• 05.11.2009, 14:31:45
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WKÖ-Singer: "Politik muss dem Telekommunikationssektor wieder mehr Augenmerk widmen"

Cable Days 09 - Konferenz für Kabel-TV & Breitband: Kritik an Anlassgesetzgebung - "Unsere echten Breitbandnetze können, was andere sich für die Zukunft wünschen"

Wien (OTS/PWK843) - "Der Wettbewerb im Bereich Kabelbetreiber
in Österreich schreckt uns nicht. Es müssen aber faire
Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer, ob groß oder klein,
gelten" - mit diesem Appell eröffnete Günter Singer, Obmann des
Fachverbandes Telekom/Rundfunk in der Wirtschaftskammer Österreich,
die Cable Days 2009. Die Branchenkonferenz und Fachmesse für Kabel-TV
und Breitband findet heute, Donnerstag, und morgen im Salzburg
Congress statt.

Es gebe einen Umdenkprozess in Österreich bezüglich der
Notwendigkeit leistungsfähiger Kommunikations-Infrastruktur sowie
adäquater Rahmenbedingungen. Allerdings, so Singer, können man gute
Dinge auch so anpacken, dass am Schluss in der Öffentlichkeit ein
fahles Bild bleibe. Damit spielte der Vertreter der
(Tele-)Kommunikationswirtschaft auf die Novelle des
Telekommunikationsgesetzes (TKG) 2009 im Punkt
Mitbenutzungsverpflichtung der Infrastruktur an: Da lag ein fertiger
Gesetzesentwurf vor, der nicht konsultiert, sondern möglichst rasch
"durchgewunken" werden sollte. Singer: "Ein Danke an die Politik für
eine gesetzliche Grundlage, aber eindeutiges Pfui aber an jene, die
eine bevorzugende Anlassgesetzgebung, wie ursprünglich geplant war,
durchzudrücken versucht haben."

Er mahnte weiters ein, dass die Politik in Österreich nicht die
gesamte Verantwortung für den Telekommunikationssektor etwa an die
RTR-GmbH auslagern dürfe und dem IKT-Sektor in Österreich wieder mehr
Augenmerk widmen soll. Dazu gehört die Gleichberechtigung der
IKT-Infrastruktur als "drittem Verkehrsweg" neben Schiene und Straße.

Eine europaweite Entwicklung im Bereich Kabel-/Breitbandnetze
macht auch vor Österreich nicht halt, nämlich die Konsolidierung und
Konzentration des Marktes. Seit 2008 seien, so Singer, 30 bis 35
Unternehmen in Österreich in einem größeren Verbund aufgegangen. Die
Dynamik verlangsame sich zwar, die Entwicklung bleibe aber
"spannend".

Mit dem Satz "Unsere echten Breitbandnetze können, was andere sich
für die Zukunft wünschen" leitete Singer über zur Tatsache, dass es
heuer Realität geworden sei, dass Netzbetreiber
Donwload-Geschwindigkeiten von bis 100 Mbit zu den Kunden bringen und
damit einen echten schnellen Breitbandzugang anbieten.

In Sachen Inhalte seien die "Kabler" auf der Suche nach neuen
Geschäftsmodellen mit Content, der bereits vorhanden ist, "aber", so
Singer, "vielleicht erst wachgeküsst werden muss." Die Netzbetreiber
wünschen sich eine intensivere Kooperation mit den
Contentproduzenten, "damit die Inhalte, etwa die Berichterstattung
über regionale und lokale Ereignisse,, Dokumentation, Filme und
anderes zu den Konsumenten kommen." Die Netzbetreiber plädieren für
Modelle, bei denen sie auch und vor allem auf kleinere
Contenteinheiten zugreifen können.

Als "etwas, worauf wir uns freuen können und das auch tun", machte
Fachverbandsobmann Singer die Verbreitung von High Definition-TV
(HDTV) aus. So erwarte man etwa den HDTV-Start der deutschen Sender
ARD und ZDF im kommenden Jahr.

Ein Thema, das der Branche in Österreich unter den Nägeln brennt,
ist der netzbasierende Personal Video Recorder (PVR), ausgehend von
einem Modell, das in der Schweiz entwickelt wurde. Allein: Der
Einsatz dieser "Anwendung der Zukunft", die schon heute technisch
machbar ist, scheitert an den Verwertungsgesellschaften: Diese
dürften den Einsatz moderner Technologien nicht blockieren und
verhindern.

Zum Thema Digitale Dividende, d.h. die Nutzung des
Frequenzbereiches 790 bis 862 MHz, begrüßte Singer den Zugang der
Bundesregierung: Die plant im Rahmen eines ausführlichen Gutachtens,
die technischen und volkswirtschaftlichen Auswirkungen der
Frequenzzuteilung zu untersuchen. Erst danach soll es eine endgültige
Entscheidung erfolgen. "Der Frequenzbereich ist nicht ein vollkommen
frei disponierbares Gut. Es gilt jedenfalls auch, seit längerem
bestehende berechtigte Ansprüche zu berücksichtigen."

Neben der Branchenkonferenz findet im Salzburg Congress bis
inklusive morgen, Freitag, 6.11., auch eine Fachmesse mit
Beteiligung von 30 nationalen und internationalen Ausstellern und
Partnern statt. Mehr Informationen zu den Veranstaltungen sind auf
www.cable-days.at zu finden. (JR)

Rückfragehinweis:

Wirtsschaftskammer Österreich
   Fachverband der Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen 
   Mag. René Tritscher, Sabine Rada
   Tel.: 05 90 900-3172 
   Mobil: 0664/423 27 68
   E-Mail: [email protected]
   Internet: www.cable-days.at

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