Druckbranche: Gewerkschaft weist eigenes KV-Angebot zurück
Arbeitgeberseite nimmt Angebot der Gewerkschaft an - Gewerkschaft reagiert mit neuen Forderungen
Wien (OTS) - Seit über 8 Monaten ringt die Druckbranche um einen
neuen Kollektivvertrag. Nachdem endlich ein Abschluss in greifbare
Nähe gerückt war, brachte die Gewerkschaft durch weitere Forderungen
die Verhandlungen zum Scheitern.
Am 13. Oktober hat der Hauptvorstand des Verbandes Druck &
Medientechnik mit überwiegender Mehrheit das im August formulierte
und zwischenzeitlich erfolglos weiterverhandelte Angebot der
Gewerkschaft für einen "KV-neu" angenommen.
Der Zustimmung zu diesem Angebot war die Blockade der Satzung*
genau dieses Angebotes durch den Fachverbandsobmann und einiger
Fachgruppenobleute vorausgegangen. (* Die Satzung gewährleistet eine
flächendeckende Anwendung des Kollektivvertrages in ganz Österreich).
Diese Blockade hatte die Gewerkschaft am 29. September zum Anlass
genommen, im Rahmen einer Großdemonstration in Wien ihr Angebot zu
relativieren und neue Forderungen in den Raum zu stellen. Bereits
damals wurde den Gewerkschaftsvertretern Franz Bittner und Wolfgang
Katzian eine mögliche Zustimmung zum bisherigen Gewerkschaftsangebot
offeriert, von diesen aber zurückgewiesen.
Trotz der erfolgten Annahme des bisherigen Gewerkschaftsangebotes
durch den Verband Druck & Medientechnik - diese erfolgte am 13.
Oktober in einer Hauptvorstandssitzung - haben Gewerkschaftsvertreter
in einem Gespräch mit der Verbandsführung am 27. Oktober neue, für
die Arbeitgeber verschlechternde, Forderungen in den Raum gestellt,
bisherige Zusagen zurückgezogen und neue Verhandlungen für die
Bereiche Tageszeitung und Bogendruck gefordert.
Mit dieser neuen Situation konfrontiert, hat der Hauptvorstand des
Verbandes Druck & Medientechnik nun mit großer Mehrheit beschlossen,
dass unter diesen Voraussetzungen ein Weiterverhandeln keinen Sinn
macht. Die Gewerkschaft legt es offensichtlich auf das Scheitern der
Verhandlungen an.
Das zuletzt formulierte Angebot des Verbandes für einen neuen
Kollektivvertrag - es entspricht inhaltlich dem Angebot der
Gewerkschaft vom August - bleibt bis auf weiteres aufrecht.
Dazu Präsident Rudolf Cuturi: "Inhaltlich hatten wir uns nach vielen
Monaten endlich über einen neuen Kollektivvertrag geeinigt. Es war
schwierig und langwierig, diesen Kompromiss bei uns durchzusetzen.
Nun will die Gewerkschaft mit dem Argument, der Verband habe 'zu
lange gewartet', bereits zugesagte Inhalte zurückziehen und neue
Forderungen deponieren. Das ist sachlich nicht nachvollziehbar".
Mag. Christian Handler
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