Wien (OTS) - Das große Los hat Gabriele Heinisch-Hosek bei der Vergabe der Ressorts nicht gezogen. Die Frauenpolitik und die Beamtenagenden sind Bereiche, mit denen nicht viel zu gewinnen ist. Sie hat kaum Kompetenzen, noch weniger Geld, dafür mächtige Gegner. Dass sie dennoch als positive Überraschung der SPÖ-Regierungsriege gilt, verdankt die Ministerin ihrer Hartnäckigkeit, aber auch dem Zeitgeist. Sie setzt sich offensiv für Frauenquoten ein und droht mit Strafen, sollten Firmen Frauen schlechter bezahlen als Männer. Und sie mischt sich ein, wo es nur geht - etwa bei der Homo-Ehe oder beim Kindergeld. Das ist möglich, weil ideologische Grenzen langsam verschwimmen. An ihre Grenzen könnte Heinisch-Hosek aber bei den Beamten stoßen, denen sie einen niedrigen Gehaltsabschluss und ein neues Dienstrecht abringen will. Während es in der Frauenpolitik viel um Bewusstseinsbildung geht, muss sie hier mit realen Gegnern fertig werden. Die Beamtengewerkschafter haben schon viele in die Knie gezwungen, zuletzt die Unterrichtsministerin. Bei den Gehaltsverhandlungen wird der Beamtenministerin mehr einfallen müssen, als der Vergleich von Voll- und Magermilch. Und sie braucht vor allem Hilfe von ganz oben - vom Kanzler und vom Finanzminister.
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