankung
geschlossen werden: Trabectedin war die erste Innovation bei der
Behandlung des fortgeschrittenen Weichteilsarkoms seit immerhin 30
Jahren.
Mit der Kraft der Seescheide gegen Eierstockkrebs
Mit 28. Oktober 2009 erhielt Yondelis(R)* - in Kombination mit
pegyliertem liposomalen Doxorubicin (PLD) - nun die EU-Marktzulassung
für Eierstockkrebs: Zur Second Line-Therapie von Patientinnen, die an
einer bestimmten Form (platinsensibles Ovarialkarzinom) von
Eierstockkrebs leiden, die häufig auftritt, und bei denen bereits ein
Rezidiv bzw. Metastasen aufgetreten sind. Die Wirkung ist effektiv,
die Nebenwirkungen sind moderat; so treten zum Beispiel Haarausfall
und Durchfall, typische Nebenwirkungen einer Standard-Chemotherapie,
hier nur sehr selten auf.
Erste platinfreie Kombinationstherapie
Patientinnen, die an Eierstockkrebs leiden, werden zu Beginn
(First Line-Therapie) mit einer Standard-Chemotherapie behandelt, die
platin- und taxanhaltig ist. Tritt nach Abschluss dieser
Chemotherapie nach mehr als 6 Monaten ein Rezidiv auf, spricht man
von platinsensitivem Eierstockkrebs. Diese Patientinnen müssen wieder
behandelt werden (Second Line-Therapie) und würden von einer weiteren
platinhaltigen Therapie in der Regel profitieren. Doch ein Teil der
Patientinnen verträgt diese Inhaltsstoffe nur schlecht.
Mit Trabectedin steht nun der erste Partner für eine platin- und
taxanfreie Kombinationstherapie mit PLD zur Behandlung eines
Wiederauftretens von Eierstockkrebs zur Verfügung. Zwar stehen
platin- und taxanfreie Monotherapien zur Verfügung, die
Kombinationstherapie mit Trabectedin und PLD weist allerdings eine
siginfikant bessere Wirksamkeit als eine PLD-Monotherapie auf.
Besonders sogenannte intermediär-platinsensible Patientinnen, das
sind jene, die zwischen 6 und 12 Monaten nach Abschluss der ersten
platinhältigen chemotherapeutischen Behandlung ein Rezidiv
entwickeln, sprechen besonders gut auf die Kombinationstherapie mit
Trabectedin an.
Ein Blick in die Zukunft
Seit über 20 Jahren befahren die Forschungsschiffe von PharmaMar
die Weltmeere. MeeresbiologInnen des Unternehmens arbeiten dabei eng
mit lokalen Forschungseinrichtungen zusammen. So konnte im Lauf der
Jahre eine umfangreiche "Bibliothek" mariner Proben angelegt werden,
die als Basis für die Entwicklung von Krebsmedikamenten dient. Dank
dieser einzigartigen Datenbank von marinen wirbellosen Tieren,
Mikroorganismen und neuen Wirkstofffamilien sind in Zukunft noch
viele weitere Wirkstoffentdeckungen und -entwicklungen zu erwarten.
* Handelsname darf nur in Fachmedien abgedruckt werden.
Text der Presseaussendung sowie Foto zum Download unter:
www.medical-media-consulting.at/pressroom
Rückfragehinweis:
[email protected], 0664/4169459 und [email protected], 0664/160 75 99
Fachliche Rückfragen:
Ing. Mag. Mario Huber, Key Account Manager Oncology, PharmaMar,
mailto:[email protected], Tel.: 0664/965 19 41
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