- 10.11.2009, 13:16:40
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Spitalsärzte: Jetzt Kostensystem der Spitäler gestalten
ÖÄK-Vize Mayer: Personal spürt nichts von höheren Finanzmitteln - integrative Lösung für den Spitalsbereich jetzt suchen
Wien (OTS) - Angesichts der medialen Berichterstattung zu den
explodierenden Kosten im Spitalsbereich spricht sich die Bundeskurie
Angestellte Ärzte für eine sofortige Aufnahme von Verhandlungen über
die zukünftige Spitalsfinanzierung aus. Man dürfe die Spitalskosten
nicht isoliert sehen. Daher müsse man unverzüglich über eine
Neuordnung nachdenken, noch bevor der Finanzausgleich im Jahr 2013
abläuft, so der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und
Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer,
Dienstag in einer Aussendung.
Die Ärztekammer plädiere für eine Finanzierung des Gesundheitswesens
aus "zwei Töpfen": Der stationäre Bereich in den Krankenhäusern solle
über Steuermittel, der ambulante Bereich - neben Spitalsambulanzen
auch Ordinationen und neue Ärztekooperationen -von den Krankenkassen
bestritten werden. Der finanzielle Mehraufwand und die höheren
Beiträge der Finanzierer hätten sich bei den Spitalsärztinnen und
-ärzten noch nicht gezeigt. Mayer: "Wir Spitalsärzte spüren zwar die
Leistungssteigerung massiv, von den gestiegenen Finanzmitteln spüren
wir im Personalbereich allerdings nichts, im Gegenteil. Nach wie vor
herrschen inakzeptable Arbeitsbedingungen. Wir müssen das gestiegene
Arbeitsaufkommen mit gleichbleibendem oder weniger Personal
bewältigen, die Arbeitsbelastung wird stetig höher."
Tatsache sei, so Mayer weiter, dass die Medizin enorme Fortschritte
gemacht habe und neue Behandlungsmöglichkeiten, wie etwa die
onkologische Medikation, teuer seien. Hinzu komme eine immer älter
werdende Bevölkerung, die immer mehr Leistungen benötigen werde.
Mayer: "Ein Krank-Sparen der Spitäler ist kontraproduktiv und
widerspricht dem Ethos der Ärztinnen und Ärzte sowie einer sozialen
Gesundheitspolitik. Augenscheinlich zahlt derzeit die
Sozialversicherung zu wenig in den gedeckelten Bereich. Ich könnte
mir zukünftig eine integrative Lösung zwischen Bund und Ländern,
Spitälern und niedergelassenem Bereich auf Basis des ÖSG vorstellen,
das dann auch wirklich lebbar ist und nicht nur auf dem Papier
existiert." (jg)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: 01/513 18 33 - 14
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