- 10.11.2009, 13:27:51
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Ärztepräsident Dorner: Wirtschaft soll ihren Verpflichtungen nachkommen
Österreichische Firmen verursachen Defizit der Krankenkassen mit
Wien (OTS) - Die Ärztekammer kritisiert massiv den Schuldenstand
der österreichischen Wirtschaft gegenüber den Krankenkassen von fast
einer Milliarde Euro. Für Ärztekammerpräsident Walter Dorner ist es
"schlicht und einfach inakzeptabel", dass die Krankenkassen
fortlaufend versicherungsfremde Leistungen zu erbringen hätten und
auf der anderen Seite österreichische Firmen ihren sozialrechtlichen
Verpflichtungen nicht mehr nachkommen und so das Defizit der
Krankenkassen in Österreich erst ermöglichten.
Allein der Wiener Gebietskrankenkasse schulden Österreichs Firmen 346
Millionen Euro. Dorner: "Mit Zahlung dieser ausstehenden Gelder würde
sich auf einen Schlag der Abgang der Wiener Gebietskrankenkasse
bereits mehr als halbieren."
Es sei bezeichnend, dass "gerade aus dieser Ecke" (der Wirtschaft,
Anm.) ein ständiger Kostendruck auf die Sozialversicherung und das
Gesundheitssystem im Allgemeinen komme und gleichzeitig den eigenen
finanziellen Verpflichtungen in keinster Weise nachgekommen werde.
Statt einen ständigen "Ökonomiewahn" in der Medizin auszuleben,
sollten sich die Wirtschaftskammer und die ihr nahestehenden Verbände
vielmehr darum kümmern, dass die von ihnen vertretenen Firmen ihren
Schuldenberg gegenüber der sozialen Krankenversicherung raschest
abbauen, so Dorner.
Positiv bewertet der Ärztechef die vom Sozialministerium
vorgeschlagenen höheren Mahn- oder Verrechnungsgebühren. Es gehe
nicht an, dass ein Teil der Sozialpartnern "es sich ständig richtet,
und das am Rücken der Patienten". Zu geringe finanzielle Mittel im
Gesundheitswesen bedeuteten letztendlich eine Verschlechterung der
medizinischen Versorgung.
Dorner: "Ich erwarte mir hier auch ein Machtwort des Bundeskanzlers,
da die Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems in Österreich wohl
Chefsache ist und anstehende Problemlösungen nicht zwischen den
Ministerien und Sozialpartnern hin- und hergeschoben werden können."
(hpp)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at
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