OTS0095   6. Nov. 2009, 10:47

Faymann: "Frauenorganisation wichtiger Bestandteil der Sozialdemokratie"

Heinisch-Hosek: "Nützen wir das Mondfenster - fangen wir mit der Transparenz bei den Einkommen von Männern und Frauen an"


Wien (OTS/SK) - "Über Generationen hinweg hat die
Frauenorganisation dafür gesorgt, dass die SPÖ niemals vergisst, dass
sie eine Partei ist, die für Gleichheit und gleiche Chancen eintritt
und dass Mehrheiten in der Bevölkerung, wie Frauen oder
ArbeitnehmerInnen, oft nicht immer chancengerecht behandelt werden",
betonte Bundeskanzler Werner Faymann anlässlich des Jubiläums "100
Jahre SPÖ-Frauenorganisation" in seiner Rede am Donnerstagabend und
unterstrich weiters: "Die Frauenorganisation ist ein ganz wichtiger
Bestandteil sowohl für ein gerechtes und soziales Österreich als auch
für die Sozialdemokratie im Allgemeinen." "Wir Frauen wollen als
Individuum wahrgenommen werden, Arbeit und Familie vereinen, den
gleichen Lohn für die gleiche Arbeit erhalten und als gleichwertiges
Mitglied dieser Gesellschaft anerkannt werden", betonte
Frauenministerin und Vorsitzende der SPÖ-Frauen Gabriele
Heinisch-Hosek. An der gelungenen Veranstaltung nahmen hunderte Gäste
teil, unter anderen Nationalratspräsidentin Barbara Prammer,
Gesundheitsminister Alois Stöger, Frauenvorsitzende und
Frauenministerin a.D. Johanna Dohnal sowie die beiden
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Laura Rudas und Günther Kräuter. ****

"Dass in unserer Welt Mehrheiten und in vielen Bereichen
Minderheiten nicht zu ihrem Recht kommen, dafür hat die
Sozialdemokratie kein Verständnis, weil sie sich, international und
national, für soziale Gerechtigkeit, einsetzt", verdeutlichte Werner
Faymann, der in diesem Zusammenhang hervorhob: "Es sind im besonderen
Frauenfunktionärinnen und Sozialdemokratinnen, die auf das Unrecht
aufmerksam machen und sich für ein Stück mehr Gerechtigkeit politisch
organisieren."

Soziale Netze ausbauen

Im Bereich der Pflege und Gesundheit gebe es, laut Faymann,
außerhalb der Städte oft keine Einrichtungen der stationären Pflege.
Deshalb würden viele Frauen diese Aufgaben übernehmen, anstatt ihre
Chancen im Berufsleben zu nutzen. Auch bei den
Kinderbetreuungsplätzen, den ganztägigen Schulformen, den
Einkommensunterschieden zwischen Männern und Frauen bestehe
Aufholbedarf. "In den wirtschaftlich schwierigen Zeiten haben wir
besondere Aufgaben wahrzunehmen. Leider gewinnen wieder Rezepte von
konservativen Ideologen aus der Vergangenheit an Aktualität, wie
jenes, Frauen aus dem Arbeitsmarkt zu drängen, so der Bundeskanzler.
"Plötzlich ist wieder die Rede von Frauen und ihren Chancen zu
Hause."

Heinisch-Hosek: "Nützen wir das Mondfenster - fangen wir mit der Transparenz bei den Einkommen von Männern und Frauen an"

Während des Zukunftstalks mit Frauenministerin Heinisch-Hosek und
Frauenstadträtin Sandra Frauenberger, welcher von
SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz moderiert wurde,
erklärte Heinisch-Hosek: "Es ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit,
die Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt voranzutreiben. Denn
nur so werden wir den Weg aus der Krise schaffen". In wirtschaftlich
schlechten Zeiten müsse man dafür Sorge tragen, dass es allen
Menschen gut gehe, besonders den Frauen, denn diese würden als erste
aus dem Arbeitsmarkt heraus fallen. Es sei auch von zentraler
Bedeutung, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Es sei
nachgewiesen, dass gemischte Führungsteams bessere Ergebnisse
erzielen würden. Die Frauenvorsitzende machte deutlich, dass es
endlich gelingen müsse, dass Frauen für die gleiche Arbeit auch das
Gleiche bezahlt bekämen. "Nützen wir das Mondfenster. Denn momentan
spricht die ÖVP gerne von Transparenz. Fangen wir doch zuerst mit der
Transparenz bei den Einkommen von Männern und Frauen an", so
Heinisch-Hosek.

"In den Jahren 2000-2006 war die Zeit des Rückschritts, denn
Frauenpolitik war nur eine Fußnote der Familienpolitik", stellte
Heinisch-Hosek klar. "Trotzdem haben wir aufgeholt. Das Kindergeld
NEU ist ein Beispiel dafür. Vor allem für Frauen, die schnell wieder
in den Beruf einsteigen wollen, ist das interessant. Aber wir wollen
mit dem neuen Modell auch mehr Väter in die Karenz locken". Was die
Umsetzung der 40-Prozent-Quote innerhalb der Partei anlange, sagte
die Frauenvorsitzende: "Es ist nicht einzusehen, dass man das
Potential der Frauen in der Partei brachliegen lässt" und forderte
Sanktionen im Falle der Nicht-Einhaltung. Sie kündigte an, für den
Parteitag 2010 einen entsprechenden Antrag formulieren zu wollen und
zeigte sich zuversichtlich, mit Werner Faymann einen starken Partner
an ihrer Seite zu haben. Des Weiteren müsse man sich künftig um
Nachwuchskräfte bei den SPÖ-Frauen bemühen. "Ich werde mich um die
Personalentwicklung bei den SPÖ-Frauen verstärkt kümmern. Wenn ich
einmal abtrete, dann möchte ich sofort 10 Frauen nennen, die den Job
übernehmen können", so Heinisch-Hosek. Auch die Nutzung der neuen
Medien, "um unsere Botschaften und Werte noch besser zu
transportieren", sei wichtig, um junge Menschen anzusprechen.

Auftragsvergabe in Wien an betriebliche Frauenförderung gekoppelt

"Alles im Bereich der Frauenförderung und der Schaffung von
Frauenarbeitsplätzen ist wichtiger denn je, in Zeiten der
Wirtschaftskrise", betonte SPÖ-Frauenstadträtin Sandra Frauenberger.
"Die Auftragsvergabe in Wien wird deshalb in Zukunft an betriebliche
Frauenförderungen geknüpft werden."

"Damit Frauen in Wien sicher, selbst bestimmend und unabhängig leben
können, ist der Kampf gegen Gewalt für mich, außerhalb der
Arbeitswelt, eine große Herausforderung", betonte Frauenberger
abschließend. (Schluss) ab

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0095 2009-11-06 10:47 061047 Nov 09 NSK0002 0764



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